16. Alpener Stadtlauf

2 Bestzeiten und 1 Sonnenbrand !!!!!
2 Wettkämpfe innerhalb 3 Stunden !

Der Anreiz: 2 Wettkämpfe an einem Veranstaltungstag war mal eine andere Herausforderung, denn der Alpener Stadtlauf passte zeitlich ideal: Der Fünfer um 14:15 Uhr, der Zehner um 16:45 Uhr. Trotzdem war ich mir die Woche nicht sicher, dass nach einem Fünfer im vollem Tempo, ein flotter Zehner überhaupt einigermaßen möglich ist! Außerdem sprachen die Temperaturen ebenfalls dagegen. Also wollte ich erst kurzfristig entscheiden nach dem 1. Wettkampf.
Ich wollte schon immer mal in den Alpen laufen. Bevor es dazu kommt ging es zunächst nach Alpen am Niederrhein. Die Temperaturen stiegen und so hatten wir bei der Ankunft strahlenden Sonnenschein bei 25 Grad. Der Ort Alpen liegt nicht weit von Xanten entfernt und man meint wirklich man ist hier in einem urigen Urlaubsort. Bei Abholung der ersten Startnummer wurde mir sofort ein Tombola-Gewinn überreicht: Ein Reise-Wecker. Nichts dolles, aber bei 3,50 Euro Startgebühr, kann man da nicht meckern. Der kleine Ort fiel so langsam aus seinem Tiefschlaf und an jeder Ecke waren die Helfer mit dem Aufbau fleißig beschäftigt. Ich muss sagen, ich habe bisher kaum eine Veranstaltung in diesem Rahmen gesehen wo alles so hervorragend klappte.


Was macht man, wenn der Körper eigentlich völlig ausgepowert ist, aber 2 Stunden später noch einmal auf die doppelte Distanz muss ? Mitgenommen hatten wir Fitness-Riegel, Powergels und Bananen sowie reichlich zu trinken. Das warf zwar alles über einen Haufen, was man 2 Stunden vorher nicht mehr machen sollte, aber genau das war der Anreiz. Das Teilnehmerfeld war nicht sehr groß beim Fünfer, aber das hatte auch den Grund das der Hauptlauf im Rahmen der Bunert-Niederrhein-Cup-Wertung fiel. Trotzdem standen beim kleinen Lauf einige sehr gute Starter an der Linie, die wohlmöglich genau deshalb mit einem Podiumsplatz spekulierten. Naja, für mich war das kein Thema, als ich die Ergebnislisten der letzten Jahre durchblätterte, war ich weit davon entfernt. Auch da waren einige schnelle Läufer von TSV Weeze, Alemania Pfalzdorf und LC Duisburg vorne weg. 


Mein Hauptziel war es heute die 5er Zeit vom Wind-Bertlich-Lauf aus Dezember zu pulverisieren, denn eigentlich sprechen alle Rechner (ob von Greif oder LC Duisburg) für eine Zeit weit unter 21 Minuten. Der Zehner sollte nur eine Zugabe sein. Nach dem Startschuss setzten sich sofort die guten Läufer weit ab. Mein 1. Kilometer war genauso schnell, wie beim letzten Intervall in der vergangenen Woche: 3:46 Min. ! Also ein wenig Tempo raus! Die Strecke war sehr gut zu laufen und relativ flach. Trotzdem war es hinderlich ständig an so vielen Ecken und Kurven vorbeizulaufen. Nach Kilometer 3 deutete sich sogar eine Zeit um 20 Minuten an, doch so ein Tempo bin ich bisher noch nie gelaufen und ein beschleunigen war deshalb nicht mehr möglich. Mit 20:19 Minuten blieb ich um 44 Sekunden unter meiner bisherigen Bestzeit, war aber völlig ausgepowert am keuchen! Noch einen Wettkampf ?? Die Beine meinten zwar eher: Nein !! Der Kopf immer mehr: Ja. Nach 6 Bechern Gatorade stand der Entschluss fest: Ich gehe auch einen Zehner an, mal schauen was drin ist.

66. Wettkampf Datum Distanz Zeit Geamtplatz AK-Platz
  21.07.2007 5 km 20:19 Min. 19. Platz  

Raus aus den durchgeschwitzten Klamotten, Fitness-Riegel, Salztablette, Banane und Powergel zum Start und die Beine 2 Stunden hochlegen ! Trotzdem dachte man immer zwischendurch, ob das die richtige Entscheidung war. Eigentlich ging die Zeit viel zu schnell vorbei und schon ging es wieder an die Startlinie. Diesmal stellte ich mich viel weiter hinten auf, denn noch einmal so ein Tempo war sicherlich nicht möglich. "Bloß nicht an die schnellen Läufer vom Bunert-Running-Team halten, lauf einfach Deinen Lauf". Gesagt - getan. 
Trotzdem war der erste Kilometer mit 3:59 Min. noch zu schnell, aber noch fühlte ich mich sehr gut (zumindest zu diesem Zeitpunkt). Erste Runde: Angelika war total erstaunt das ich früher erschien als geplant. Auch bei Kilometer 6 sah alles nach einer Zeit unter 42 Minuten aus, aber da nach war ich einfach nur erschöpft. Weitere 500 Meter später übersehe ich einen tiefergelegenen Gulli-Deckel und knicke mit dem Fuß. "Glück gehabt", hätte schlimmer kommen könnne. Kam auch: Ein Kilometer weiter läuft eine Familie mit Kleinkind und Gehfahrrad mitten auf der Strecke. Alle Läufer staunen, das denen das scheinbar völlig egal ist, das hier ein Volkslauf stattfindet. Ich rufe: "Vorsicht" und mache einen großen Bogen um das Kind. In diesem Moment fährt das Kind scharf nach links und mir voll in den Beinen. Im Reflex beißt mir das Kind im Arm und kippt um. "Blärerei und heul" - "Mecker und Mecker". Weiter gehts! Hätte schlimmer ausgehen können - unverantwortlich solche Eltern. Kilometer 8 ist schon wesentlich langsamer, ich bin nur einfach k.o. und will nur ins Ziel. Sch.... auf die Bestzeit, die schaffst Du so oder so nicht mehr. Die lange Zielgerade ging leicht bergab und ich versuche noch mal zu beschleunigen - geht ja gar nicht !!! :-) Ich schaue auf die Uhr und instinktiv "springe" ich über die Ziellinie um doch noch die Bestzeit zu schaffen. "Mann muss das bekloppt ausgesehen haben"! 
Zweite Bestzeit geschafft, auch wenn nur knapp, aber das nach einem Fünfer auf vollem Tempo. Ich glaube ich habe mich noch nie so über eine Bestzeit gefreut wie heute. Das war eine Herausforderung der anderen Art und hat richtig Spaß gemacht, auch wenn ich total erschöpft war und keinen Meter mehr laufen wollte. Was jetzt das Ausschlaggebene war für die Erholung (Salztablette ? Fitness-Riegel ?), keine Ahnung. Nur zu empfehlen diese Veranstaltung, auch wenn das Kurven und Ecken-Laufen nervig war und  dazuführte das der Forerunner 10,11 Kilometer anzeigte.


Die Temperaturen waren nicht ideal für einen Wettkampf auf Tempo, aber für zukünftige Hitzeläufe ein guter Test. Neben den Bestzeiten gab es noch einen kräftigen Sonnenbrand auf den Schultern. Vielleicht hätte man sich vorher ein wenig mit Sonnencreme einreiben sollen :-)

67. Wettkampf Datum Distanz Zeit Geamtplatz AK-Platz
  21.07.2007 10 km 42:23 Min. 55. Platz  

"Fahrradradio" !
Früher lagen sie, unterfüttert mit einem Kissen vom Wohnzimmersofa, in den Fenstern. Jeder wusste sofort was in der Nachbarschaft los war und Kinder hatten nur selten die Chance den Rasen vor dem Haus zu verhunzen.
Heutzutage sind ein großer Teil von ihnen mit Touren-Fahrrädern in den Wäldern unterwegs. Manche tragen eine sportliche "Willi-Wum"-Brille, damit ihnen nicht die ganzen Fliegen in den Augen sausen. Bei anderen sieht es eher so aus, als ob sie auf der Flucht vor ihrem Zuhause sind.
Ich finde es toll, wenn Leute - meist im fortgeschrittenen Alter - etwas für ihre Fitness machen und zumindest Fahrradfahren. Doch muss es mit einem Radio vorne sein ? Das ist ja wirklich so als ob man sagt: "Hilfe, ich bin im Wald, ich kann keine Stille ertragen!". Nicht nur das zumeist "kreischende Laute" aus diesen Aparellos kommen, nein zum größten Teil ist auch noch WDR 4 eingestellt. Liebe Fahrrad-Junkies, habt Ihr überhaupt die zusätzliche GEZ-Gebühr hierfür bezahlt ?? Außerdem ist Fahrradbegleitung für uns Läufer nicht erlaubt, denn schneller fahrt ihr auch nicht wie wir laufen! Aber vielleicht kreischen diese Geräte deshalb so, weil ihr sie durch Eure Pedalen zum laufen bringt. Die Tage fragte mich wahrhaftig einer ob er mich ein Stück mitnehmen soll! "Ja hör mal, sah ich so fertig aus ?" Ich hatte an diesem Tag mehr Kilometer auf dem Buckel, wie Eure Radio-Batterie hält.
Früher waren es die Riemchen-Handtäschchen für Männer, heute sind es Fahrradradios.
Wer weiß, wie wir in ein paar Jahren sind - vielleicht haben wir dann vorne am Fahrrad ein Laptop mit Ebay-Zugang und tragen unsere Finisher-Shirts von damals.