Ein toller Landschaftsmarathon….

Vor 7 Jahren waren wir letztes Mal beim Hunsrück-Marathon. Meistens ist man gerade zu dieser Jahreszeit voll im Training für den Herbst-Marathon. Eigentlich schade, denn diese Veranstaltung gehört zu einen der besten und schönsten des Landes. Perfekt organisiert und eine traumhaft schöne Strecke. Es geht über den Schinderhannes-Radweg, der früher die Bahnstrecke zwischen Emmelshausen und Simmern war. Wie der Veranstalter es auch als Motto sieht“ Wo eins die Dampflok schnaufte“. Jetzt sind es die Läufer und Skater die hier schnaufen, ob beim Halbmarathon (der ab Kastellaun startet) oder der Marathon (Start Emmelshausen).

Das Training zu diesem Marathon war mehr als eine „Light“-Version. Mit dem Brüder Grimmlauf wäre normalerweise eigentlich das Training angefangen. Statt lange Läufe liefen wir in Griechenland 3 Wochen lang ausschließlich kurz und mit sehr viel Profil. Damit waren schon einige Wochen vom Trainingsplan weg. Zu Hause angekommen kam ich in keinster Weise ins Training. Die langen Läufe waren alle nicht berauschend, geschafft aber ständig k.o.! Zwei längere Läufe wurden sogar verkürzt. So spielte ich 3 Wochen vor dem Marathon sogar mit dem Gedanken umzumelden auf Halbmarathon. Letztlich dachte ich mir, müsste zumindest die Erfahrung das ausmachen, den Marathon gut zu absolvieren. Das Hauptziel war, zumindest schneller zu sein als beim Vivawest-Marathon, aber eher sogar unter 3:25 Std.!


Für uns ging es bereits Freitagmittag nach Holzbach, nur 3 km von Zielort Simmern entfernt. Hier in einer kleinen Gaststätte, nicht der „Brüller“, aber für ein Marathon-Wochenende ausreichend. Nach einem kleinen 8 km Lauf über die Felder, ging es frisch gemacht in Richtung Simmern zum Pizza-Essen. Pizzeria der modernen Art scheinbar ! Alles nobel aufgemacht, meist nur mit Reservierung – aber Tisch an Tisch, den Nachbar fast auf dem Teller liegend. Jetzt waren wir einmal hier und wollten nicht weitersuchen. Rechts und Links saß man den Nachbar-Pärchen fast auf der Pelle. Ungezwungendes Unterhalten – nicht möglich. Gemütlich ist was anderes. Auch preislich – sehr nobel und Pizza der normalen Art gab es eigentlich gar nicht. Irgendwas fanden wir dann, was auch geschmacklich, dass muss man sagen – absolut klasse war. Trotzdem war dieses Restaurant nicht unser Fall, hier war es – schnell kommen, schnell essen und am besten schnell wieder gehen. Gar nicht erst lange bleiben, so was Pizza-Brötchen etc., da war gar nicht dran zu denken. Da würden die Gäste vielleicht länger bleiben. Unsere Tischnachbarn waren auch der Meinung – so dicht auf die Pelle muss man nicht sitzen und nahmen ein Katzentisch an der Wand.

Aber zumindest satt wurden wir und lecker wars auch. Am Samstagmorgen hieß es erstmal Frühstück in unserer Gaststätte. Für einen Tag hatten wir es gebucht, dem Marathontag hatten wir uns für unser spärliches Frühstück Marmelade und Weißbrot mitgenommen. Das hätten wir auch für Samstag tun sollen, denn das Frühstück hier, war genauso spärlich. Ein paar Scheiben Packungs-Salami vom Discounter, ein paar Käsescheiben, Brötchen Marmelade, Kaffee und Orangensaft. Dafür waren selbst die 5 Euro pro Person zuviel. Nichtmals Servierten lagen an den Tischen.

Nach dem Frühstück ging es dann in Richtung Zell an der Mosel. Ein kleiner Spaziergang entlang der Promenade und der Altstadt. Ein tolles Städtchen, urgemütlich – sofort einige Pensionen notiert, wo wir sicherlich bald mal ein Wochenende hinfahren werden. Am frühen Nachmittag zur Startnummernausgabe und anschließenden Pasta-Party. Hier trafen wir auch Erich, den wir vom Brüder Grimmlauf kannten. Er ist 1. Vorsitzender des Marathonsvereins des Mainz-Marathon und im hiesigen Gebiet bei etlichen Läufen am Start. Eine wirklich liebe Seele, ein Läufer den man sofort mag und ins Herz geschlossen hat.


Da wir am Sonntagmorgen früh zum Shuttelbus in Simmern sein mussten, ging es anschließend sehr zeitig für uns ins Bett.

Ungewohnte August-Temperatur bei der Fahrt nach Simmern: 8 Grad !! Was zieht man beim Start an ? Geplant war eigentlich als Oberteil nur ein Singlet, aber das kam mir doch ein wenig zu kühl vor. Nachdem alles vorbereitet war, gingen wir mit unseren Kleiderbeutel in Richtung Shuttle-Bus, welcher uns um 8.00 Uhr zum Startort brachte.

Und wieder stellte sich die Kleiderfrage, als ich sah, das Erich im Singlet lief. Zweimal entschied ich mich noch um, um letztlich doch mit Shirt unter dem Singlet lief.

Bei dem kleinen Starterfeld brachten Erich und ich noch den Gag uns in der 1. Reihe aufzustellen. Einmal muss man sich diesen Spaß erlauben, so langsam sind wir nunmal auch nicht, dass wir anderen im Weg stehen würden.

So ging nach dem Start zunächst einmal gut bergab. Erich war auf und davon. Aber so kannte ich ihn auch vom Brüder Grimmlauf. Nach einem Wendepunkt ging anschließend zurück in Richtung Ausgangspunkt von Emmelshausen, ab km 3,7 einen guten Anstieg hoch bis km 5 ! Wahrhaftig sah man hier zwei Läufer schon hoch „gehen“ ! Nun ging es auf den eigentlich Radweg, die Abstände zu anderen Läufern war schon teilweise sehr groß. Erich war rund 200 Meter vor mir. Ich lief meinen Lauf, schaute kaum auf meine Uhr sondern lief einfach nach Gefühl. Erstaunlich, dass man das so gleichmäßig kann. Trotz leichten Anstieg waren die Km 11 bis 16 bis auf ein paar Sekunden fast identisch. Kurz vor km 14 bei Pfalzfeld schloss ich auf Erich auf, das erste Gel war genommen und als nächster Punkt stand Lingerhahn an. Immer leicht hügelig.


Halbmarathon war geschafft bei Ebschied (Bahnhof), die Zeit bei 1:42:15 Std. ! Alles im Soll ! Ein weiteres Gel genommen und nun ging es leicht abwärts in Richtung Kastellaun. Es wurde ein wenig flotter, die letzten km  bis Kastellaun 4:42, 4:38, 4:37 ! Die Endorphine stiegen hoch!  Aber genau am schwierigen Punkt, hoch in Richtung Bell wurde ich ausgebremst. Km 29 und 30 deutlich langsamer, erst als es danach wieder abwärts ging, fing ich mich zunächst und erreichte mein Tempo. Bis km 35 klappte es auch weiterhin ganz gut, aber so langsam merkte ich, dass meine rechte Wade langsam anfing aufzumucken.  Und so langsam ging mir auch die Puste aus. Eigentlich schade, dass bis 35 alles prima lief und nun ich viel Zeit verlor. Am letzten Anstieg kurz vor dem Ziel musste ich sogar abstoppen, weil ich nicht hochkam. Danach ging es abwärts in Richtung Simmern-City zum Ziel. 200 Meter davor musste ich sogar noch mal Geschwindigkeit rausnehmen, weil meine Wade einen Krampf verspürte.


Trotzdem war es sehr schön, auch wenn es nicht für mein Hauptziel gereicht hatte, vor 3 Wochen sah es gar nicht danach aus, dass ich diesen Marathon laufen könnte. Beim Essen-Marathon im Oktober möchte ich jedoch mit einem vernünftigen Training starten. Aber durch weitere Wettkämpfe werden hier nicht viele Möglichkeiten bleiben.

Das Highlight dieses Wochenende schaffte dann Angelika, die die Altersklasse W 40 gewann und auf dem Podest stand.

 

214. Wettkampf Datum Distanz Zeit Gesamtplatz AK-Platz
 

24.08.2014

Marathon 3:28:51 Std.
28. von 188 7. von 38

 

 

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