Heiden - Düwelsteene - Waterberg - Waldvelen - Ostricker Berg

Heute ging es nicht weit entfernt außerhalb von Heiden in den Wald in Richtung Düwelsteene (auf plattdeutsch). Zunächst auf Waldboden mit viel Matsch und Pfützen. Nach ca. 3 km erreichten wir diese "Teufelssteine". Eine Megalithanlage ca. 3.500 bis 2.800 vor Christi. Während der jüngeren Steinzeit vor rund 5000 Jahren wurden die bis zu sieben Tonnen schweren und vom Eis geschliffenen Findlinge zu einem Ganggrab von 11,5 m Länge und etwa 1,7 m Breite zusammengestellt. Die Findlinge wurden zur „Baustelle“ geschafft. Dort hat man sie unter Einsatz von Hebeln und Muskelkraft aufgerichtet. Für das Dach der Megalithanlage suchten sich die Baumeister einseitig flache Steine aus. Auf diese Weise entstand eine geschlossene Kammer mit einer Innenhöhle von rund 1,5 m, deren Boden mit Steinplatten gepflastert war. 1932 führten die Heimatvereine Ramsdorf und Borken Ausgrabungen durch und setzten die prähistorische Stätte wieder in Stand. Dabei wurden menschliche Überreste und Keramikscherben gefunden. Über die Teufelssteine gibt es viele Legenden.

Der Legende zufolge erhielten die Teufelssteine ihren Namen nach einer Begegnung des Teufels mit einem ansässigen Schusterjungen in Heiden. Der Teufel, welcher auf dem Weg nach Aachen war, um den dortigen Dom zu zerstören, trug auf dem Rücken einen großen Sack mit den heute hier liegenden Steinen. Sein Gegenüber führte zwölf Paar zerschlissene Schuhe mit sich. Diesen habe er gefragt, wie weit es denn noch bis Aachen sei. Der Schusterjunge sah die Steine, erkannte den Teufel an seinem Pferdefuß und ahnte böse Absichten. Deshalb habe er dem Teufel die Schuhe gezeigt und erklärt, dass er selbst gerade aus Aachen komme und auf dem Weg nach Heiden all die Schuhe zerschlissen habe, weil es soweit entfernt sei. Der Teufel wäre aber daraufhin so entmutigt gewesen, dass dieser die Steine auf den Boden geworfen und von dannen gezogen sei.

Nicht nur Kindern sagt man gerne, dass sie die Steine zählen sollen. Wenn man sie ein zweites Mal zählt, kommt gewiss ein anderes Ergebnis heraus. Man sagt, dass der Teufel in der Zwischenzeit einen Stein entfernt oder wieder dazugelegt habe.

Ebenso wird behauptet, dass niemand die Steine ohne Schaden von ihrer Stelle holen und zerstören könne. Einst holte sich ein Bauer einen flachen Deckstein und verwendete ihn als Platte für seinen neuen Backofen. In der Geisterstunde der folgenden Nacht entstand im ganzen Haus ein Poltern und Lärmen, die Kühe hatten sich im Stalle losgerissen, die Schweine rannten wie toll im Stall umher und die Hühner flatterten entsetzt von ihren Stangen. Bei näherem Hinsehen fand man den neuen Backofen eingestürzt. Aber am folgenden Tage lag der flache Stein wieder an seiner ursprünglichen Stelle in Gesellschaft der anderen Teufelssteine.

Das Großsteingrab dieser Anlage findet sich auch im Wappen der Gemeinde Heiden.

Zunächst apshaltiert geht es nach ein paar hundert Meter weiter gerade aus über einen Reiterweg. Der Boden ist nicht gerade einfach zu laufen, aber ideal als Trainingseinheit für den Teutolauf. Es immer leicht ansteigend bis wir zum Waterberg kommen. Viele Trailwege, nun geht es jedoch aus dem Wald hinaus in Richtung Waldvelen über die Brücke der B 67. Mittlerweile hat sich der Himmel zugezogen und wir erwischen einen Schauer nach den anderen. Nach ca. 1,5 km biegen wir links ab zum artesischen Brunnen an der Grenze von Heiden und Velen.

 

Ein artesischer Brunnen ist ein Brunnen in einer Senke unterhalb des Grundwasserspiegels, in dem Wasser unter Überdruck steht. Dieses hydraulische Potenzial ist so hoch, dass das Wasser von selbst, das heißt ohne Pumpen, bis zur Erdoberfläche oder höher aufsteigt. Hier ist gleichzeitig eine Kneipp-Anlage, wo Angelika es sich nicht zweimal sagen lässt, die Laufschuhe auszieht und durchs Wasser wandert. Die Qualität des Wassers ist ausgezeichnet: von weit her holen sich viele Zierfischliebhaber das Wasser für ihr Aquarium. Nun machen wir uns auf den Rückweg durch den Wald über Waterberg, Uhlenweg und Lehmkuhle. Zwischendurch bauen wir ein paar Single-Trails durchs Gelände ein, auf und ab. Der Spaß hat jetzt richtig begonnen. Weiter gehts zum Ostricker Berg nun erst wieder auf Asphalt. Zwei knackige Anstiege und anschließend zurück zur Freilichtbühne und zum Waldkindergarten "Waldmäuse". Der Waldkindergarten ist für sein Freispiel bekannt. Hier spielen die Kinder mit den Materialien, die der Wald bietet: Stöcke, Äste, Baumwurzeln, umgefallene Baume, Rinden, Baumscheiben, Tannenzapfen, Kastanien, Steine, Lehm, Wasser, Erde u. v. m.. Aus diesen Materialien entstehen in der Phantasie der Kinder Burgen und Schlösser, Bote, Autos, Züge, Kaufläden, Küchen, Kinderzimmer oder sogar Meere. Diese Phantasiewelten regen zum intensiven Rollenspiel an, in dem alle vier zentralen Bildungsbereiche angesprochen werden. Nebenan ist die Freilichtbühne.
Die Freilichtbühne ist der Austragungsort für die plattdeutschen Theaterstücke der Laienspielschar der Kolpingsfamilie Heiden.

20 km, die wieder einmal wunderschön waren und eigentlich viel zu schnell vorbei gingen. Wir haben trotzdem Glück, denn nun hat sich das Wetter wirklich schlagartig geändert und ein Regenschauer nach den anderen bestimmt die Rückfahrt. In der kommenden Woche wollen wir die Strecke ähnlich laufen, aber noch den Bollengraben bis zum Waldsee Reken hinzufügen.

 

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