199. Wettkampf

 

Laufzeit: 1:54:20

 

Platz 955 von 2376 Finishern

 

Platz 32 von 138 in AK W45

 

Frauenwertung: 163 von 828

 

Wetter:

Sonnig - beim Start kühler - später 18 Grad

1. Rhein-City-Run / 21,1 KM / 16.10.2016

 

Nicht mein Tag

 

Heute ging es zum Rhein-City-Run. Es war für den Veranstalter eine Premiere, denn diesen Lauf gab es heute zum ersten Mal. Die Streckenführung – von Düsseldorf nach Duisburg – ist eine wirklich tolle Idee. Fast ausschließlich am Rhein entlang. Landschaftlich wirklich schön gewählt. Es hieß vom Veranstalter, flache – schnelle Strecke. Zum Tag x mit Rückenwind – bei Tageshöchsttemperaturen von 18 Grad. Und das ganze bei Sonne. Die Teilnehmer waren auf 3000 begrenzt und sie haben es zur Premiere geschafft, ausgebucht zu sein. Mit all diesen Voraussetzungen konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Sollte man meinen!

 

Die Stimmung bei uns wurde aber ein wenig getrübt, da Rolands Muskelprobleme schlechter – statt besser - wurden. Sein Vorhaben war schon gecancelt. Er war froh, überhaupt an den Start gehen zu können und hatte keine Ahnung, ob und wie er hier durchkommen sollte. Doch trotz allem, ich war heiß auf heute. Nach dem super gelaufenen Seelauf und den top 10er in Coesfeld, war ich übermotiviert, heute einen tollen Lauf abzulegen. Meine Unterdistanzen motivierten mich, heute eine tolle Zeit renne. Top trainiert, top Zeiten auf 2 Unterdistanzen und eine versprochene top Strecke. Da kann man „no risk – no fun“ rennen. Oder?

 

Also hatte ich im Kopf, die sub 1:50:00 Std. anzugreifen. So war zumindest meine Marschtabelle. Gleichzeitig sagte ich mir, wenn es heute nicht klappt, möchte ich zumindest im Bereich bis 1:53:00 Std. landen. Schließlich sollte dieser Lauf eine Richtung für Frankfurt angeben.

 

Um 7:00 Uhr ging dann die Reise los. Wir wählten die Reihenfolge so, dass wir unser Auto direkt im Zielbereich parkten und mit der Bahn zum Startbereich fuhren. Die Bahnfahrten waren für die Teilnehmer heute mit Startnummer kostenlos. Hier schon ein Plus an den Veranstalter. Das war schon sehr gut gelöst und hat auch super geklappt. Alles lag nah beieinander. In der Bahn trafen wir auf zwei Laufbekannte und hielten schon  unser erstes Quätschen. Vor Ort waren wir schnell ein Grüppchen  aus 8 Leuten. Es ist immer schön, nette Bekannte zu treffen, doch schnell ist man doch auch nicht voll bei der Sache. So auch heute. Mit meinem Kleiderbeutel, gab ich dann nämlich meine Getränkeflasche ab, welche ich immer vor dem Start trinke. Das war echt dumm. Anfängerfehler, welche bestraft werden müssen.

 

Die Stimmung im Startbereich war super. Die Kulisse direkt am Rhein, echt ein Traum. Die Organisation lief top. Pünktlich wurden wir dann auf Reise geschickt. Das Starterfeld viel zu eng. Es knubbelte sich von allen Seiten. Man kam sehr schlecht weg. Und das, obwohl ich schon recht weit vorne stand und die Strecke doch recht breit war. Das lief schon mal nicht gut. Wenn man plant auf Zeit zu laufen, brauch man solch einen Start nicht. Ich kam zwar schnell auf meine geplante Pace, aber es kostete enorm viel Kraft und Konzentration, sich durch diese Masse zu kämpfen. Schnell spürte ich, dass sich die Pace heute nicht so rund und locker anfühlt, wie bei den letzten beiden Läufen.

 

Bei KM 5 lag ich dann auch schon 10 Sekunden über meine geplante Pace. Ich machte mich aber nicht verrückt, weil ich ja ein großes Zeitfenster hatte. Womit ich mich mehr verrückt machte, war – dass ich echt Durst hatte. Meine Getränkeflasche, vor dem Start fehlte mir echt. Und die erste Verpflegungsstelle sollte erst bei ca. KM 7 kommen. Hier muss ich sagen, liegt Verbesserungsbedarf – zumindest für meinen Geschmack. Und was mir auch Sorgen bereitete, ich kam einfach nicht richtig ins Rennen. Wenn die Zeit auch noch gleichmäßig lief, es lief einfach nicht frei im Kopf und nicht locker in den Beinen.

 

Ich empfand den Untergrund als recht anspruchsvoll und es nervte, dass es immer wieder sehr enge Passagen gab, wo höchste Konzentration gefragt war, weil man überholen musste oder überholt wurde. Insgesamt lief das gesamte Feld um mich herum ziemlich unruhig. Es setzte sich nie. Jeder hat jeden – ständig überholt.

 

Ich lief hochkonzentriert meine Pace, als ich irgendwann meinen Namen hörte. Meine liebe Freundin Michi, stand an der Strecke :-) Dankeschön dafür *knutscher*

 

Bei knapp KM 7,5 kam dann endlich die heiß ersehnte Verpflegungsstelle. Es gab nur Wasser. Auch hier könnte man ein wenig verbessern. Zumindest Tee oder so, wäre echt toll gewesen. Und auch hier muss ich sagen, knubbelte es sich zu sehr. Da meine Puste schon recht dünn war, schnappte ich mir einen Becher und ging ein paar Schritte, um zu trinken. Beim Laufen, bekam ich das heute nicht hin.

 

Anschließend wieder ins Laufen zu kommen, war schon zu schwierig, dafür, dass ich noch so viele KM vor mir hatte. Bei KM 10 lag ich dann 20 Sekunden über meine Marschtabelle. Eigentlich immer noch super auf Kurs, doch so langsam verflog meine Euphorie für heute. Es fiel mir einfach viel viel zu schwer. Meine Pace wurde dann auch langsamer und plötzlich klopfte mir jemand auf die Schulter. Ein Blick zur Seite, mein Schatz. Die ganze Zeit hang er mir im Nacken und ich bekam nichts davon mit :-) Eigentlich wollte er viel langsamer unterwegs ein, wegen seiner Probleme. Nur einmal kurz gezeigt, dass er da war, ließ er sich auch direkt wieder zurück fallen. Er blieb aber immer schön an mir dran, ohne dass ich davon wusste. Ich es mir aber denken konnte :-)  

 

Immer wieder hatte ich extrem  langsame Passagen und raffte mich auf, meine Pace so gut es geht halten zu können. Leider gelang es mir heute nicht wirklich gut. Ich empfand aber auch die Strecke nicht als so einfach wie beschrieben. Der Untergrund wechselte von Kies, über Wiese,  Passagen ähnlich wie Kopfsteinpflaster und etliche Abschnitte waren sehr ramponiert. Auch die immer wieder überraschenden kleinen Rampen und Kurven, kosteten mir heute enorm viel Kraft. Die Sonne gab auch ihr Bestes und ich schwitze wie verrückt. Gerne hätte ich dann auch bei KM 10 oder 11 mein Gel genommen, doch ohne Verpflegungsstelle ist das nicht möglich. Diese war ausgeschrieben, für ca. KM 14. Also musste ich mich noch gedulden. Aber gebraucht hätte ich das heute schon.

 

Als ich dann endlich die Versorgungsstelle erblickte (bei ca. KM 14,5), nahm ich mein Gel und 2 Becher Wasser. Beim Blick nach hinten, schmunzelte mich mein Mann an. Ich winkte, dass er zu mir kommen soll. Er wusste, dass ich KO war. Er kam und sagte, dass ziehen wir jetzt gemeinsam durch. Ich war froh, ihn jetzt bei mir zu haben. Auch wenn ich nicht einsam auf der Strecke war, seinen Schatz in so einem Moment bei sich zu haben, ist doch Gold wert. Gemeinsam liefen wir dann bis ins Ziel und beide waren wir froh, es geschafft zu haben. Mein Schatz, wegen seiner Probleme und ich weil ich keine Lust mehr hatte, mich anzustrengen.

 

Meine geplante Zielzeit habe ich weit verfehlt. Die Zeit 1:54:20 macht mich nicht super glücklich, obwohl es für mich derzeit ja schon eine super gute Zeit ist. Wenn man aber so gute Zeiten vorlegt und sich mehr erhofft, enttäuscht das schon ein wenig. Und zumindest, wenn man weiß, wie sehr man sich dafür anstrengen musste. Aber egal. Abhaken und sich auf Frankfurt konzentrieren. Die sub 4 Stunden bleibt trotzdem stehen, wenn das heute auch nicht dafür spricht.

 

Zum Lauf muss ich sagen, es ist eine super Premiere gewesen, jedoch mit Luft nach oben. Die Strecke ist landschaftlich wunderschön, doch ob hier jeder Bestzeiten rennen kann, stelle ich in Frage. Hier kommt es eher darauf an, was man gewohnt ist zu trainieren. Ist man so verwöhnt wie wir, dass man tolle Straßen mit wenig Kurven – auf langen Geraden rennen kann, so fliegt man nicht über diese wechselnden Untergründe. Dann sollte man lieber als Genuss auf diese Strecke gehen. Dafür ist es top gewählt. So Dinge wie Dixies, Verpflegungsstelle unterwegs, Zielversorgung, Start könnten überdacht werden. Aber ich will nicht schimpfen – sind  nur Anregungen. Es war das erste Mal, da kann nicht alles zu 100% laufen. Das was sie geplant und umgesetzt haben, lief perfekt. Weiter so!

 

 

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