So

24

Jun

2018

Laufen auf Gran Canaria

Laufen im Urlaub war in den vergangenen Jahren eher kein Training sondern ein Sightseeing-Genuss-Laufen ! Viel sehen, auf einer längeren Distanz, in nicht alzu langer Zeit. Wo manche einen  Tagesspaziergang herausmachen, hieß es für uns, Laufschuhe anschnüren und los, bis zum Frühstück zurück zu sein.Hier kommt es bei uns nicht darauf an, irgendwelche spezifischen Einheiten wie Intervalle, Crescendo oder Steigerungsläufe zu machen, sondern einfach nach Gefühl.

War der Urlaubsabend zu lang geworden, der Wein zu reichlich, so hieß es einfach auch mal lockeres Loslaufen und den neuen Tag schön zu beginnen.

 

Für uns heißt es im Urlaub zumeist "Zusammenlaufen". Auch wenn wir die längeren Läufe zu Hause mittlerweile mehr oder weniger fast komplett gemeinsam läuft, so ist dies im Urlaub fast ausschließlich. Gemeinsam Eindrücke verschaffen, gemeinsam Erleben. Was kann es schöneres geben ?

 

Im Winterurlaub der vergangenen Jahren haben wir so ein paar Strecken rund um Playa del Ingles abgesteckt, nichts spektakuläres, aber trotzdem schön. Die erste Route beginnt an der Strandpromenade die lang gezogen über einige Kilometer geht. In der einen Richtung am Wasser entlang nach San Agustin. Die andere Richtung zu den Dünen von Maspalomas. Wer jetzt denkt Strandpromenade - das ist flach, sieht sich getäuscht. Es geht öfter knackig bergauf - und ab. Zwei unterschiedliche Strecken wie sie kaum sein können. Die Strecke bis hinter San Agustin geht teilweise entlang an Klippen, selbst in den Tagesstunden mit weniger Spaziergänger als in der Touristenhochburg Playa del Ingles. In diesem Streckenabschnitt kann man auch abseits des Laufens die Seele baumeln lassen und nur die Atmosphäre der herankommenden Wellen genießen. Man glaubt es kaum, weil man nur ein paar Kilometer entfernt ist, aber hier ist das Wetter meist ein wenig rauher. Scheint über Playa del Ingles die Sonne, kann es hier bewölkt sein, meist auf jeden Fall windiger. Rund 4,5 km lang beginnend von den Abwärtstreppen in Playa del Ingles geht es in diese Richtung. Somit eine schöne 9 bis 10 km lange Runde. In Höhe des Einkaufscenter Tropical hat man zudem gegen Ende einen sehr knackigen Anstieg zu bewältigen. Hat man dies geschafft, darf man sich als Belohnung auf das Frühstück im Hotel freuen. 

Der Promenaden-Lauf in Richtung Dünen ist ein wenig kürzer, beginnt mit vielen Treppen runter in Höhe des Playa-Platzes um dem Cafe Ciao Ciao und auf der anderen Straßenseite sofort wieder hoch. Hier wirds somit sofort anstrengend, es sei denn man startet zunächst gehend. Die Strecke in Richtung Dünen ist eine ganz andere als nach San Agustin. Hier hat man sofort einen Blick über dieses Naturschauspiel der Dünen. Nachdem man oben nach den Treppen gestartet ist, bleibt es nahezu flach. Rund 3 km Lauf ist dieser Pendelkurs, wärs mag hat zum Schluss natürlich wieder die besagten Treppen und hat eine 6 km-Runde. Wer mehr möchte, baut einfach die San Agustin-Runde mit ein.

Eine weitere Runde ist der Lauf am Meer entlang in Richtung Faro oder sogar noch weiter in Richtung Meloneras. Aber hier muss man darauf achten, das Ebbe ist oder zumindest Ebbe beginnt. Dann läuft man meist auf harten Sand am Wasser, auch wenn zwischendurch auch mal Abschnitte mit Steine auftauchen. Von diesem Lauf könnt ihr auch unten in der Bildergalerie einiges sehen. Die Strecke bis Faro ist 5,5 km lang, nach Meloneras 7 km. Also könnt ihr selbst gestalten, sollen es nur 11 oder sofort 14 km werden. Ist keine Ebbe, kann es richtig hart werden. Durch den tiefen Sand ist es sehr anstrengend und gerade bei Flut zudem sehr windig. Bei einem mehrwöchigen Urlaub sollte man daher sofort entscheiden, wann man dies macht - weil vielleicht irgendwann die Gelegenheit zu einem traumhaft schönen Lauf nicht mehr unbedingt gegeben ist. Für uns war dies in der 3. Urlaubswoche, wo wir zur letzt wieder auf die San Agustin-Runde ausgewichen.

 

Nach den letztjährigen Rennsteig-Marathon war es nicht mehr beabsichtigt in nächster Zeit einen Marathon zu laufen. Auf jeden Fall keinen auf eine persönliche Zeit mit einem gezielten strapazierten Training. Nunmehr wurde ich nach einem Jahr im Urlaub per Mail überrascht, dass ich als Pacemaker für den Münster-Marathon eingeteilt bin. Vor 2 Jahren war ich dort regestriert worden, aber nicht mehr daran gedacht. "Man soll nie nie sagen", dass Motto hatten wir sehr oft bei vielen Gegebenheiten im Urlaub. Nunja - irgendwie reizt einen auch die Aufgabe vielen Läufer zu einer 3:59:xx zu bringen. Auch wenn ich aus so einen Marathon-Training sehr lange raus bin. Ich glaube schon daran, dies gut zu machen. Klar ist auch: Dafür muss ich in nächster Zeit zumindest ein wenig mehr trainieren und vor allen Dingen, diese Pace so gleichmäßig wie möglich hinzubekommen. Das Training beginnt......in den nächsten Wochen werde ich hier im Blog mal ein wenig darüber berichten.

Sa

26

Mai

2018

"Schwarzes Wasser" - Waldsee - Schloss Diersfordt - Großes Venn

Bei knapp 27 Grad einen schnellen 5er oder 10er Wettkampf laufen hatten wir nicht unbedingt Lust zu. So entschlossen wir uns Samstags in Richtung Hamminkeln zu fahren um dort einige gemütliche Kilometer zu laufen.

 

Beginnend „Am Schwarzen Wasser“ ging es direkt durch ein großes Waldgebiet. Der Weiher wurde benannt nach seiner braunschwarzen Färbung, entstanden vermutlich in der Nacheiszeit durch eine abflußlose Aufblasungswanne, welches sich mit nährstoffarmen Wasser füllte.  Die Strecke ist sehr schön zu laufen, immer wieder führen gut befestigte Wege zu allen Seiten, teilweise auch einige Single Trails. Der Untergrund ist Waldboden, oftmals auch mit Sand. Ideales Training für einfache Trailläufe. Zudem sind es kleine Erhebungen, wodurch die Strecke nicht als ganz flach zu bezeichnen ist. Es macht Spaß hier zu laufen. Da wir einen anderen Zugang zu diesem Waldgebiet nehmen, als ursprünglich geplant, lassen wir den Weiher links liegen und laufen über den Heuweg in Richtung Diersfordt. Hier möchten wir gerne den Waldsee sehen mit den nahegelegenden Schloss Diersfordt. Die Strecke ist für Radfahrer gut ausgeschildert, auch wenn manchmal das eine oder andere Schild fehlt, wo man es benötigte bzw. vermutlich verdreht ist.

 

 

Wir stoßen auf einen Abzweigschild „Grabdenkmal“ was uns natürlich neugierig macht. Nach ca. 200 m sehen wir dort zwei Denkmäler von den Erbauern der Schlosslandschaft von Schloss Diersfordt, den Freiherren von Wylich. Eine Infotafel beschreibt die Geschichte hierzu. Für einen Läufer ist natürlich neben dem rechten Denkmal, linksliegend die kleine Rampe interessant, die steil bergab geht. Ich probiere diese sofort aus, einmal runter und hoch. Nun möchten wir auch das Schloss sehen und laufen weiter in Richtung Schloss Diersfordt, ein Radwegschild taucht auf, welches zur Personenfähre am Rhein führt (ca. 5,5 km entfernt), sicherlich auch interessant. Wir wählen Schloss Diersfordt. Ein Stückchen an der Straße entlang verpassen wir den Zugang zum Waldsee, weil es eher aussieht als ob man auf einen privaten Bauergehöft kommt. Aber ersehen sofort einen Wanderweg, der uns zu unseren Ziel führt. Nun läuft man an diesen sehr großen Baggersee direkt entlang. Dieser See wird durch Kiesabbau stetig vergrößert. Ein altes Kiesabbauboot am Ufer ist sehenswert. Der Diersfordter Waldsee wurde in den letzten 30 Jahre immer mehr rekultiviert. So wurde im Jahre 1987 eine große Insel für Vögel und Biber angelegt. Am Südufer ist ein Steg angelegt für Segel- und Paddelboote. Wir wundern uns erst, das so große Boote auf so einen See stehen, aber nachdem wir nach und nach die Größe des Sees erblicken, sind wir echt überrascht. Selbst ein Besucherboot  können Touristen das künstlich angelegte Biotop besichtigen.

 

 

Wir laufen nun zum Schloss, welches nur ein paar hundert Meter entfernt ist. Das Wasserschloss , welches auf eine mittelalterliche Burg zurückgeht, hat eine fast 700jährige Geschichte. Die Anlage ist zugänglich, linksliegend sind jedoch die Privatgebäude der Besitzer. Rund um den Schloss kann man den früheren Burggraben erahnen. Am Eingang  des Eiskellers befindet sich ein Museum. Im Hofbereich links das Hauptgebäude, welches als Hotel und für Veranstaltungen des Besitzers genutzt wird. Gerade vor Kopf die Schlosskirche. Im Jahr 1928 wurde die Schlossanlage nach einem Brand nahezu komplett zerstört. 1929 wurde es, auf Grund der hohen Kosten, ein wenig kleiner neu aufgebaut. Auch im 2. Weltkrieg wurde das Schloss insbesondere die Schlosskirche stark beschädigt. Es geht weiter. Unser nächstes Ziel ist das Naturschutzgebiet „Großes Venn“ welches sich im Diersfordter Wald in Richtung Hamminkeln befindet. Nach ein paar hundert Meter an der Straße entlang erblicken wir eine Infotafel, welches uns 2 Zugänge zu diesem großen Waldgebiet zeigt. Wir laufen zunächst an der Straße entlang um dann linksabbiegend über einen Waldweg entlang eines Zaunes sozusagen umlaufen. Der Untergrund ist weich, teilweise mit Wurzeln überseht und gut zu laufen. Ein weiteres Mal links ab, befindet sich der Nord-Zugang: Eine Wildschleuse ermöglicht Wanderern oder uns Läufern J den Zugang. Von den Schlossherren von Diersfordt wurde dieses 1.800 Hektar großes Wildgatter um 1850 zur Jagd errichtet. Heute ist dieses Gehege noch 350 Hektar gross. Das gesamte Gebiet besteht aus eiszeitlichen Sanddünen, die zu weiten Teilen mit alten, knorrigen Eichen, Rotbuchen und Waldkiefern bewachsen sind. Zudem sind hier kleine Moor- und Heideflächen besiedelt. Die Strecke ist ein Traum. Der „Große Veen“ bezeichnet den moorigen bis sumpfigen Lebensraum. Rothirsch, Damhirsch, Mufflons kann man hier mit Glück sehen. Wir haben Glück, nur 50 m entfernt erblicken wir eine große Wildschwein-Familie mit Jungtieren. Still und leise lassen wir sie vorbeiziehen und sind vorsichtig. Nun laufen wir über den Moorerlebnisweg, der teilweise über Holzbohlen geht. Immer wieder staunen wir über die Schönheit dieses Gebietes, welches ja nicht so weit entfernt von uns liegt. Die seltene Libellenart Große Moosjungfer, der Moorfrosch und seltene Pflanzenarten wie das rote Torfmoos, Sonnentau, Wollgras oder Rosmarinheide sind nur einige von vielen Arten, die das Große Veen zu einem besonderen Kleinod machen.

 

Es geht weiter über den Hirschkäferrundweg, benannt danach, das hier der sonst seltene Hirschkäfer in großer Population beheimatet ist.

 

 

Langsam wird’s anstrengend, der Untergrund ist zwar sehr schön zu laufen, aber schließlich haben wir fast 18 km bei warmen Temperaturen belaufen. Wir verlassen das Wildgatter und laufen den Weg zurück in Richtung Hauptstraße. Hier sehen eine Baustelle wo ein schrankenloser Übergang über eine Bahnschiene gebaut wird. Also nicht allzu fern dort wo unser Auto steht. Irgendwie müssen wir auf die andere Seite kommen und nach einem kurzen Überqueren dieser Baustelle über einen Sandweg erlangen wir auf den Wirtschaftsweg in Richtung „Am schwarzen Wasser“. 22 Kilometer sind es geworden und die Strecke ist wirklich ein Traum und erlebnisreich für Naturfreunde.

 

Die Strecke lässt sich beliebig noch ausbauen mit Abstecher zum Bislicher Wald, gegenüberliegend vom „Großen Venn“ oder in der anderen Richtung zum Auesee bzw. zum Rhein. Ein wahres Läuferparadies.

 

Fr

18

Mai

2018

Entlang der Bocholter Aa "3. Etappe von Lowick nach Dinxperlo (NL) und zurück"

Unsere nächste Etappe begann an für uns ungewöhnlichen Tag für einen längeren Lauf, am Freitagnachmittag. Bei sonnigen Wetter ging es weiter an der Aa entlang von Lowick rüber über die holländische Grenze nach Dinxperlo. Nach einem Kilometer über Asphalt, ging es danach über feinen Schotter über eine traumhafte Strecke. Kleine Stauseen, Vogelgezwitscher von allen Seiten, Schafe - Kühe - Pferde, die am Deich der Aa grasten - einfach Natur pur !

 

Doch zuvor mussten wir schon nach ca. 2 km einen kleinen Umweg laufen. Da auf der Höhe der Liederner Ringstraße eine neue Brücke über die Aa gebaut wird, mussten wir der Umleitung folgen. Aber dieser kurzer Umweg von vielleicht 1 Kilometer sorgte der Stimmung keinen Abbruch. Direkt nach der Baustelle ging es weiter an der Aa mit etlichen wunderschönen Eindrücken.

 

Nach ca. 9 Kilometern näherten wir uns einem Radfahrschild, wo auf ein rechtes Abbiegen Richtung Dinxperlo hingewiesen wurde. Da wir dort die kleinste Kirche Hollands sehen wollten, verließen wir uns auf dieses Schild. Auf Google-Map hatte ich ein Tag zuvor noch gesehen, dass man entlang der Aa fast drauf zuläuft. Ein Fehler dem Schild zu folgen, denn so machten wir erneut einen kleinen Umweg. Nicht tragisch - aber so war unser weiterer Lauf nach Anholt mehr als gefährdet. Wir wollten heute nicht weit über 30 Kilometer laufen. Also folgten den Schild und kamen ins deutsche Dörfchen Suderwick an. Wirklich "Dörfchen"! Ein paar Häuser, ein paar Straßen - mehr nicht. Aber das besondere: Dinxperlo und Suderwick wirken wie ein Ort. Überquert man eine Straße im Ort, ist man direkt auf holländischer Seite.

 

Ein paar hundert Meter gegangen und geguckt wo die Kirche nun ist, die wie wir zuvor lasen, in einem Gewerbegebiet war. Gesagt - getan ! Irgendwie kamen wir nicht weiter. Also fragten wir einen Holländer danach. Der wusste es selber nicht ganz genau und konnte uns zumindest die Richtung nennen. Nach weiteren 500 m fragten wir einen holländischen Angler an einem Teich ein weiteres Mal. Auch er schaute uns eher verduzt an, konnte uns aber zumindest den Weg beschreiben. Diese Kirche musste wirklich sehr klein sein !! :-)

Und da war sie !! Und sie war wirklich sehr klein ! Leider abgeschlossen und durch dem Fenster blickend sah man nur einen Stuhl und einige Gemälde einer Ausstellung. Das Innenleben dieser Kirche war nicht viel größer als der eines Aufzugs.

Eine interessante Geschichte verbirgt sich hinter dieser Kirche. Der Notar de Riestap hatte das Grundstück und eine hohe Geldsumme von seinem verstorbenen Onkel geerbt. Mit der Auflage dort eine Kirche zu errichten. Nun ja - um nicht viel von der Geldsumme auszugeben, baute er halt eine Kirche mit nur 6,40 m Länge und 4,50 m Breite. Die kleinste Kirche der Niederlande.

Da die Zeit nun langsam drängte und ein weiteres Laufen nach Dinxperlo Zentrum noch mehr Kilometer auf den Tacho brachte, entschlossen wir uns sofort wieder in Richtung Aa zu laufen. Und das klappte auch zunächst hervorragend. Bereits nach ein paar hundert Metern waren wir wieder über die Grenze an der Aa. Hatten sozusagen, noch nichtmals viel an Umweg eingebüst. Dort verließen wir uns auf ein Radweg-Schild mit dem Hinweis "Anholt 5,1 km"! Eine kurze gemeinsame Überlegung und gleichzeitigen sagen: Ja machen wir !

Doch schon nach fast einen Kilometer war dieses Vorhaben beendet. Denn hier erschien ein Schild mit "Anholt 6 km". Das hieße erneut zurücklaufen, von da irgendwie nach Anholt und das ganze Stück wieder zurück zur Aa.

Wir wäre auf mindestens 34 km gekommen. Also entschlossen wir uns mit den heutigen Eindrücken zurück in Richtung Bocholt zu laufen.

Dies war auch eine gute Entscheidung, denn die Anstrenung der letzten Wochen merkte man uns an. Nach 23 km waren wir am Auto angekommen und das war auch gut so. Denn wir waren beide ganz schön k.o. !

So fuhren wir dann von "Bocholt - der Stadt ohne Erdnussflips" direkt nach Hause und schwärmten auf dem Rückweg immer wieder über diese schöne Laufstrecke.

Sa

14

Apr

2018

Entlang der Bocholter Aa "2. Etappe - Bocholt - Lowick - Bocholt - Aasee - Rhede - Rhedebrügge - Hoxfeld

Endlich sind wir dazu gekommen unsere 2. Etappe "Entlang der Bocholter Aa" zu starten. Wettkämpfe, Training oder viel Privates sorgten dafür, dass es erstmal im Hintergrund stand. Da wir spontan entschieden, den 10 Km-Lauf in Lintorf am Sonntag nicht zu starten, hieß es eher noch einmal "Kilometerfressen". Die Route war abgesteckt und wir entschieden uns mit den Bus R 51 nach Bocholt zu fahren, ein Stück Pendelkurs zu laufen und dann zurück. Am Ziel der 1. Etappe am Pröbstingsee parkten wir unseren Wagen und gingen zur Haltestelle. Nachdem wir den Busfahrer den Tag versauten, in dem wir fragten: Ist ein Tagesticket preiswerter als ein Einzelticket, mussten wir bis Bocholt mit ansehen, dass er sein Ticket-Drucker völlig aufgehangen hatte. Tickets über Tickets, so viele wollten wir gar nicht. Er musste zwischendurch sogar die Rolle auswechseln. Gut das von den Einstiegenden am frühen Morgen keiner ein Ticket mehr brauchte. Da wäre nichts mehr möglich gewesen! Am Bocholter Bahnhof ausgestiegen hieß es erstmal "Ohh die Kirche da sieht gut aus - da wollen wir hin", bevor es entlang der Arkanden an der Aa durch Zentrum ging. Ein paar Sehenswürdigkeiten erhascht, aber nichts spektakuläres. Eben eine große Stadt !

Schöner wurde es dann raus in Richtung Lowick und Boytinkhook. Hier war man sofort in einer anderen Welt, ein traumhaft schöne Gegen und man lief direkt an der hier sehr breiten Aa. Je weiter man rauslief umso neugierer wurde man. Doch wir mussten ja schließlich auch zurück und würden sonst zu viel Kilometer laufen. Also Kehrwende und schon festgelegt, wo wir die 3. Etappe starten werden. Nachdem wir wieder durch Bocholt entlang der Promenade liefen, fing es an, dass wir ein paar ungeplante Umwege liefen. Zunächst hielten wir uns nicht an dem Schild an Aa wo es zur alten Textilfabrik ging - "Durchgang wegen Baustelle gesperrt". Nein, die beiden Schlauen meinten, wir laufen einfach mal und gucken, entweder kommen wir durch oder klettern irgendwie rüber. Am Ende angekommen traf beides nicht ein - da war nix mit klettern! Also Kehrtwende ! Ein großer Umweg und so weit weg von der Aa, das wir eine Anwohnerin fragen mussten, wie und wo wir wieder dort hinkommen. Das klappte gut und schnell waren wir auch am Aasee angekommen. Nächste Frage: Umlaufen wir ihn einmal oder laufen wir direkt weiter an der Aa Richtung Rhede. Wer die beiden kennt, weiß - das sie das erste wählten. Einmal umrunden hieß dann auch plus 3 Kilometer. Aber egal, schließlich ist dieser See eine Umrundung wert. Wir waren nun bei Kilometer 14 angekommen und machten erstmal Picknick!

 

Mettwürstchen, Brote, Riegel und Süßigkeiten - schließlich musste der Rucksack für den weiteren Weg leerer gemacht werden. Da wir zuvor schon ein Schild in Rhede gesehen hatten, ging es nach der Pause erstmal dort hin. Wir liefen ein Abschnitt wo wir uns von der Aa entfernten, fragten eine Hundehalterin ob man hier wieder dort hin kommt. Ihr war es eher unbekannt, also wieder zurück. Am Ursprungsweg angekommen waren wir erstaunt, dass wir eigentlich wohl doch auf den richtigen Weg waren und der andere nach Hamminkeln führte. Also einen älteren Herrn gefragt, der uns nicht genau sagen konnte, ob dort an der Aa ein weg entlang ging. Wir probierten es einfach aus, liefen zwar direkt an der Aa aber nachdem wir eine Brücke überquerten hieß es wahrhaftig Richtung Hamminkeln. Also erneut zurück! Kurz vor dem Weg wo wir die Hundehalterin trafen, entschieden wir uns letztlich eine Straße entlang zu laufen. Zunächst dachte man es wäre eine Hauptstraße, entpuppte sich aber als einen schönen Wirtschaftsweg nach Rhede. Richtigen Weg wieder gefunden! Nach zirka 2 Kilometern waren wir dann wieder an der Aa und der schöne Streckenabschnitt entschädigte für das uselige Hin- und Herlaufen von zuletzt. Wir liefen durch die Hohenhorster Berge und den Winkelhausener Berge in Richtung Rhede. Tolle Strecke mit dem Highlight dem Wasserkraft und den Fischtreppen. Kilometer 24 war mittlerweile hinter uns, eigentlich sollten es nicht mehr werden. Aber irgendwie mussten wir ja zurück!

Die Sonne kam mittlerweile raus und unsere Getränke wurden immer weniger bis wir irgendwann in Rhedebrügge rauskamen. Die Bocholter Aa entfernte sich nun hinter der Halde Hoxfeld in Richtung oberhalb des Pröbstingssee, wir liefen bis Kilometer 31 an der Straße entlang. Das reichte für heute - es musste nicht mehr werden.

Ein toller Lauf, auch wenn es einige Umwege gab. Wir freuen uns auf die nächste Etappe mit Start in Lowick, denn nun wird es richtig schön.

 

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