So

13

Aug

2017

Entlang der Bocholter AA "1. Etappe von Velen nach Hoxfeld"

Unser Laufprojekt „Entlang der Bocholter Aa“ ist nun gestartet. Die 1. Etappe sollte von Velen nach Hoxfeld gehen. Nachdem wir unser Fahrzeug in Hoxfeld unserem heutigen Etappenziel geparkt hatten, fuhr uns der Fietsenbus nach Velen. Die Busfahrerin hatte sich scheinbar so etwas schon gedacht und fragte uns: Laufen Sie das alles jetzt wieder zurück ? Ein paar Worte gewechselt und schon waren wir im Ort wo der Schwarze Bach und Vennbach zur Bocholter Aa fließen. Traumhaft schönes Läuferwetter mit wolkenlosen blauen Himmel. Aber das sollte sich im laufe dieser Etappe nach und nach ändern. Im Vordergrund steht bei unserem Laufprojekt nicht nur das Laufen, sondern vielmehr auch vieles von der Umgebung zu erkunden. So ist die Bocholter Aa zwar rund 56 km lang, aber dadurch, dass wir einige Sehnenswürdigkeiten ansteuern, wird unsere Tour sicherlich über 80 km lang sein. Klar könnte man diese Tour auch auf weniger Etappen bringen, aber das Gemütliche soll im Vordergrund stehen. Das heißt vielleicht auch mal an den einen oder anderen Zwischenstopp länger verweilen. Aus dem Grund hatten wir auch gewählt nicht den Wagen in Velen zu stellen, um nicht wegen eines Rücktransfers mit dem Bus in Zeitdruck zu geraten.
 

In einer Bäckerei versorgten wir uns noch mit Rosinenbrötchen und dann gings los. Start war für uns am Sportschloss Velen. Dieses Schloss ist nachweislich aus 1221, wo es noch im Besitz der Freiherren von Velen war. Nachdem es 1931 komplett ausgebrannt war, wurde es von 1933 bis 1934 nach alten Plänen neu errichtet.  Im Schlossparkt sind Orangerie, Forsthaus, Fasanerie und Tiergarten erhalten. Seit Ende der 80ziger Jahr ist das Schloss ein Tagungs- und Veranstaltungshotel.
 

Scheinbar starten viele von hier eine Radtour entlang der Aa, denn immer wieder trafen wir einige unterwegs bei Zwischenstopps die die gleiche Route wählten. Wir liefen entlang des Tiergartens in Richtung Ramsdorf. Nach dem gestrigen 10 km-Wettkampf fiel es uns am Anfang richtig schwer ins Laufen zu kommen. Landschaftlich schon jetzt einfach wunderschön. Weitblickend über die Felder zu sehen und die schöne Natur einfach in sich aufzusaugen. Nach ca. 7 km erreichten wir den kleinen Ort Ramsdorf. 

Ramsdorf hat sofort einige Sehenswürdigkeiten. Neben der Burg Ramsdorf, welche 1425 errichtet wurde, empfiehlt sich hier ein kleiner Spaziergang durch den historischen Ortskern. Hier treffen das Moderne und das Alte aufeinander. Man fühlt sich wie in einem kleinen Urlaubsort. Nur ein paar hundert Meter entfernt befindet sich die St. Walburga Kirche, welche im Jahr 1410 errichtet wurde. Der Taufstein aus dem 12. Jahrhundert oder ein lebensgroßer heiliger Christophorus aus Eichenholz von 1520 sowie andere Ausstattungen wären sicherlich im Inneren sehenswert gewesen, aber bestimmt nicht in unseren Laufklamotten. Nun ging es weiter und nun stießen wir auch auf die Bocholter Aa mit einigen schönen Wegen über kleine Brücken. 

Unser nächstes Ziel war Burg Gemen. Der Himmel hatte sich langsam zugezogen und wir ahnten schon Schlimmes als wir die schwarzen Wolkenfelder erblickten. Laut Beschreibung der Radroute hieß es das wir entlang der „Borkener Berge“ laufen sollten. Aber dies war scheinbar sehr übertrieben, denn diese waren nicht unmittelbar auf unseren Weg sondern noch in einigen Kilometern Entfernung. Bei km 12 erreichten wir Burg Gemen. Eher würde man sagen es ist ein Schloss, welches vor über 900 Jahren aus einer Wasserburg entstanden ist. Für jeden Touri im Münsterland auf jeden ein Muss. Wir waren mittlerweile schon 3 Mal dort und finden es immer wieder schön. Mittlerweile haben wir auch ein paar Regentropfen abbekommen, aber das ist wirklich nicht erwähnenswert. Über die Geschichte dieser Burg Gemen möchte ich Euch nicht langweilen, das können gerne Interessierte über Wikipedia lesen. Nur so viel sei noch zu erwähnen, dass die Burg zur 100-Schlösser-Route gehört und im Jahr 1979 sogar auf einer 25 Pfennig-Marke der Deutschen Post abgebildet wurde. Anfang September findet hier auch ein kleiner Volkslauf statt, der Burglauf Gemen. Seit 1946 wird das Schloss als Jugendbildungsstätte genutzt. Im vorderen Schlosspark machten wir eine kleine Pause umgeben von einer ganzen Schar Enten, die uns neidisch auf unsere Rosinenbrötchen blicken. 

Es ging weiter und wir liefen nunmehr fast unentwegt an der Aa entlang. Einfach wunderschön ! Borken, oder besser gesagt – wir streifen nur Borken. Für jeden kulturell interessierten hat die Borkener Innenstadt einiges zu bieten: Neben einigen Bauwerken wie zum Beispiel der Kuhmturm, einem Rest aus der Stadtbefestigung oder die Prosteikirche St. Remigius. Gegenüber dort ist übrings ein tolles griechisches Restaurant J 

Auf unserer 1. Etappe – treffen wir immer wieder auf eine dreiköpfige Fahrradgruppe aus Bocholt, die viele „Bierchen-Pausen“ auf der Strecke macht und letztlich sogar später in Hoxfeld ist, wie wir. Nun liefen wir auf Splitt und Waldboden entlang der Aa in Richtung Pröbstingsee. Die letzten Kilometer stehen an, aber durch die ganzen Zwischenstopps mit Gucken da und gucken da, sind wir auch ganz schön kaputt nach 23 Kilometern als wir Haus Pröbsting erreichten. Hier ist aus dem ursprünglichen Rittergut Haus Pröbsting, wo sich nun eine Klinik drin befindet, in den 1970er Jahren ein Naherholungsgebiet entstanden. Neben einem Badesee mit Strand, Klettergarten, Tretbootfahren findet hier auch immer eine Drachenboot-Regatta statt. Die Bocholter Aa fließt nicht durch den See, ist aber mit ihm verbunden. 

Wir erreichten unser Auto, zogen uns ein paar frische Sachen an und setzten uns nun draußen im Seecafe zu einem leckeren Stück Apfelkuchen und einem Kaffee. Die Sonne war nun wieder herausgekommen und das war nun der verdiente Lohn für unsere ersten 23 Kilometer auf unsere Tour. 

So

23

Jul

2017

Heiden - Düwelsteene - Waterberg - Waldvelen - Ostricker Berg

Heute ging es nicht weit entfernt außerhalb von Heiden in den Wald in Richtung Düwelsteene (auf plattdeutsch). Zunächst auf Waldboden mit viel Matsch und Pfützen. Nach ca. 3 km erreichten wir diese "Teufelssteine". Eine Megalithanlage ca. 3.500 bis 2.800 vor Christi. Während der jüngeren Steinzeit vor rund 5000 Jahren wurden die bis zu sieben Tonnen schweren und vom Eis geschliffenen Findlinge zu einem Ganggrab von 11,5 m Länge und etwa 1,7 m Breite zusammengestellt. Die Findlinge wurden zur „Baustelle“ geschafft. Dort hat man sie unter Einsatz von Hebeln und Muskelkraft aufgerichtet. Für das Dach der Megalithanlage suchten sich die Baumeister einseitig flache Steine aus. Auf diese Weise entstand eine geschlossene Kammer mit einer Innenhöhle von rund 1,5 m, deren Boden mit Steinplatten gepflastert war. 1932 führten die Heimatvereine Ramsdorf und Borken Ausgrabungen durch und setzten die prähistorische Stätte wieder in Stand. Dabei wurden menschliche Überreste und Keramikscherben gefunden. Über die Teufelssteine gibt es viele Legenden.

Der Legende zufolge erhielten die Teufelssteine ihren Namen nach einer Begegnung des Teufels mit einem ansässigen Schusterjungen in Heiden. Der Teufel, welcher auf dem Weg nach Aachen war, um den dortigen Dom zu zerstören, trug auf dem Rücken einen großen Sack mit den heute hier liegenden Steinen. Sein Gegenüber führte zwölf Paar zerschlissene Schuhe mit sich. Diesen habe er gefragt, wie weit es denn noch bis Aachen sei. Der Schusterjunge sah die Steine, erkannte den Teufel an seinem Pferdefuß und ahnte böse Absichten. Deshalb habe er dem Teufel die Schuhe gezeigt und erklärt, dass er selbst gerade aus Aachen komme und auf dem Weg nach Heiden all die Schuhe zerschlissen habe, weil es soweit entfernt sei. Der Teufel wäre aber daraufhin so entmutigt gewesen, dass dieser die Steine auf den Boden geworfen und von dannen gezogen sei.

Nicht nur Kindern sagt man gerne, dass sie die Steine zählen sollen. Wenn man sie ein zweites Mal zählt, kommt gewiss ein anderes Ergebnis heraus. Man sagt, dass der Teufel in der Zwischenzeit einen Stein entfernt oder wieder dazugelegt habe.

Ebenso wird behauptet, dass niemand die Steine ohne Schaden von ihrer Stelle holen und zerstören könne. Einst holte sich ein Bauer einen flachen Deckstein und verwendete ihn als Platte für seinen neuen Backofen. In der Geisterstunde der folgenden Nacht entstand im ganzen Haus ein Poltern und Lärmen, die Kühe hatten sich im Stalle losgerissen, die Schweine rannten wie toll im Stall umher und die Hühner flatterten entsetzt von ihren Stangen. Bei näherem Hinsehen fand man den neuen Backofen eingestürzt. Aber am folgenden Tage lag der flache Stein wieder an seiner ursprünglichen Stelle in Gesellschaft der anderen Teufelssteine.

Das Großsteingrab dieser Anlage findet sich auch im Wappen der Gemeinde Heiden.

Zunächst apshaltiert geht es nach ein paar hundert Meter weiter gerade aus über einen Reiterweg. Der Boden ist nicht gerade einfach zu laufen, aber ideal als Trainingseinheit für den Teutolauf. Es immer leicht ansteigend bis wir zum Waterberg kommen. Viele Trailwege, nun geht es jedoch aus dem Wald hinaus in Richtung Waldvelen über die Brücke der B 67. Mittlerweile hat sich der Himmel zugezogen und wir erwischen einen Schauer nach den anderen. Nach ca. 1,5 km biegen wir links ab zum artesischen Brunnen an der Grenze von Heiden und Velen.

 

Ein artesischer Brunnen ist ein Brunnen in einer Senke unterhalb des Grundwasserspiegels, in dem Wasser unter Überdruck steht. Dieses hydraulische Potenzial ist so hoch, dass das Wasser von selbst, das heißt ohne Pumpen, bis zur Erdoberfläche oder höher aufsteigt. Hier ist gleichzeitig eine Kneipp-Anlage, wo Angelika es sich nicht zweimal sagen lässt, die Laufschuhe auszieht und durchs Wasser wandert. Die Qualität des Wassers ist ausgezeichnet: von weit her holen sich viele Zierfischliebhaber das Wasser für ihr Aquarium. Nun machen wir uns auf den Rückweg durch den Wald über Waterberg, Uhlenweg und Lehmkuhle. Zwischendurch bauen wir ein paar Single-Trails durchs Gelände ein, auf und ab. Der Spaß hat jetzt richtig begonnen. Weiter gehts zum Ostricker Berg nun erst wieder auf Asphalt. Zwei knackige Anstiege und anschließend zurück zur Freilichtbühne und zum Waldkindergarten "Waldmäuse". Der Waldkindergarten ist für sein Freispiel bekannt. Hier spielen die Kinder mit den Materialien, die der Wald bietet: Stöcke, Äste, Baumwurzeln, umgefallene Baume, Rinden, Baumscheiben, Tannenzapfen, Kastanien, Steine, Lehm, Wasser, Erde u. v. m.. Aus diesen Materialien entstehen in der Phantasie der Kinder Burgen und Schlösser, Bote, Autos, Züge, Kaufläden, Küchen, Kinderzimmer oder sogar Meere. Diese Phantasiewelten regen zum intensiven Rollenspiel an, in dem alle vier zentralen Bildungsbereiche angesprochen werden. Nebenan ist die Freilichtbühne.
Die Freilichtbühne ist der Austragungsort für die plattdeutschen Theaterstücke der Laienspielschar der Kolpingsfamilie Heiden.

20 km, die wieder einmal wunderschön waren und eigentlich viel zu schnell vorbei gingen. Wir haben trotzdem Glück, denn nun hat sich das Wetter wirklich schlagartig geändert und ein Regenschauer nach den anderen bestimmt die Rückfahrt. In der kommenden Woche wollen wir die Strecke ähnlich laufen, aber noch den Bollengraben bis zum Waldsee Reken hinzufügen.

So

09

Jul

2017

Burlo-Vardingholter Venn/Entenschlatt - De Kulve / Winterswijker Woold

 

Unser Wochenend-Lauf führte uns diesmal in das Naherholungsgebiet Burlo-Vardingholter-Venn Entenschlatt, direkt an der holländischen Grenze zu Winterswijk.

 

Nach einem Waldweg ging direkt rechts ab über einen schmalen Single-Trail und anschließenden Lauf direkt am Grenzweg Deutschland/Holland. Die Grenzschranke mit Beschilderung wies uns darauf hin, dass wir uns im De Kulve-Gebiet von Winterswijk befanden. Zunächst wieder zurück auf deutschen Boden erliefen wir den Vardingholter Venn erneut mit einigen schönen Single-Trails.

Angenehm zu laufen, da der spendende Schatten der Bäume uns Schutz vor den sehr warmen Temperaturen gab. Nachteil, natürlich wie üblich zu dieser Jahreszeit – die angriffslustigen Bremsen, trotz Einsprühen mit Insektenspray. Zurück nun für längere Zeit auf holländischen Boden erneut über den Grenzweg zum Winterswijk Woold. Ständig wechselnder Untergrund – ob Schotter, Sand, Asphalt, Waldboden – war ideal als Vorbereitung für den Teutolauf im Herbst.

Der Winterswijker Woold ist nicht durchgängig ein Wald, immer wieder kommen frei Abschnitte, die einen schönen Ausblick über die Landschaft bieten. Hier lässt sich ein Lauf auf vielen weiteren Kilometern ausbauen, was wir mit Sicherheit in Zukunft auch machen werden, denn gerade holländische Seite ist sehr schön.

Wir stießen nun auf die „de Borkense Baanse“, eine alte stillgelegte Bahnverbindung, die 1880 eröffnet wurde, um das Ruhrgebiet mit Holland zu verbinden. Der Personenverkehr wurde hier bereits Anfang des 2. Weltkrieges aufgegeben, der letzte Güterzug fuhr 1979. Der holländische Teil wurde danach als Naturschutzgebiet ausgegeben. Kleine Seen umgeben diese Moorlandschaft. Wir liefen nun wieder auf deutschem Gebiet entlang des Bahngraben und Klostergraben in Richtung Burlo. Über den Voßkamps Diek näherten wir uns wieder unseren Startpunkt. 18 wunderschöne Kilometer, die einladen zu weiteren Läufen, vor allen im Gebiet "De Kulve"

 

Sa

03

Jun

2017

Vom Marienthal in den Dämmerwald

Dieses Mal ging es ins Marienthal in der Nähe von Hamminkeln. Wir starteten am 2. Wanderparkplatz an der Malberger Straße entlang des Weselerwaldes. Ziel war es den Wanderwegen entlang durch den Dämmerwald rund 14 km zu laufen.

 

Eine sehr schöne Strecke, breit ausgelegt, mit vielen unterschiedlichen Untergründen. Die Strecke ist nicht zu profiliert, auch wenn es zwischendurch immer einige Rampen zu bewältigen gibt. Leider sind wir scheinbar nicht an der vorgesehenen Wanderroute entlang gelaufen, liefen nachher zurück in Richtung Drevenack bevor wir an einen weiteren Streckenpunkt wieder in den Dämmerwald liefen. Kaum eine Menschenseele war hier zu sehen und so bogen wir nur einmal bei km 13 am Schultenweg falsch ab - statt rechts, nach links und entfernten uns vom Auto. Das Problem war nun, bei den warmen Temperaturen - unsere Getränke waren im Kofferraum. Irgendwann kamen wir an einen Punkt aus, der uns bekannt war. Aber sehr weit vom Wanderparkplatz. Irgendwann sind wir dann nach 16 Kilometern an der Malberger Straße zurückgegangen. Trotzdem war es eine wunderschöne Strecke, die wir mit Sicherheit öfter laufen werden.

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