Entlang der Bocholter AA "1. Etappe von Velen nach Hoxfeld"

Unser Laufprojekt „Entlang der Bocholter Aa“ ist nun gestartet. Die 1. Etappe sollte von Velen nach Hoxfeld gehen. Nachdem wir unser Fahrzeug in Hoxfeld unserem heutigen Etappenziel geparkt hatten, fuhr uns der Fietsenbus nach Velen. Die Busfahrerin hatte sich scheinbar so etwas schon gedacht und fragte uns: Laufen Sie das alles jetzt wieder zurück ? Ein paar Worte gewechselt und schon waren wir im Ort wo der Schwarze Bach und Vennbach zur Bocholter Aa fließen. Traumhaft schönes Läuferwetter mit wolkenlosen blauen Himmel. Aber das sollte sich im laufe dieser Etappe nach und nach ändern. Im Vordergrund steht bei unserem Laufprojekt nicht nur das Laufen, sondern vielmehr auch vieles von der Umgebung zu erkunden. So ist die Bocholter Aa zwar rund 56 km lang, aber dadurch, dass wir einige Sehnenswürdigkeiten ansteuern, wird unsere Tour sicherlich über 80 km lang sein. Klar könnte man diese Tour auch auf weniger Etappen bringen, aber das Gemütliche soll im Vordergrund stehen. Das heißt vielleicht auch mal an den einen oder anderen Zwischenstopp länger verweilen. Aus dem Grund hatten wir auch gewählt nicht den Wagen in Velen zu stellen, um nicht wegen eines Rücktransfers mit dem Bus in Zeitdruck zu geraten.
 

In einer Bäckerei versorgten wir uns noch mit Rosinenbrötchen und dann gings los. Start war für uns am Sportschloss Velen. Dieses Schloss ist nachweislich aus 1221, wo es noch im Besitz der Freiherren von Velen war. Nachdem es 1931 komplett ausgebrannt war, wurde es von 1933 bis 1934 nach alten Plänen neu errichtet.  Im Schlossparkt sind Orangerie, Forsthaus, Fasanerie und Tiergarten erhalten. Seit Ende der 80ziger Jahr ist das Schloss ein Tagungs- und Veranstaltungshotel.
 

Scheinbar starten viele von hier eine Radtour entlang der Aa, denn immer wieder trafen wir einige unterwegs bei Zwischenstopps die die gleiche Route wählten. Wir liefen entlang des Tiergartens in Richtung Ramsdorf. Nach dem gestrigen 10 km-Wettkampf fiel es uns am Anfang richtig schwer ins Laufen zu kommen. Landschaftlich schon jetzt einfach wunderschön. Weitblickend über die Felder zu sehen und die schöne Natur einfach in sich aufzusaugen. Nach ca. 7 km erreichten wir den kleinen Ort Ramsdorf. 

Ramsdorf hat sofort einige Sehenswürdigkeiten. Neben der Burg Ramsdorf, welche 1425 errichtet wurde, empfiehlt sich hier ein kleiner Spaziergang durch den historischen Ortskern. Hier treffen das Moderne und das Alte aufeinander. Man fühlt sich wie in einem kleinen Urlaubsort. Nur ein paar hundert Meter entfernt befindet sich die St. Walburga Kirche, welche im Jahr 1410 errichtet wurde. Der Taufstein aus dem 12. Jahrhundert oder ein lebensgroßer heiliger Christophorus aus Eichenholz von 1520 sowie andere Ausstattungen wären sicherlich im Inneren sehenswert gewesen, aber bestimmt nicht in unseren Laufklamotten. Nun ging es weiter und nun stießen wir auch auf die Bocholter Aa mit einigen schönen Wegen über kleine Brücken. 

Unser nächstes Ziel war Burg Gemen. Der Himmel hatte sich langsam zugezogen und wir ahnten schon Schlimmes als wir die schwarzen Wolkenfelder erblickten. Laut Beschreibung der Radroute hieß es das wir entlang der „Borkener Berge“ laufen sollten. Aber dies war scheinbar sehr übertrieben, denn diese waren nicht unmittelbar auf unseren Weg sondern noch in einigen Kilometern Entfernung. Bei km 12 erreichten wir Burg Gemen. Eher würde man sagen es ist ein Schloss, welches vor über 900 Jahren aus einer Wasserburg entstanden ist. Für jeden Touri im Münsterland auf jeden ein Muss. Wir waren mittlerweile schon 3 Mal dort und finden es immer wieder schön. Mittlerweile haben wir auch ein paar Regentropfen abbekommen, aber das ist wirklich nicht erwähnenswert. Über die Geschichte dieser Burg Gemen möchte ich Euch nicht langweilen, das können gerne Interessierte über Wikipedia lesen. Nur so viel sei noch zu erwähnen, dass die Burg zur 100-Schlösser-Route gehört und im Jahr 1979 sogar auf einer 25 Pfennig-Marke der Deutschen Post abgebildet wurde. Anfang September findet hier auch ein kleiner Volkslauf statt, der Burglauf Gemen. Seit 1946 wird das Schloss als Jugendbildungsstätte genutzt. Im vorderen Schlosspark machten wir eine kleine Pause umgeben von einer ganzen Schar Enten, die uns neidisch auf unsere Rosinenbrötchen blicken. 

Es ging weiter und wir liefen nunmehr fast unentwegt an der Aa entlang. Einfach wunderschön ! Borken, oder besser gesagt – wir streifen nur Borken. Für jeden kulturell interessierten hat die Borkener Innenstadt einiges zu bieten: Neben einigen Bauwerken wie zum Beispiel der Kuhmturm, einem Rest aus der Stadtbefestigung oder die Prosteikirche St. Remigius. Gegenüber dort ist übrings ein tolles griechisches Restaurant J 

Auf unserer 1. Etappe – treffen wir immer wieder auf eine dreiköpfige Fahrradgruppe aus Bocholt, die viele „Bierchen-Pausen“ auf der Strecke macht und letztlich sogar später in Hoxfeld ist, wie wir. Nun liefen wir auf Splitt und Waldboden entlang der Aa in Richtung Pröbstingsee. Die letzten Kilometer stehen an, aber durch die ganzen Zwischenstopps mit Gucken da und gucken da, sind wir auch ganz schön kaputt nach 23 Kilometern als wir Haus Pröbsting erreichten. Hier ist aus dem ursprünglichen Rittergut Haus Pröbsting, wo sich nun eine Klinik drin befindet, in den 1970er Jahren ein Naherholungsgebiet entstanden. Neben einem Badesee mit Strand, Klettergarten, Tretbootfahren findet hier auch immer eine Drachenboot-Regatta statt. Die Bocholter Aa fließt nicht durch den See, ist aber mit ihm verbunden. 

Wir erreichten unser Auto, zogen uns ein paar frische Sachen an und setzten uns nun draußen im Seecafe zu einem leckeren Stück Apfelkuchen und einem Kaffee. Die Sonne war nun wieder herausgekommen und das war nun der verdiente Lohn für unsere ersten 23 Kilometer auf unsere Tour. 

 

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