Erneut kaum geschlafen !

Das Zimmer im Erdgeschoss erwies sich als absoluter Flopp ! Nachdem man ab 3 Uhr das "Gegacker" an der Rezeption mitbekam, wurde danach in diversen Nebenräumen gearbeitet. Tür auf, Tür zu. Da Gepolter, hier Gepolter. Aus einem Nebenraum gluckerte ständig die Toilettenspülung. Für mich also genau das Richtige - derjenige, der jede Kleinigkeit nachts sofort wahr nimmt.  Positiv - meine Zahnschmerzen ließen nach, negativ - meine Schulter schmerzte heftig. 
In den USA ist es zudem völlig normal, dass das Wasser in der Toilette ständig stehen bleibt. Also wer einmal dort hinreist - nicht wundern. Hier ist nicht die Toiletten verstopft, dass ist normal.  Die paar Stunden, die ich schlief konnte ich nur auf einer Seite liegen. Entweder hatte ich mich irgendwo verrenkt oder falsch gelegen. Was zu diesem Marathon alles schon war, das  ist schon nicht mehr normal.


Ab 4:30 Uhr wurde dann das Frühstücksbüffet vorbereitet. Eigentlich hatten wir vor, nach dem Frühstückslauf einen Happen zu uns zu nehmen. Da wir nunmehr schon hellwach waren, standen wir schon um 6 Uhr auf der Matte. Man merkt, ein richtiges Frühstücken kennen die Amerikaner nicht. Alles muss schnell und superschnell gehen. Am besten auf der Hand und los ! Auf einem Schild im Frühstücksraum wurde daraufhingewiesen man solle nicht zu lange frühstücken, da andere Gäste ja ebenfalls sitzen möchten. Nicht also, dass der Raum zu klein war, nein - die Gäste sitzen einfach zu lang - so ist das also.

Im Frühstücksraum konnte man sich auch den ganzen Tag über mit Kaffee oder Tee versorgen. Das war wirklich ein toller Service! Auch geschmacklich war der Kaffee von Zuhause kaum zu unterscheiden.
Ein Blick auf das Frühstücksbüffet:
Viel süßes Zeug - von Zimtmuffins über Kuchenteilchen, Muffins, Baggels, süße Apfelteile bis hin zu Donuts. Aber.....alles einfach extrem süß. Wer es ein wenig deftiger mag, für dem waren Hamburger vorgebraten. Die Pfannkucheneier oder so ähnlich, konnte ich leider nicht genau definieren. Butter oder Margarine gibts nicht. Es gibt kleine Pöttchen mit Sahne, die  kann man sich auf seine Scheibe Weißbrot oder Brötchen (Vorsicht - die sind absolut dröge) streichen. Marmelade gab es Erdbeer und Pflaume. Welches jetzt die Erdbeer war oder die Pflaume, ließ sich leider nicht schmecken. Auch hier, wie scheinbar überall: Alles einfach sehr süß. Außerdem gab es einen Griesbrei oder so ähnlich. Jens, der diesem aß, konnte es jedenfalls auch nicht so ganz genau sagen. Bettina und Jens, die schon öfter in Amerika waren, hatten auf jeden Fall vorgesorgt: Neben Müsli hatten sie Vollkornbrot von zu Hause mitgebracht.
Man muss dabei aber auch erwähnen, dass es für New Yorker Verhältnisse unüblich ist, ein Hotel mit Frühstück zu buchen. Die meisten Hotels bieten dieses erst gar nicht an. Man kann hierzu in verschiedene Frühstück-Shops gehen. Nur hier wird genau das Gleiche angeboten wie in unserem Hotel. Wie gesagt, die Amerikaner mögen es sehr süß und alles muss sehr schnell gehen. In verschiedenen Restaurants sind sogar Schilder angebracht, dass man sich nur 20 Minuten am Tisch aufhalten solle.
Der dicke Zimtmuffins schmeckte jedenfalls ganz gut, aber vor einem Marathon esse ich üblicherweise was anderes.
Anderes Land - andere Sitten. Wir wurden jedenfalls trotzdem satt.

Pünktlich um 7:30 Uhr starteten wir mit dem Team von InterAir den Frühstückslauf, zunächst über den Broadway und Times Square in Richtung Central Park. Dort trafen wir dann auch Herbert Steffny und ein paar andere erfahrene New-York Läufer.
Herbert wies auf die profilierte Strecke hin und zog einigen kleinen Übermütigen den Zahn, in dem wir die letzten 2 1/2 Meilen der Marathonstrecke abliefen. Knackiger Anstieg zum Schluss und immer wieder hoch und runter. Gerade wenn man schon so viele profilierte Kilometer hinter sich hat, tuen diese letzten garantiert richtig weh. Herbert lief  vorweg und gab immer wieder einige Informationen zu der Strecke. Ein toller und interessanter Lauf, dem ich nur jedem empfehlen kann, der irgendwann mal mit InterAir reist. Da unsere Garmin hier in New York kaum Empfang hatte, schätzten wir einfach die Entfernung von den bereits aufgestellten Meilenschildern.
Die vielen Helfer waren schon an jeder Ecke zu gange und auch Laufgruppen aus anderen Ländern wie Schweiz, Mexiko oder Italien kamen uns entgegen. Jedenfalls sah man im Central Park an jeder Ecke Läufer. Am Ursprungsstart angekommen wurden noch einige Dehnübungen gemacht, wo ich schon teilweise passen musste, weil ich meinem Arm nicht mehr hoch bekam. Voltaren zeigte keine Wirkung - null - was soll jetzt nun dieser Mist, 2 Tage vor dem Start ?

Es ging zurück zum Hotel, für 9:30 Uhr hatten wir uns mit Jens verabredet, der ebenfalls zur Marathonmesse wollte. Geduscht, kleinen Beutel gepackt und los. Genau - kleinen Beutel oder Tragetasche, denn die Mitnahme eines Rucksackes auf der Messe ist untersagt. Auch hier wird im Eingangsbereich alles kontrolliert.  Na jedenfalls hatten wir unsere Meldebestätigung und den Hinweis von InterAir, dass wir darauf achten sollten das wir auch die Einladungskarte zur Pasta-Party erhalten.

So machten wir uns auf dem Weg durch die City in Richtung Messehalle. Da wir ja noch nicht genügend gelaufen sind, fiel uns ein, dass man für die Abholung der Startunterlagen seinen Reisepass benötigt. Ein Personalausweis ist nicht ausreichend. Toll, absolut klasse ! Einfach genial! Wir sind jetzt über 30 Minuten durch die Stadt und stehen vor dem Eingang ohne Ausweis. Also verabschiedeten wir uns von Jens und schmissen unsere ganze Planung über den Haufen. Um nicht doppelte Wege zu starten, entschieden wir spontan unsere Eintrittskarten für das Rockefeller Center einzulösen und nachmittags vor unserer Schifffahrt, nochmal auf die Messe zu gehen.
Stinksauer machten wir uns auf den Rückweg, holten die Karten fürs Rockefeller Center und marschierten dort hin. Haben ja genügend Zeit - dachten wir.  Zuvor noch einen kurzen Abstecher zu der St. Patrick-Kathedrale - ebenfalls empfehlenswert. Einfach imposant, so eine Riesenkirche umgeben von Wolkenkratzern.
Da man einmal schon wieder auf der Fifth-Avenue war ging es zudem in dem größten Disney-Shop außerhalb von Disney-Land. Hier ist wirklich alles zu haben von Stofftieren, Spieluhr bis hin zum Disney-Gemälden für einen Kaufpreis von 1.200 bis 1.700 Dollar.

Für das Rockefeller-Center hatten wir zwar Karten vorreserviert, doch wenn man diese einlöst, bekommt man ein gewisses Zeitfenster, in der man in diesem Gebäude bis zum 67. Stockwerk hochfahren darf. 11:55 Uhr waren wir da und Karten bekommen wir für um 12:40 Uhr. Super ! Was machen wir in der Zwischenzeit ? Ein Spaziergang über die Fifth Avenue und was zu trinken holen. Pünktlich waren wir wieder zurück, doch rein durften wir zunächst nicht. Um 12:50 Uhr ging es dann los! Wer sich dachte wir würden nun vor dem Fahrstuhl stehen, sah sich getäuscht. Jetzt hieß es erstmal Taschenkontrolle und weitere Sicherheitsvorgänge. Gleichzeitig musste man an einer Leindwand vorbei, weil man ja event. fotografiert werden möchte. Ich war jedenfalls mehr als bedient und war schon am Punkt so langsam ein paar dumme Sprüche abzulassen. Aber bei den Amerikanern weiß man ja nie.

Nun war ein weiterer Gang zu passieren, aufgeteilt in 3 Gänge. Jede Gruppe wurde ein Gang zu gewiesen. Jetzt gab es 3 verschiedene Filme zu gucken, von der Geschichte von Rockefeller, über das Theater im Rockefeller Center bis hin zu den NBC-Studios. Jeder Film 4 Minuten. Jede Gruppe musste sich alle Filme angucken. Ein Späterkommen brachte nichts, nach jedem Film durfte erst die Gruppe weiter, die alle 3 Filme gesehen hat.
Irgendwann dann standen wir vor der Schlange vor dem Fahrstuhl. Kam ein Fahrstuhl runter, durfte eine Gruppe hinein um hochzufahren. Also wartete man hier auch erstmal.
Die Fahrstuhlfahrt in Windeseile war dann erstmal cool und entschädigte für den Ärger zuvor. Oben angekommen hatte man einen Wahnsinns-Ausblick über die Skyline von New York. Von weitem konnte man auf der einen Seite die Freiheitsstatue erblicken, die Verazzono-Brücke von der wir Sonntag starten und auf der anderen Seite den Centralpark, Harlem und die Bronx. Einfach genial ! Der Ärger war vergessen, auch wenn wir uns für die Fahrt nach unten mit dem Fahrstuhl auch erstmal wieder anstellen mussten.

In der Stadt holten wir noch ein paar Ansichtskarten, leider gab es hierfür aber in dem Laden keine Briefmarken! Toll ! Astrein !!
Im Hotel fragte ich die Angestellte, die meinte, Briefmarken bekäme ich in der 32th Straße. Naja, wir waren in der 45th, also für ein paar Briefmarken eine Ewigkeit entfernt.
Mittlerweile war es 13:45 Uhr und da wir uns um 17:15 Uhr zur Schifffahrt am Pier 83 mit allen anderen Läufern treffen wollten, ging es nun ruckizucki zurück zur Messe. Diesmal aber wurden die Reisepässe eingepackt.

Bei der Passkontrolle wurde wir sogar von jemanden im Empfang genommen, der deutsch sprach und uns alle einzelnen Schritte erklärte: 1) Unterlagen für für den Friendship-Lauf abholen 2) Schalter zur jeweiligen Startnummer für den Marathon wählen und die Unterlagen mit dem Kleiderbeutel abholen 3) Zum Kontrollschalter für den D-Day-Ship, um diesen kontrollieren zu lassen 4) Abholung des Teilnehmer-Funktionsshirt. Alles perfekt organisiert. Nachdem wir diesem Bereich verlassen hatten, ging es auf die Messe zum Shoppen. Eine halbe Halle war der Bereich von Asics. Asics ist der offizielle Ausrüster des Marathons und so gab es etliche Shirts, Jacken, Taschen, Mützen, Cappys u.s.w. mit Aufdruck Ing New-Marathon 2009. Also alles richtige Angeber-Sachen *Grins*grins*. Da sind wir dabei! Angelika und ich trennten uns und jeder machte sich in seinem Bereich mit einem Einkaufskorb auf dem Weg um diesen voll mit Angeber-Sachen zu machen :-) Naja, nicht ganz ! Normale Dinge wurden auch noch eingeladen, wie preiswerte Laufsocken. Auch die Laufschuhe reizten mich noch, denn diese waren wesentlich preiswerter als in Gold old Germany. Man Korb quillte über und als ich Angelika traf, sah ihrer nicht anders aus. Alles einmal vorgeführt, und hochgerechnet ob wir nicht schon unseren Zollbetrag erreicht haben. Singlets, Laufshirts mit kurzem und langen Arm sind dort ebenfalls wesentlich preiswerter als bei uns.

Die Helferin an der Kasse gab mir schon eine zweite Tasche, weil meine normale so fett vollgestopft war, dass sie schon fast riss. Es blieb nicht mehr viel Zeit. Zum einen wollten wir noch ein paar Power-Gels für Sonntag holen, zum anderen wollten wir noch Jan, dem Race-Direktor vom Düsseldorf-Marathon treffen. Ich hatte natürlich mein Handy nicht ständig dabei und so konnte er mich vorher nicht erreichen. Aber nach dem vielen Ständen von außergewöhnlichen Marathons tauchte dann auch der Stand vom Düsseldorf-Marathon mit Jan und einem Freund auf. Nach einem Quätschchen ging es dann noch zum Powerbar-Stand. Wer sich Gels hier in Deutschland holt, der weiß, diese kosten hier zwischen 1,65 Euro bis sogar 1,85 Euro. Hier auf der Messe kostete ein Gel umgerechnet 0,65 Euro. Auch da sieht man den gewaltigen Preisunterschied.

Schade, es war mittlerweile schon 16:40 Uhr und wir mussten uns auf den Weg machen. Sicherlich waren noch einige interessante Stände auf der Messe, aber die Zeit drängte.
Mit den dicken Tragetaschen wollte ich nicht unbedingt aufs Schiff und so stopfte ich alles in die gekaufte Angeber-Sporttasche. Einfach besser und handlicher zu tragen.

Am Pier 83 angekommen warteten auch schon viele Läufer auf das Einchecken aufs Schiff. Gott sei Dank hatten das die Leute von InterAir in Griff, also diesmal keine Taschenkontrolle *grins*grins!
Unser Umhänger wurde eingescannt und schon konne man das Ausflugsschiff besteigen. Uli Sauer übergab allen eine coole Wintermütze mit dem Aufdruck des Marathons und ging machten wir es uns oben auf dem Schiff gemütlich. Da wir von InterAir darauf hingewiesen wurden, dass es ganz schön frisch werden könnte und windig, packten wir uns dick ein. Es aber halb so wild !

Als das Schiff pünktlich um 17:30 Uhr ablegte, auf dem Hudson River dämmerte es schon leicht. Imposant der Ausblick auf Manhattan, wo langsam in allen Bürotürmen die Lichter angingen. Die Fahrt ging zur Freiheitsstatue, wo jeder von Board ein paar Bilder schießen konnte.
Anschließend ging die Fahrt weiter zur Brooklyn-Bridge und Herbert Steffny und sein Team gab allen Läufern nochmals weitere Tipps für den Marathon. Die Betreuer von InterAir gaben noch Info-Schriften über den Ablauf des Marathons-Tages wie z.B. Abholung vom Hotel, Kleiderbeutel packen, Startaufstellung, Versorgungsstationen und Fotopunkte wo InterAir stehen wird sowie Infos zum morgigen Friendship-Lauf und zur Stadtrundfahrt.
Es wurde also nie langweilig !!

Der Kleiderbeutel war klein und durchsichtig, man durfte dort nur die notwendigsten Gegenstände verstauen. Alles aus Vorsicht ! Und beim Einchecken in den den Startblocks wird dieser nochmals kontrolliert. Soviel zu meiner Aussage: Die Amerikaner übertreiben es.
Herbert hatte noch zuvor im Internet nachgesehen und meinte, dass die Wettervorhersagen sehr unterschiedlich sind, von Trocken bis Regen und 15 Grad.
Wir hatten auf jeden Fall vorgesorgt, Isomatten für die 3 Stunden-Wartezeit, Pudelmütze u.s.w.!
Mittlerweile war es dunkel und nun erlebte man wirklich einen einmaligen Blick auf New York. Wer einmal in New York ist, muss diese Schifffahrt unbedingt mitmachen - es lohnt sich wirklich.

Um 19:30 Uhr legten wir dann wieder am Pier an und machten uns auf dem Rückweg. Ganz schön kaputt, lange und viel auf den Beinen gewesen. Unterwegs steuerten wir noch wir noch deinen Deli-Shop an und wollten Nudeln essen.
Am Büffet gab es eine Riesenauswahl von Gerichten, die man teilweise nicht definieren konnte. Schilder gabs keine! Lediglich ein Schild mit der Aufschrift 7,59 Dollar! Aber Nudeln konnten wir ja von den anderen Gerichten unterscheiden. Nur welche Soße das war, dass leider nicht. Ich packte mir natürlich die ganze Schale voll mit verschiedenen Nudelsorten und ging zur Kasse. 20 Dollar kostete allein mein Menü, die 7,59 Dollar besagte nur eine gewisse Grammzahl und da Roland ja immer viel Hunger hat und viel Essen muss - schluckte er erstmal bei der Rechnung. Angelika war da bescheiden.

Nicht nur das ich viel zu viel genommen hatte, die einen oder anderen Nudelsoßen waren nicht unbedingt mein Fall: Manche waren viel zu scharf, eine andere schmeckte nach Fisch und der Rest war kalt.
Also pantschte ich mehr oder weniger in meine 20 Dollar-Gericht und freute mich auf meine süße Frühstücksmarmelade in ein paar Stunden.
Mit diesen Deli-Shops kam ich, aber auch Angelika einfach nicht zu recht. Das war nicht unser Dingen.

Meine Schulter schmerzte immer mehr, ich bekam meinen linken Arm komm ein paar Zentimeter nach oben, Angelika musste mir beim Ausziehen des Shirts helfen. Auch Tabletten schlugen kein bißchen an.

Gegen 22:30 Uhr waren wir dann endlich in der Falle und k.o. !!
Zumindest bis 3:00 Uhr durften wir schlafen, dachte ich.......nächsten Tagesabschnitt.

 

 

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