Bertlicher Straßenläufe

 

70. Wettkampf

 

Laufzeit 1:59:40

 

Platz 106 von 149 Teilnehmer

 

 Platz 2 in AK

 

Bertlicher Straßenläufe / 27. September 2009 / HM

  

Kurzfristige Planänderung für den Kopf !

  

Die Entscheidung hier an den Start zu gehen, fiel mir schwer, doch ich musste es einfach riskieren, auch wenn ich selbst davon nicht zu 100% überzeugt war. Da ich aber im Hinterkopf hatte, nicht zwingend die Distanz durchzulaufen, konnte ich mich zu dieser Entscheidung durchringen. Meine Probleme im Bein / Po waren nicht mehr als Schmerz spürbar, doch man spürte, dass da irgendetwas nicht so ganz normal ist. Die Anfahrt und das ganze drum herum was dazu gehört, ging schnell und problemlos, da es nur einen Katzensprung von uns entfernt ist und wir schon unzählige Male dort waren. Man kennt dort ja schon alles in und auswendig - sogar die Strecke :-)

 

Wir treffen noch unser Kollegen Ciaron, der hier die 15 KM in Angriff nehmen wollte und dann ging es noch zum umziehen. Meine innere Unruhe steigt immer mehr, weil ich immer noch nicht sicher bin, ob ich gerade das richtige tue! Ohne es auszubrobieren, sollte ich wohl aber keine Antwort darauf bekommen. Beim einlaufen stellte ich fest, dass es sich erstaunlich gut anfühlt. Ganz anders und viel besser, als noch am Freitag bei der lockeren 8 KM-Runde. Das beruhigte mich ein wenig und ich fing an, mich sogar auf den Lauf zu freuen :-) Da hier auf dieser Strecke genügend Versorgungspunkte angeboten werden, entschied ich mich, ohne Getränkegürtel zu laufen. Ich hatte für heute ja kein großes Ziel vor Augen und konnte mir dann auch Zeit an den Getränkestationen nehmen.

 

Erstes Ziel war für mich, hier teilzunehmen, keine großen Probleme / Schmerzen zu bekommen und meine bösen Erinnerungen von Schermbeck zu vertreiben. Als zweites drehten sich natürlich auch so Gedanken im Kopf, eine Zeit um die 1:55 - 1:56 zu schaffen :-) Das allerdings stand nebenan! Wichtig für mich war, hier durchlaufen zu können, so dass ich sehe, dass es mir echt wieder besser geht und ich mit meinem Training weiter machen kann. New York ist ja nicht mehr so weit entfernt. 

Der Startschuss fiel und ich kam schnell in meinem Tempo, welches sich gut anfühlte. Meine KM Splits pendeln sich direkt so auf 5:35 Minuten ein. Immer leicht schneller als 5:30 oder leicht langsamer. Je nach Streckenabschnitt, da es hier stets rauf und runter geht. Die KM ziehen schnell an mir vorbei, bei KM 5 zeigt mir meine Uhr 27:56 Minuten. Ich höre immer wieder in mich hinein und stellte mit Freude fest, dass es mir weiterhin gut geht. Mit viel Respekt vor einem erneuten Absturz und viel Angst im Nacken, dass irgendwann der große Schmerz wieder kommt, halte ich mir immer wieder vor Augen, es mit Vernunft anzugehen.

 

Die nächsten 5 KM zogen an mir vorbei, mir geht es immer noch gut. An allen Getränkestationen machte ich immer kurz halt und nahm ein paar Schlucke Wasser zu mir. Der Rest ging immer hinten ins Shirt, da die Sonne bereits richtig gut Kraft hatte und es mir schon richtig heiß wurde. Meine Zeit von 27:50 Minuten für die KM von 5 - 10 zeigen mir, dass es weiterhin ( wie gefühlt ) gleichmäßig weiter ging. Die nächsten 5 KM wurden dann schon leicht schwieriger, ich verlor ein paar Sekunden Zeit, doch das war mir egal. Ich wollte keinen Einbruch, also ging es immer nach Gefühl weiter. Meine Zeit hier lag dann bei 28:06 Minuten. Was hier in diesem Streckenabschnitt viel wichtiger war, dass ich mir gut überlegen sollte, ob mich der Weg in die zweite Runde führen sollte. Das ziehen im linken Oberschenkel war etwas mehr zu spüren, als auf den ersten KM, aber nicht extrem, also ging der Lauf weiter :-) Als es erneut über die Felder und die Eisenbahnbrücke bergauf geht, verliere ich spontan viel Kraft. Ich wollte mich nicht quälen wie letzte Woche. Auch der Respekt hier trotzdem noch einen mega-Absturz zu erleben, bremste mich direkt.

 

Es ging weiterhin nach Gefühl weiter. Gut anstrengend, aber nicht durchboxend lief ich die nächsten 5 KM mit einer Zeit von 29:10 Minuten. Ich verlor auf diesen 5 KM dann doch einiges mehr an Zeit, aber das wichtigste für mich war, dass der Lauf mich nicht umhaut und dass meine Schmerzen sich nicht wieder breit machten. Trotz allem Respekt und ganzer Vernunft überschlug ich meine Zeit und wollte auf den Rest der Strecke noch alles geben, um unter 2 Stunden zu bleiben. Somit gab ich ab KM 20 noch richtig Gas, was mir sogar noch gut geling. Es war zwar hier dann richtig anstrengend, aber es hat sich gelohnt - die sub 2 Stunden sind mir noch gelungen :-) Meine Zielzeit war dann eine 1:59:40 :-)

 

Wenn ich jetzt einmal Revue passieren lasse, muss ich mir ehrlich eingestehen, dass trotz Vernunft und Respekt hier und heute nicht wie viel mehr drin gewesen wäre. Trotz der vielen Ruhephasen an den Getränkestationen wurde es nachher schon recht schwierig. Die letzten 1,1 KM zeigen zwar, dass ich noch Reserven hatte, denn sonst hätte ich nicht noch so anziehen können, aber es viel mir auch sehr schwer, obwohl es hier noch zum Teil bergab ging. Mit viel Kampfgeist vielleicht eine 1:57:xx 

 

Im nachhinein muss ich sagen, dass ich genau die richtige Entscheidung getroffen habe. Später spürte ich zwar meinen Oberschenkel ein wenig mehr und heute auch leicht mehr als gestern, aber es hält sich stark in Grenzen. Es ist nicht so, dass ich deswegen jetzt pausieren muss. Nein - ganz im Gegenteil, gleich geht es auf eine kleine Lockerungsrunde :-) - ganz gemütlich! Auch für den Kopf, kam dieser Lauf genau richtig - auch wenn mich die Zeit jetzt nicht glücklich macht :-) Aber die Zeit war heute nicht mein Hauptziel!

 

 

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