Hiddingseler Volkslauf

 

68. Wettkampf

 

Laufzeit 52:01

 

Platz 60 von 86 Teilnehmer

 

 Platz 1 in AK

 

Hiddingseler Volkslauf / 08. August 2009 / 10 KM

 

Mehr ging heute nicht

 

Bereits in der Planung für den New York Marathon, wurde dieser Lauf als Jokerwoche in meinem Trainingsplan eingeplant. So hatte ich eine ganz normale Wettkampfwoche und konnte das Training reduzieren. Ich lief am Samstag zwar noch als lange Einheit meine 25 KM, doch die eigentlichen Intervalle, die Montags immer auf dem Programm stehen, lief ich wegen diesem WK schon ein wenig schneller, als der eigentliche Marathonplan vorsieht.  Am Mittwoch dann 10 lockere KM und wie immer 3 ganz lockere einen Tag vor dem WK. Die 10 KM und die 3 KM waren zwar in einem langsamen Tempo, fielen mir aber doch recht schwer, da wir mal wieder ein paar sommerliche Tage hatten und in Deutschland ja immer sofort die Luft steht. Apropo sommerliche Temperaturen !

Am frühen Freitagabend legten Roland und ich dann noch ein paar extreme Sprints in unserem Garten ein, da ich mit dem Bunsenbrennen unser Unkraut bearbeitet hatte und durch die extreme Hitze, direkt unsere Lebensbäume - mit in Flammen standen. Ich sprintete direkt mit einem Eimer Wasser aus unserem Teich hin und her und Roland bekam direkt den Gartenschlauch von unserem Nachbarn über die Hecke geschmissen. Es waren Blitzreaktionen, von allen dreien und somit hatten wir Glück im Unglück und konnten diesen Brand selbst schnell unter Kontrolle bekommen. Jetzt sehen unsere Lebensbäume nicht mehr so schön aus, wie noch vor einer Woche und die ganze Nachbarschaft stinkt extrem nach Feuer. Es wird bei uns eben nie langweilig :-)

 

Es stand für mich fest, dass ich am Samstag doch spontan einen langsamen Lauf am frühen Morgen gemacht hätte, wenn es weiterhin so heiß geblieben wäre. WK und 30 Grad hätte ich in keinem Fall gewollt. Der New York Marathon und der dafür vorgesehen Plan ist mir wichtiger, als so ein dusseliger 10er. Von Freitag auf Samstag setzte dann leichter Regen ein und bis zum Morgen senkte sich die Temperatur dann tatsächlich ab, so dass wir am Tage dann nur noch 20 Grad erreichten. Gegen 14:30 Uhr machten wir uns dann auf dem Weg, doch wirkliche WK-Luft verspürte ich nicht. Meist kommt es aber schnell vor Ort, doch heute blieb die Lust irgendwie weg. Wie immer waren wir viel zu früh vor Ort und hatten unendlich viel Zeit. Das die Veranstaltung klein war, konnte man anhand der Ergebnisse der letzten Jahre erkennen, doch als wir vor Ort waren, war es noch so extrem leer, dass man kaum glaubte, dass hier mehr als 50 Teilnehmer erscheinen :-) Wir waren schnell nachgemeldet und hatten unendlich viel Zeit bis zum Start. Nach einer Streckeninspektion und dem umziehen sahen wir zu, wie die 5 KM-Läufer (-innen) auf die Reise geschickt wurden. Anschließend konnten wir uns dann auch schon langsam warm laufen. Heute versuchte ich es mal mit 3 KM einlaufen. Auslaufen waren 2 KM geplant - doch bisher habe ich das immer verschlammt und nur ganz selten hinbekommen. Beim einlaufen benötigte ich nur ca. 500 Meter, bis ich schon nasse Haare hatte. Die Luft stand extrem zwischen den Feldern und der Schweiß lief, obwohl wir knappe 6:50 Min. vor uns hin trabten. Die Lust, die bisher ausblieb wurde dadurch auch nicht angekurbelt. Ganz im Gegenteil. Nach den 3 KM hatten wir noch knapp 10 Minuten bis zum Start, doch diese vergingen sehr schnell. Der Startrichter erzählte uns noch was von der geänderten Streckenführung und  von einem matschigen Streckenabschnitt nach KM 1 und danach wurde herunter gezählt. Meine Zielzeit hieß - mal sehen was geht - einfach laufen und am Ende gucken, was bei raus kommt! Das wichtigste, was ich mir streng vornahm war, direkt vom Start an nicht die 5 Minuten zu unterbieten, wie bisher so oft, wenn es keine Chipmessung gab. Der Starschuss fällt, das Feld mit nur 86 Teilnehmer jagt los - wird durch den Kreisverkehr ( unmittelbar nach dem Start ) direkt kurz gebremst und ich halte mich, wie fest vorgenommen zurück. Bei KM 1 signalisiert mir meine Uhr eine Pace von 5:04 Minuten. Das Tempo fühlte sich gut an, das Feld setzte sich schnell in einem Pulk zusammen, was sich bis ins Ziel kaum veränderte und ich spulte konstant die KM ab. Jeder KM lag zwischen 5:04 und 5:06 Min. bis es zwischen KM 4 nach 5 über eine große Runde über einer Wiese ging. Hier musste eine Schleife gelaufen werden, um in die zweite Runde zu laufen. Ich treffe kurz vor der Wiese noch Roland und freue mich. Fühle mich bis hierher noch recht gut, außer dass es extrem warm war. Freue mich über Roland, freue mich über diese gleichmäßige Pace und werde direkt 200 Meter weiter von dem Freudepegel runter geholt. Als ich am Sportplatz in Richtung Rasenfläche einbiege, bekomme ich Schmerzen in der Zwerchfellgegend. Das Atmen fällt mir schwer, denn umso tiefer ich Luft holte, um so mehr stach es. Also musste ich so flach wie möglich Luft holen, was sich als sehr schwierig erwies, denn Tempo laufen und flach atmen geht nicht so gut :-) Als ich die Rasenfläche betrat, wurde ich direkt gebremst und verliere spontan meinen bisher gelaufenen Laufschritt. Das Tempo wurde direkt langsamer, was jedoch für meine Probleme mit dem Zwerchfell gut war. Am Ende von diesem Rasenabschnitt wurde noch Wasser gereicht. Ich nehme einen Becher, trinke vorsichtig zwei Schlucke und gieße mir den Rest, hinten ins Shirt. Das war eine schöne Abkühlung :-) Es geht links wieder auf befestigten Boden, in die zweite Runde. Obwohl hier wieder Asphalt war und durch das langsamere Tempo meine Probleme mit dem Zwerchfell wieder OK waren, so konnte ich meinen gleichmäßigen Laufschritt von vorher, nicht mehr aufnehmen. Ich schaffte es nicht mehr, mich richtig zu erholen. Von KM 4 nach 5 verlor ich richtig Zeit und lief nur noch 5:17 Minuten.  Bei KM 5 wird mir meine Zwischenzeit angezeigt: 25:28 Minuten. Im Kopf verdopple ich diese Zeit und denke, na das sieht ja gut aus bis jetzt. Wenn es klappt, dass ich mich doch noch ein wenig erholen kann, komme ich nahe an meine PB. Der Gedanke hielt aber nicht lange an, da ich keinen KM mehr unter 5:15 Minuten laufen konnte. Die zweite Hälfte ging dann mit nur noch schlappen Beinen und extremer Hitze irgendwie an mir vorbei. Da ich aber von nur einer Frau überholt werde, zeigte es mir, dass es irgendwie jedem so erging, wie mir. Ich konnte mich noch so bemühen, meine Beine sind ab diesem Rasenabschnitt so aus dem Tempo geraten und sind spontan so schlapp geworden, wie schon lange nicht mehr in einem WK. Die KM ab KM 5 bis KM 10 waren dann zwar gleichmäßig, jedoch nie schneller als 5:17 Minuten. Ich versuchte immer wieder noch einmal anzuziehen, doch es ging nicht. Meine Beine und meine Luft gaben nicht mehr her! Als es zum Ziel noch einmal eine Runde über diese doofe Rasenfläche ging, hatte ich die Nase richtig voll. Ich gab mir größte Mühe, mein Tempo zumindest zu halten, um noch eine Zeit im 51er Bereich zu ergattern und ich glaubte es geschafft zu haben, als ich durch das Ziel lief. Die große Uhr über mir zeigte 51:58. Wenig später jedoch, als die Ergebnisse bekannt waren, stand meine Zielzeit auf 52:01 Minuten. Oh Shit - es gab ja keine Chip-Messung. Also alle Mühe umsonst, für eine 51er Zeit. Ich ärgere mich um diese doofen 2 Sekunden. Da war ich so froh, dass ich den letzten KM zumindest das Tempo der letzten 5 KM halten konnte, für eine 51er Zeit und dann liege ich gerade mal 2 Sekunden darüber. Dann hätte ich die letzten Meter über den Rasen auch langsamer laufen können und mich nicht so quälen brauchen :-)

 

1. Hälfte: 25:28 Minuten / 2. Hälfte: 26:23 Minuten

 

Zur Veranstaltung:

 

Die Veranstaltung ist top Organisiert. Die Helfer waren alle super freundlich und extrem bemüht. Das Preis-Leistungsverhältnis ist ansprechend. Keine überzogenen Preise. Die Strecke ist sehr verwinkelt und das Stück Rasenfläche empfand ich als sehr schwer, doch ansonsten ist es eine sehr schöne Strecke durch die Felder. Richtig viel Natur :-) Eine nette kleine Veranstaltung, die man bei nicht so heißen Temperaturen immer mal mitnehmen kann im Sommer, aber nicht unbedingt haben muss. Ich empfand es schon bald als zu klein und zu ruhig. Alle kommen nur schnell vor Ort - rennen ihr Lauf - und sind genau so schnell wieder weg. In meinen Augen fehlte so ein wenig Wettkampfstimmung.

 

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