Roruper Abendlauf

 

67. Wettkampf

 

Laufzeit 0:51:27

 

Platz 263 von 435 Teilnehmer

 

 Platz 4 in AK

Roruper Abendlauf / 10. Juli 2009 / 10 KM

 

Dienstag 07.07.:

 

Nachdem letzten Freitag der Drevenacker Abendlauf ( wortwörtlich ) ins Wasser fiel, geht es hier ab in Richtung Dülmen, zum Roruper Abendlauf. Zum vierten Mal werde ich dabei sein und ich freue mich schon jetzt. Ganz besonders auf die Fetenscheune :-) Als Distanz habe ich wieder die 10 KM gewählt. Wenn das Wetter mitspielt und alles andere passt, versuche ich eine Pace von 5:10 Min. zu laufen. Fahren werden wir gemeinsam mit Ciaron, der ebenfalls über die 10 KM dabei sein möchte. Richtig schade finde ich, dass unsere kleine Runde nicht komplett ist, denn Rainer wird leider nicht dabei sein. Leider hat er den wirklichen Einstieg, nach seiner langen Verletzungspause bisher nicht geschafft, da er teilweise immer noch Probleme hat. Wie versprochen essen wir aber für ihn eine Bratwurst mit und spülen diese mit einem Erdinger nach! Roland isst die Wurst und Ciaron trinkt das  Bier :-)

 

Gestern lief ich zur Vorbereitung, als letzte Tempoeinheit noch 4 x 800 Meter mit 400 Trabpause auf der Bahn. Die 800 Meter Distanzen lief ich in: 4:05 - 4:05 - 3:58 - 3:59. Geplant hatte ich eine Pace von 3:55 - doch das funktionierte nicht so, wie erhofft :-) Insgesamt mit Ein.- und Auslaufen kam ich auf gesamt 10 KM.

 

Vor dem Lauf:

 

 Das Wetter zeigte sich in dieser Woche, deutlich schlechter, als noch vor wenigen Tagen. Man kann sagen, wir hatten einen richtigen Temperatursturz bis auf ca. 16 - 17 Grad. Der ständige Regen trug nicht wirklich dazu bei, dass ich übersprühte vor Freude. Heute fing es um 11:45 Uhr an zu regnen und hörte nicht wieder auf. WK und Dauerregen passt nicht wirklich zu mir. Grundlegend hat sich meine Meinung dazu ja schon geändert, aber ein trockener Start wäre schon wünschenswert :-) Kurzfristig spielte ich sogar mit dem Gedanken, gar nicht erst mitzufahren. Wir waren ja eh noch nicht gemeldet. Gleichzeitig überlegte ich aber auch, nicht vielleicht den HM zu laufen! Wann hat man zu der Jahreszeit schon solche Temperaturen für diese Distanz? Aber die Vorstellung, einen HM über die hügligen Felder und das dazu vielleicht noch einsam und bei Regen, das brauchte ich dann doch nicht :-) Also einfach doch mitfahren und die geplanten 10 KM in Angriff nehmen.

 

Der Ablauf war fast ein typischer Abendlauf. Arbeiten, ein paar Erledigungen in der Stadt, schnell nach Hause Milchreis kochen und futtern, spontan noch Aprikosenmarmelade gemacht, eine Stunde hingelegt, fertig gemacht und schon ging es fast los :-)

 

Ciaron wollte uns um 17:15 Uhr abholen. Es war 16:50 Uhr und somit hatte ich noch ein paar Minuten Zeit, um noch schnell meine Mails abzurufen. Hier kam dann die Überraschung. Eine Mail von unserem 4. Kilometerfresser. Ich sehe den Absender, denke jetzt kommen so Sätze wie " alles Gute - viel Spaß u.s.w." und bin total erfreut, als ich folgendes lese: " Hi, habe nach dem gestrigen Lauf mit Ciaron richtig Lust bekommen in Rorup mit dabei zu sein. Es werden mir zwar einige Körner fehlen, aber irgendwie kann ich euch dort doch nicht alleine hinfahren lassen... Viele Grüße Rainer " Ich freute mich richtig, rufe das sofort dem Roland zu :-) Hier noch einmal an Rainer: " Ich fand das richtig klasse  - es musste einfach sein - du gehörst dazu - und für Dich war es richtig  richtig wichtig " ! Schade für Roland und Ciaron - denn die haben jetzt nicht die Wurst und das Erdinger-Bier bekommen :-)

 

Also ging die Tour zu viert, ab in Richtung Rorup. Wie gewohnt, in absolut fröhlicher und ausgelassener Stimmung :-) Einfach klasse !!!

 

Ich war ziemlich gespannt, wie der heutige Lauf wird. Geplant war eine Pace von um die 5:10, doch ob Planung und Realität immer so passt, weiß man vorher nie. Die Voranmelder lagen schon bei über 300 Teilnehmen und bei der Nachmeldung war auch noch einiges los. Da wir den Lauf kennen, dachte ich schon über den Start nach. Es wird bestimmt eng. Keine Chipmessung und so viele Teilnehmer heißt nichts Gutes! Aber egal, warum verrückt machen. Es gab hier keinen Regen und es war angenehm kühl ( in Laufdress sogar schon kalt - nicht war Ciaron :-) ) - die Stimmung war ausgelassen schön - also einfach den Tag genießen! Vor Ort war alles wieder wie ein Ritual. In gewohnter Reihenfolge lief alles ab, wie ein Wiederholungsfilm und es wurde Zeit zur Startaufstellung. Ich stellte mich nicht ganz so weit vorne hin, um nicht wieder los zu düsen, wie eine wilde. Im Starterfeld treffe ich noch auf Daniel ( Arbeitskollege von Roland ) und seinem Kollegen. Wir halten noch ein kurzes Pläuschchen und schon musste man sich auf den Startschuss konzentrieren.

 

Zum Lauf:

 

 Pünktlich viel der Startschuss. Leider stand ich doch ein wenig weit hinten. Das Feld bewegt sich nur schleppend und ich hakte den Lauf schon ab. Nur im Trabschritt kam ich vorwärts und malte mir den ersten KM aus. Ne - das wird heute nichts, waren meine Gedanken. Nur ziemlich zäh wird es flotter, ich erhasche mir kleine Lücken, doch viele Chancen boten sich nicht. An dem Stück, wo die Strecke schmaler wird, wurde das Tempo noch zäher und ich denke kurzfristig darüber nach, sogar durch diesen nicht zutraulichen Graben zu rennen. Aus Angst mich zu verletzen, lasse ich es aber doch und bleibe schön auf der Strecke. Ich dachte mir, lieber eine schlechtere Zeit, als nachher zu pausieren. Nach ca. 500 Meter spielte es sich dann aber ein und man konnte sein Tempo finden.

 

Bei KM 1 zeigt mir meine Uhr trotzdem eine Pace von 5:05. Ich dachte sofort, dass ich wieder Tempo raus nehmen muss. Die Pace zeigte mir, dass ich nach diesem schleppenden Start, enorm schnell geworden sein musste, um trotzdem einen Schnitt von 5:05 zu erreichen. Ich hatte nun genug Platz, der 1. KM passte zeitlich doch gut, also hieß es nun, sich voll auf diesen Lauf zu konzentrieren und ihn nicht abzuhaken. Trotz des Starts lag alles im grünen Bereich :-) Ein zwei Schritte vor mir, fiel mir eine Läuferin ins Visier, die so in etwa mein Tempo lief, jedoch schon pustete, als sei sie schon am Ende. Ich meinte das richtige Tempo gefunden zu haben, fühlte mich gut und hatte immer wieder diese Läuferin um mich herum. KM 2 zeigte mir exakt eine 5:05 :-) Boh so gleichmäßig ? - dachte ich mir ! Ab hier bemerkte ich einen nicht so angenehmen Wind. Nicht extrem stark, aber ziemlich unangenehm. Die Läuferin dachte scheinbar wie ich, nämlich dass wir das gleiche Tempo haben und uns gegenseitig ziehen könnten :-) Immer wieder wechselten wir uns ab. Mal war sie leicht vor mir, mal leicht hinter mir. Ihre Atmung war so laut, dass ich immer glaubte, dass sie das nicht bis KM 10 durchhält. KM 3 zeigt mir meine Pace eine 5:10 und sofort denke ich - ui jetzt hat der Wind und die leichten Hügel doch schon 5 Sekunden gekostet. Egal - das Feld sieht genau so aus, wie bei KM 2  - die Läuferin ist immer noch bei Dir, also ging es allen anderen genau wie Dir. Also nicht denken, weiter machen :-) Weitermachen war aber gut - denn der Wind legte gefühlt noch was dazu und ich hatte echte Probleme das Tempo zu halten. Diese Läuferin setzte sich vor mir, wo sie auch blieb. Nicht, dass sie sich entfernte, aber wir wechselten uns auch nicht mehr ab. Sie blieb vor mir und ich dachte mir immer wieder, bleib an ihr. KM 4 liegt bei 5:13 und ich war leicht geknickt.

 

Da sich im Feld aber nicht fiel getan hat (von wegen überholen bzw. überholt werden ) kam mir aber wieder der Gedanken, dass es den anderen auch so erging und das baute mich ein klein wenig auf. Aber nur ein klein wenig und für kurze Zeit. Von KM 4 nach 5 hatte ich das Gefühl ich laufe einen steilen Berg hoch und am Ende renne ich gegen eine Wand. Hier kam der Wind prall von vorne und es zog sich ein langer Hügel. Dieser KM fiel mir extrem schwer. Als ich die Pace bei KM 5 von 5:17 erblickte, hatte ich keine Lust mehr. Ich strengte mich wie wild an, pustete nun, wie diese besagte Läuferin und kam nicht vorwärts, sondern wurde immer langsamer. Die Läuferin allerdings hielt ihr Tempo und hat sich von mir abgesetzt. Ich hatte sie zwar noch im Blickfeld, aber von meiner Nähe, war keine Rede mehr. Auch wenn ich gerade ziemlich nieder war mit meiner Psyche und meine Lust am Nullpunkt gelang war, überschlug ich meine Zeiten und wusste, dass ich trotzdem noch eine PB schaffen könnte, wenn die 2. Hälfte ungefähr genau so aussieht.

 

Von KM 5 nach 6 ging es dann einen leichten Hügel abwärts und ich schaffte es, mich zu erholen. Meine Atmung legte sich wieder, mein Tempo wurde wieder schneller und der Wind hat sich auch gelegt :-) Meine Lust stieg wieder und die Psyche erreichte langsam wieder den Punkt, doch wieder mit Lust zu laufen. Schon irre, was man so auf 10 KM im Kopf durchmacht :-) Ich holte im Gegenzug zum letzten KM wieder 10 Sekunden raus. Ich freute mich und dachte mir: "cool unter 5:10 heißt PB"!  Der Wind blieb Gott sei Dank weg und ich dachte mir, dass ich ja nun versuchen könnte, mich wieder an diese besagte Läuferin zu heften, doch sie hielt tapfer ihr Tempo und der Blickwinkel zu ihr veränderte sich nicht. Mehr wie 5:07 und 5:08 waren auf den nächsten beiden KM nicht drin. Hier allerdings wechselte sich mein Tempo immer wieder mit einem älteren Mann ab. Irgendwo so bei KM 8 sprach er mich an. Fragte mich, ob ich Halbmarathon laufe. Ich sagte, " heute nicht, aber grundsätzlich schon ". " Ich laufe alle Distanzen bis Marathon, aber heute nur 10 und das zur Zeit auf Kurs PB  " - sagte ich ihm. Er sagt mir, dass ich das richtig klasse mache und wünscht mir alles Gute. So etwas beflügelt natürlich. Als kurz nach diesem kurzen Gespräch der Streckenabschnitt entlang der Fetenscheune geht, laufe ich mit Gänsehaut pur!!! Einfach genial.

 

Hier entschloss ich, egal was jetzt noch kommt, die PB fällt. So dumm wie ich bin, kenne ja nie meine PB so wirklich ( warum auch - sind ja nur meine ) - habe ich im Kopf, dass ich meine PB sogar um 1 Minute schlagen kann. Das ganze aber nur, weil ich mich selbst um 1 ganze Minute schlechter gemacht habe. KM 9 war dann mit einer Pace von 5:12 leicht über meine angepeilte 5:10 aber egal - ich habe ja genug im Petto ( dachte ich :-) ) ! Als ich in Richtung Ziel, neben mir auf der Wiese Daniel erblicke ( der gerade in Richtung Ziel lief ), rufe ich ihm noch zu, er solle noch einmal anziehen. Die Kurve, die man auf der Wiese, in Richtung Zieleinlauf einschlagen muss bremst mich enorm und auch die Runde über der Wiese kostet mir fiel Kraft. Von Gas geben, konnte man hier nicht reden. Ich hatte das Gefühl, ich kriege die Beine gar nicht mehr hoch. Mit einer Zeit von 51:27 lief ich ins Ziel und freue mich ab, weil ich glaubte, meine PB um über eine Minute geschlagen zu haben.

 

Hier die Fetenscheune :-) - der absolute Höhepunkt. Durchlauf mit Gänsehaut !

 

Nach dem Zieleinlauf treffen Ciaron, Roland & ich ziemlich flott zusammen. Sofort ging es los, wer was gemacht und geschafft hat - richtig schön :-) Ciaron hat seine PB pulverisiert - hier noch einmal " MEINE GLÜCKWÜNSCHE AN DICH "! Mein Turbodiesel lag mit seiner Zeit im 42er Bereich und ich erfuhr von den beiden, dass ich mich nicht um über 1 Minute verbessert habe, da meine bisherige PB schon im 51 Bereich lag, nicht wie von mir geglaubt im 52er :-) Kurz danach kommt auch Rainer ins Ziel und wir drei feuern ihn noch einmal an. Auch hier von mir noch einmal an Dich " GLÜCKWÜNSCHE AN DEINE TOLLE LEISTUNG " und es war wirklich schön, dich dabei gehabt zu haben :-)

Nach dem umziehen, dem Erdinger und dem bla-bla ging es ab in eine Pommesbude. Schließlich mussten wir ja unseren gemeinsamen Tag gemütlich ausklingen lassen. Er war lange her, dass wir zu viert unterwegs war :-)

 

Hier noch einmal meine Zeiten im Überblick. Bei meiner heutigen Analyse stellte ich fest, dass die 2. Hälfte sogar schneller war. Darüber freue ich mich nun mehr, als über meine neue PB :-) 

 

1. Hälfte = 25:50 / 2. Hälfte = 25:37    

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