Düsseldorfer Brückenlauf

 

63. Wettkampf

 

Laufzeit 0:54:55

 

Platz 754 von 1309 Teilnehmer

 

 Platz 11 in AK

 

Düsseldorfer Brückenlauf / 27. April 2009 / 10 KM

 

Ein gelungener Genusslauf !!

 

Der Düsseldorfer Brückenlauf ist einer meiner Lieblingsläufe. Obwohl ich schon drei Mal dabei war, so lockte es mich auch in diesem Jahr, wieder dabei zu sein. Aufgrund der tollen Strecke, plante ich einen Genusslauf. Geplant war eine Pace von um die 5:30 Minuten. Ich wollte einfach nur dabei sein und genießen. Auf Tempo renne ich fast immer und auf quälen hatte ich gar keine Lust. Wenn man vor Ort ist, den tollen Blick über den Rhein genießt & entlang der Rheinpromenade bummelt, steigt in einem das Urlaubsfieber und kein Fettkampffieber :-) Wenn dann noch das Wetter passt ist alles gut. Und so war es hier - die Sonne war unser Begleiter!

 

Die Temperatur mit rund 20 Grad war zwar schon mollig ( wenn man Hitzeempfindlich beim Laufen ist ), aber es war hier auch schon viel heißer! Da ich hier kein Zeitziel hatte, machte ich mich mit dem Wetter aber auch nicht verrückt. Roland entschied dann noch kurzfristig, mich zu begleiten und somit war alles perfekt :-) Schließlich sollte er ja auch einmal in den Genuss kommen, einen kompletten WK mit mir zu genießen und nicht immer nur sehen, wie ich mich auf den letzten KM quäle :-) Auch wenn es nur ein geplanter Genusslauf war, so reduzierte ich das Training in der WK-Woche und auch auf die Ernährung wurde besonders geachtet. Also eigentlich ein ganz normale Vorbereitung, so als hätte ich ein ganz großes Ziel vor ! Kann man aber sehen wie man will " Ein Genusslauf " ist ja auch ein großes Ziel. Solche Läufe stehen ja eher selten in meinem Tagebuch :-) Für nach dem Lauf, tauschten Michi und ich noch unsere Handy-Nr. aus. Sie wollte uns besuchen.

 

Da der Start sehr spät ist, musste man nicht so früh raus. Also genau richtig für mich Langschläfer :-) Wegen der Nachmeldung für Roland und dem Parken, machten wir uns um kurz vor 9:00 Uhr auf die Socken. Die Hinfahrt verlief ruhig und auch verfahren konnten wir uns nicht, da wir ja alles kennen. Geparkt haben wir ( wie schon einmal ) an den Rheinterrassen. Da wo auch der Start der Marathonis für den Düsseldorfer Marathon stattfindet. Von hier hat man zwar noch einen guten Fußmarsch, aber das ist uns hier und heute egal. Es sollte ja nur ein schöner gemütlicher Sonntag werden. Die Ausschreibung des Veranstalters haben wir beide nicht aufmerksam gelesen, da wir ja schon zum vierten Mal vor Ort sind. Auch hier glaubte man, man kennt alles! Falsch geglaubt!

 

Als wir uns dem Burgplatz näherten, herrschte Chaos pur. Kinder - Kinder über, mit zahlreichen Erwachsenen, welche allesamt durch die Gegend sausten, als seien sie von einer Tarantel gestochen. Ein totales Gewühle. Alle rennen kreuz & quer, ohne auch nur Anstalten zu machen, einmal nach links oder rechts zu schauen. Ätzend einfach nur ätzend. Hier war die schöne Gemütlichkeit verschwunden. Da wir die Ausschreibung nicht gelesen haben und auch keine Ausschilderungen sichtbar waren, peilten wir erst einmal an, aus dem Gewusel zu kommen und ließen den Burgplatz links von uns liegen. Als wir an dem ganzen Geschehen vorbei waren, war immer noch keine Spur von Ausschilderungen oder der Startnummernausgabe. Also doch wieder zurück um den Burgplatz abzugrasen. Es war aber einfach nur grausig. Laut - eng und hektisch! Wir wühlten uns trotzdem durch die unruhige Menschenmasse und fanden auch dort nichts von dem, was wir suchten. Also wieder raus aus der Menschenmasse. An der Getränkeausgabe ( Nachversorgung nach dem Zieleinlauf ) klärte uns dann ein netter Helfer auf. Leider hieß es aber wieder durch diese Masse, quer über den Burgplatz.

 

Als wir den Weg nahmen, den uns der Helfer nannte, fanden wir dann auch irgendwann die Ausschilderungen. Leider waren diese nur auf der einen Seite des Weges und durch die Menschenmasse völlig verdeckt. Dieser Weg führte über die Laufstrecke, wo gerade die Schülerläufe stattfanden und welche gerade gesperrt war. Keine gute Organisation für die Leute vom Hauptlauf. Hier muss ich sagen, hat es sich zum Nachteil verändert. So wie wir es kannten, verlief es ruhig und gemütlich. Das Gegenteil von heute. Schade - das macht es irgendwie kaputt!

 

Trotzdem haben wir es irgendwann geschafft, die besagte Schule zu finden und hatten auch unsere Unterlagen. In den vorgegeben Sporthallen zogen wir uns um und stellten uns die nächste Frage: " Wohin mit unser Kleiderbeutel? " Weder eine Ausschilderung, noch Helfer oder Läufer konnten uns diese Frage beantworten. In den Turnhallen lag fast nichts, so dass wir auch unsere Beutel zuerst wieder mitnahmen. Also wieder durchs Gewusel und wieder nichts gefunden. Nachdem wir dann richtig angestochen waren, entschieden wir uns doch dafür, die Beutel in der Turnhalle zu lassen. Also wieder zurück zur Schule :-) So langsam waren die Kinderläufe aber vorbei, die Strecke war wieder frei und begehbar und es kehrte ein wenig Ruhe ein.

 

So langsam herrschte ganz normales WK-Feeling!! Jetzt hieß es alles zu begraben und einfach zu genießen! Was soll man sich ärgern, wir sind ja zum Teil selbst Schuld! Die Ausschreibung hätte uns einiges erspart. Aber wer liest sie schon aufmerksam durch, wenn man so oft dabei ist?

 

Da durch dieses ganze hin und her die Zeit rannte, so warteten wir noch kurz auf den Start der 5er-Läufer und machten uns auch langsam warm. Nach nur wenigen hundert Metern hörte ich, dass uns jemand vom Streckenrand aus zurief. Einen Blick nach links verriet mir, dass Michi schon vor Ort war. Wir stoppten unsere Einlaufrunde und hielten erst wieder eine kleine Quatschrunde :-) Hier noch eben schnell einen Abstecher in einem Eiskaffee ( ein Dixi war gerade nicht in der Nähe ) und dann aber weiter zum warm laufen.

 

Wir verabschiedeten uns, verabredeten uns für nach dem Lauf und trabten langsam wieder an. Nach 1,7 KM ging es dann ab zur Startaufstellung. Da der Start nun oben am Burgplatz stattfindet und nicht mehr unten am Rhein, so fällt der kleine Anstieg nach wenigen Metern auch weg und geht es erst einmal flach voran :-) Pünktlich werden wir auf die Reise geschickt. Das Feld war sehr eng und löste sich in unser Bereich nur ganz schlecht auf. Ich war froh, dass ich hier kein Zeitziel angestrebt habe, denn somit konnte man es gemütlich rollen lassen und musste nicht zick zack durch die Masse. Wenn ich hier eine PB angestrebt hätte, wäre es bestimmt richtig stressig gewesen.

 

Durch das dichte Feld hatte man aber auch den Vorteil, wirklich langsam zu starten. Mir geht es ja meist so, dass ich kein Gefühl für die Geschwindigkeit habe, wenn der Startschuss fällt. KM 1 zeigte uns unsere Uhr dann knapp 5:30 Minuten. Passt doch genau :-) Das Tempo fühlte sich gut an und ich konnte es locker halten. An den Brückenanstiegen nahmen wir ein wenig Tempo raus, welches wir nachher aber wir locker aufholen konnten. Ziemlich gleichmäßig genossen wir den Lauf. Locker legten wir die KM zurück. Wir konnten uns gut unterhalten, machten Späße und freuten uns, dass es endlich mal ein gelungener Spaßlauf sein wird. So wie wir sind, malten wir uns natürlich doch einen Plan, welcher uns doch ein Zeitziel setzte. Dieser Plan war aber kein Muss und hieß:

 

" Sollte ich mich am letzten Brückenanstieg noch genauso gut fühlen - geben wir den Rest der Strecke Gas "! Wir liefen in die zweite Runde, es war immer noch total locker und wir steuerten den dritten Brückenanstieg an. Hier hieß es wieder Tempo raus und langsam hoch. Viele zogen noch das Tempo an, sausten an uns vorbei, doch auf der halben Brücke zahlten diese Leute dann ihren Tribut. Wir fingen an einzukassieren. Wenn ich ab hier hätte die einkassierten Leute zählen müssen, wäre ich vom zählen ko gewesen. Erst jetzt löste sich das Feld eigentlich erst richtig auf.

 

Es machte Spaß die Leute einzukassieren und sich dabei so gut zu fühlen :-) Ein eher seltenes Gefühl für mich ! Mir geht es ja eher so, wie es hier den meisten ging. Ich war froh, nicht mein 10er Tempo angegangen zu sein, denn dann hätten sich die Anstiege und die Sonne bestimmt auch bei mir gerächt! Wir ließen es locker rollen, als es die Brücke wieder runter ging und ich horchte in mir rein. Ich stellte mit großer Freude fest, dass ich immer noch gut drauf bin. Erst ging es noch ein wenig flach weiter, dann hieß es diese fiese Kurve ( U-förmig ) zu nehmen und danach ging es hoch auf den vierten Brückenanstieg. Durch diese U-förmige Kurve muss man eh schon gut das Tempo drosseln und wir hielten ein langsameres Tempo bei, um auch locker den letzten Anstieg zu meistern. Geschafft!!!

 

Alle Anstiege liegen hinter uns, mir ging es immer noch gut und unser Plan konnte starten. Hier deutete sich eine knappe Zeit um die 55 Minuten an. Wir zogen also das Tempo an. Es fühlte sich richtig gut an. Ich fühlte mich wie beflügelt. Die Gefühle solch einen tollen Genusslauf gelaufen zu sein, jetzt in Richtung Ziel zu laufen und seit dem 3. Brückenanstieg einzukassieren, machten mir lockere - schnelle Beine. Als mein Schatz einen Blick auf die Uhr machte und mir noch sagte: " Boh Wahnsinn, was für ein Tempo du läufst " fühlte ich mich noch wohler :-) Ich schaute ja gar nicht mehr auf die Uhr, sondern sprintete nur noch vor mir her :-)

 

Kurz vor dem Zieleinlauf rief mir mein Schatz noch zu, dass ich noch 15 Sekunden für eine sub 55 Minuten habe. Die musste jetzt natürlich fallen :-) Ich zog noch einmal an - Roland zählte die Sekunden runter und bei 7 Sekunden überlief ich die Ziellinie. Die sub 55 war also geschafft. Meine offizielle Zeit hieß dann 54:55 Minuten!! Wahnsinn - ich bin stolz wie Oskar. Der letzte KM lag dann unter 5 Minuten. Dieser fiel mir dann zwar doch schwer, aber es hat mir großen Spaß gemacht. Das war einer meiner schönsten Läufe. So einen gelungen Genusslauf habe ich viel zu selten - stellte ich nachher fest!! Auch solche Läufe machen einen stolz. Fast so wie eine PB!!!

 

Nach dem Auslaufen und umziehen haben wir uns dann per Handy mit Michi auf dem Burgplatz verabredet. Hier gab es vom Veranstalter eine Portion Nudeln bei den Johanniters. Endlich gab es mal etwas Gutes nach einem Wettkampf. Muss ja nicht immer Pommes, Bratwurst, Currywurst, Gyros oder Kuchen sein :-) Nach der Portion Nudeln machten wir uns mit Michi einen super gemütlichen Nachmittag in einem Eiskaffee. Am späten Mittag ( ca. 17:00 oder 17:30 Uhr ) verabschiedeten wir uns dann aber. Mit ihr haben wir beim Deichlauf eine liebe nette Bekannte kennen gelernt !!! Es war ein richtig schöner Tag, trotz des unruhigen Starts. Die nächste Verabredung mit ihr steht auch schon auf - ich freue mich schon!!

 

 

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