160. Wettkampf

 

Laufzeit: 1:57:01

 

Platz 218 von 266 Finishern

 

Platz 2 von 5 in AK W40

 

Frauenwertung: 27 von 45 

 

 

Wetter: Bedeckt bis sonnig, 10 Grad, sehr windig - tlw. starke Boen

 

15.03.2014 / Halbmarathon TUJA-MÜNSTER / 21,1 KM

 

Heute führte uns die Reise ins Münsterland zum TUJA Münster Habmarathon. Mein Plan lag hier eigentlich darin – noch einmal so nah wie möglich an die sub 1:50 zu kommen – gerne auch zu unterbieten. Hatten wir eine Woche zuvor noch plötzlich an die 20 Grad, so lautete die Wettervorhersage für den heutigen Tag „Wind“. Aber nicht einfach nur Wind – nein das wäre ja zu einfach. Vorhergesagt waren starke Windböen bis 50 km/h. Also korrigierte ich dann mal direkt mein Plan und erhoffte mir zumindest eine Zeit bis um die 1:52. Ausgeschrieben ist die Strecke ja als flach, also sollte es wohl auch bei Wind möglich sein. Glaubte ich – so wie ich an eine flache Strecke glaubte.

 

Vor Ort angekommen, waren wir überrascht, dass hier so wenig Parkmöglichkeiten waren. Trotz der frühen Ankunftszeit, fanden wir nur noch weit weg unser Plätzchen. Somit nahmen wir dann auch sofort all unseren Kram mit, damit wir nicht unnötige Wege hinter uns legen mussten. Das war auch gut so, denn der Veranstalter bietet in der Halle genug Platz, um Taschen dort zu deponieren.

 

Die Unterlagen waren schnell geholt und auch ein Plätzchen zum umziehen war schnell gefunden. Noch einen kleinen Rundgang um einmal alles gesehen zu haben, denn wir waren zum ersten Mal hier. Alles gut organisiert! Auch die Auswahl an Kuchen, Brötchen und alle die tollen Belohnungen für nach dem Lauf war ausreichend. Die Preise top.

 

Zum warm laufen – erkundeten wir dann mal direkt ein Stück der Strecke – entlang am Aasee – entgegengesetzt der eigentlichen Laufrichtung. Schon hier spürte ich, dass es mir sehr schwer fiel, gegen den Wind anzulaufen. Und auch „flache Strecke“ – würde ich anders deuten. Auch wenn wir gerade mal rund 1 KM der Strecke kennen lernten, so war klar, hier kommen doch auch Hügel.

 

Pünktlich wurden wir dann auch Reise geschickt. Direkt nach dem Start läuft man zuerst knapp 700 Meter auf der Bahn, bevor es dann hinaus auf den Rundkurs geht. Zu bewältigen sind  4 Runden. Nach jeder Runde geht es  jeweils einmal über die Tartanbahn. Direkt von Beginn an, lief man mal direkt gegen den Wind. Nur ganz zäh kam ich in den Laufschritt. Es fühlte sich direkt viel zu schwer an, obwohl der erste KM gerade mal knapp unter 5:20 lag. Und das, obwohl ich mich in der Regel nach dem Startschuss eigentlich immer bremsen muss. Als es dann entlang am Zoo ging, pustete der Wind mächtig und ich musste bereits hier viele Körner lassen. Meine Pace noch ein wenig langsamer und mir war schon hier klar, das gibt heute gar nichts. Als es dann irgendwann nach links in Richtung Aasee ging, brauchte man zwar nicht mehr so kräftig gegen den Wind kämpfen, doch hier begann es direkt mit einem schönen Hügel. Eigentlich würde so ein Hügel mich nicht so umhauen, da ich es ja auch trainiere, doch nach dem windigen Streckenabschnitt, wäre es gut gewesen, wenn ich zuerst einmal Luft für diesen Hügel hätte sammeln können. Wenn ich gegen Wind renne, geht mir das so auf die Puste, dass ich direkt das Gefühl habe, ich renne am Limit. Obwohl die zweite Hälfte des Rundkurses einige Hügel hat, konnte ich KM 3 und KM 4 meine Pace etwas erhöhen. Sie waren mit 5:11 und 5:12 meine schnellsten KM in diesem Rennen. Von nun an pendelte sich die Pace wieder bei um die 5:20 ein. Meist leicht drüber.

 

Bevor es in Runde 2 ging, gönnte ich mir bei einer Gehpause, ein Becher Wasser, welcher leider nicht gut gefüllt war. Gerade mal zwei Schlucke gab dieser Becher her. Gerne hätte ich schon ein wenig mehr darin gehabt. Wieder hieß es zuerst gegen den Wind und dann über die Hügel. Weiterhin halte ich zwar die Pace, doch es war viel zu schwer. Wenn man bei einem HM schon bei KM 6 oder 7 kämpfen muss, um eine Pace zu halten, die man normal auch im Training rennt, motiviert das nicht wirklich.  Als ich noch ca. 2 KM vor mir hatte, um in Runde 3 zu gehen, bekam ich ein Loch im Magen. Eine plötzliche Hungerattacke überkam mich und ich freute mich auf die Getränkestation, damit ich ein Gel essen konnte.

 

Gesagt getan. Bevor ich mich in Runde drei begab, fiel die Gehpause an der Verpflegungsstelle ein wenig länger aus. Gemütlich nahm ich ein Gel und einen besser gefüllten Becher Wasser zu mir. Mein Loch im Magen war damit zwar vorerst verschlossen, doch mein Kopf und mein Körper wollte nicht mehr. Nur ganz schwer konnte ich mich motivieren, in Runde drei zu laufen. Meine Durchgangszeit bei KM 10 lag übrigens bei 53 Minuten.

 

Wieder kämpfte ich gegen den Wind an – ja und sogar noch mehr als bisher und auch die Hügel kam ich kaum noch hoch. Ich verlor einiges an Zeit, aber das war mir mittlerweile egal. Über Tempo halten brauchte ich nicht mehr nachdenken. Obwohl meine Pace in Runde drei immer langsamer wurde, kämpfte ich wie eine wilde. Die Pace immer langsamer – der Anstrengungsgrad immer höher. Bevor ich diese Runde beendete, war ich mittlerweile so neben mir, dass ich mir echt nicht vorstellen konnte, Runde vier noch zu laufen. Hier muss ich sagen – das Runden laufen kam heute für mich gar nicht gut an. Es ging mir durch den Kopf, den Lauf abzubrechen. Als ich zum letzten Mal an der Verpflegungsstelle eine Gehpause einlegte um etwas zu trinken, ging es mir mental echt nicht mehr gut. Ich weiß nicht wie, aber ich gab mir einen Stoß und lief doch noch in die letzte Runde. Meine Pace lag mittlerweile nahe der Marathonpace und es fühlte sich an als rannte ich 5er-Wettkampftempo.

 

Ab KM 17 ging dann noch weniger. Ich verlor noch mehr Zeit und wieder bekam ich ein ungutes Gefühl im Magen. Ich konnte es nicht deuten, ist es Hunger oder was? Zwischen KM 18 und 19 hieß das Ganze nichts Gutes. Mir war klar, ich muss wohl austreten. Und ja es war so. Bei KM 19 musste ich raus. Ich war mental so doof drauf, ärgerte mich so sehr, ich hätte so losheulen können. Nach meiner Buschpause quälte ich mich dann irgendwie in Richtung Ziel. Mein Schatz sagte nichts mehr, als er mich sah und das war auch gut so, denn ich war einfach nur froh, es endlich hinter mir zu haben. Ich schaute beim Zieleinlauf immer zwischen meinem Schatz und der großen Uhr hin und her. Ich näherte mich der 1:57 – gerne wäre ich zumindest darunter geblieben, aber es ging nichts mehr. Somit liege ich nun eine verdammte Sekunde darüber, aber glaubt mir, selbst die hätte ich nicht mehr rauslaufen können.

 

Ich weiß echt nicht, was an diesem Tag mit mir los war. Klar der Wind und die Hügel sind nicht schön zu reden. Ja und es hat mir Kraft gekostet, aber meine Tagesform muss an diesem Tag auf Null gestanden haben. Einen Lauf so in den Sand zu setzen, tut der Seele nicht gut. Und schade, dass es mal wieder ein Halbmarathon war. Irgendwie ist das nicht meine Distanz.

Jetzt freue ich mich auf den Klippenlauf

 

 

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