Köln Halbmarathon

 

54. Wettkampf

 

Laufzeit 2:00:38

 

Platz 4409 von 8728 Teilnehmer

 

 Platz 164 in AK

 

Köln-Halbmarathon / 05. Oktober 2008 / HM

 

Wenn die Tagesform nicht mitspielt !!

 

Der Köln Halbmarathon zählte für mich, noch als Höhepunkt für dieses Jahr. Zum dritten Mal in Folge fand in Köln die HM-Distanz statt und auch zum dritten Mal wollten wir dabei sein. Ich freute mich riesig auf diesen Tag - ganz besonders auf die Verpflegung im Zielbereich :-)) Die letzten 14 Tage vor dem HM, waren Roland und ich Privat voll ausgelastet, so dass man nicht wirklich zum nachdenken kam. An ausspannen oder an mentaler Vorbereitung war gar nicht zu denken. Bis Freitag (03.10.) waren wir noch in Paris und walkten stundenlang über eine Messe. Dumm, wenn mehrere Dinge zum gleichen Zeitpunkt stattfinden, an denen man teilnehmen möchte. Für die Zukunft habe ich gelernt, dass man sich für eine Sache entscheiden sollte !

 

Der Köln HM sollte für mich eine Prüfung für den Frankfurt Marathon werden. Darum eigentlich auch enorm wichtig für mich! Ich träumte von einer PB zum Saisonabschluss, doch das gab mein Körper nicht her. Ich trainierte so gut, wie vor noch keinen HM, glaubte in top Form zu sein und auch mein Gewicht lag 1 KG unter dem, was ich eigentlich seit Monaten habe. Alles war eigentlich perfekt. Meine Marschtabelle war auf eine 1:56:00 ausgerichtet. Ich glaubte sogar ernsthaft, auf den letzten Metern noch ein paar Sekunden weg zu machen, so dass eine Zeit von 1:55 steht. Tief im inneren traute ich mir sogar eine Zeit unter 1:55 zu, doch darauf wollte ich nicht hinlaufen. Das hätte ich spontan während des Laufes entschieden. Doch so weit kam es erst gar nicht !!

 

Der Lauf rückte total schnell an mich heran, plötzlich stand ich schon im Startbereich und das gewisse Kribbeln, was sich so vor einem Wettkampf breit macht, wollte irgendwie gar nicht kommen. Alles ging sehr schnell, der Startschuss viel und es konnte los gehen. Der erste KM war mit 5:40 Minuten geplant und das sollte auch super klappen. KM 1 zeigte meine Uhr 5:39 Minuten. Erstaunlich schnell fand ich ein für mich angenehmes Tempo, welches ich konstant hielt.

 

Vor mir tauchte immer wieder eine 3er -Gruppe auf. Spontan entschied ich, mich an denen zu heften, weil ich mitbekam, dass sie ebenfalls mein Tempo liefen. Ich dachte, ich könnte sie als Windschattenspender nutzen, da der Pacemaker dieser Gruppe über 2 Meter groß war :-) - doch der Wind kam so unkontrolliert, dass es nur ein Traum war. Konstant bis KM 10, lag ich immer wieder hinter dieser Gruppe und meine Uhr zeigte mir immer wieder eine Pace von 5:30 Minuten/km an. Bis da hin war alles gut. Bei ca. KM 10 nahm ich dann mein 1. Gel, trank einen Becher Wasser und stellte fest, dass ich den Anschluss an dieser Gruppe verloren hatte. Na egal, dachte ich mir und lief weiter. Ich weiß nicht wieso, aber es war ganz plötzlich vorbei mit meiner Kraft.

 

Meine Tagesform spielte scheinbar nur für rund 11 KM mit. Ich wurde langsamer und verlor von KM zu KM Zeit und Kraft. Ich merkte förmlich, wie mir alles meinem Körper entzogen worden ist und jeder Schritt fiel einfach nur noch schwer. Selbst das Publikum, welches nach KM 12 mehr wurde, puschte mich kein bisschen mehr. Ich befand mich auf der langen geraden (ein Wendepunkt) und sah rechts von mir die ganzen Läufer (-innen), die den Wendepunkt schon hinter sich hatten. Ich dachte: " die haben es gut, die laufen jetzt langsam Richtung Ziel "! Ich war so KO, lief und lief und dachte, der Wendepunkt geht nie vorbei. Psychologisch irgendwie kein schöner Streckenabschnitt, wenn man platt ist! Als ich merkte, dass ich trotz Gel immer schlapper wurde, schminkte ich mir bei ca. KM 14 meine Bestzeit ab. Ich konzentrierte mich nur noch darauf, diesen Lauf irgendwie laufend hinter mich zu bringen.

 

Bei ca. KM 16 entschied ich mein 2. Gel zu nehmen, legte am Verpflegungsstand eine Gehpause, mit einem Becher Wasser ein und hoffte innerlich, dass es mir nun einen Schub gibt. Doch auch dieses war wieder nur Wunschdenken - meine Tagesform spielte mir heute einen großen Streich ! Jeder Schritt war einfach nur noch schwer, ich konzentrierte mich nur noch darauf, nicht ins gehen zu verfallen und wünschte mir aber trotzdem eine Zielzeit von unter 2 Stunden. Die Brücke kurz vor der Zielgeraden, schaffte ich dann nur noch trabend, das hatte nichts mehr mit laufen zu tun :-) Auf der Zielgeraden, als es dann bergab ging, glaubte ich noch einmal richtig schnell geworden zu sein, doch meine Uhr sagt mir etwas anderes. Ich glaubte einen Spurt eingelegt zu haben, weil ich keine 2 vorne stehen haben wollte, doch auch hier wieder Fehlalarm. Im Ziel angekommen, war ich richtig deprimiert, traurig und völlig erschöpft. Ich verfiel in einem extrem langsamen Gehschritt, ganz in Gedanken und regte mich direkt über einen Ordner auf, der mich anheizte schneller Platz zu machen, da das Läuferfeld extrem groß sei.

 

Schnell traf ich auch auf Roland und Rainer und wir quetschten uns nach einem kurzen austauscht durch die Zielverpflegung. Hier muss ich sagen: "Das gefiel mir diesmal gar nicht"! Es war einfach nur extrem voll und nur noch ein reines Gedrängel. Es war nichts gemütliches mehr, wie man es vor drei Jahren kennen gelernt hat. SCHADE !!! Das Läuferfeld ist meiner Meinung nach, für den Zielbereich viel zu groß geworden. Aufgrund des Gedrängel und dem Wetter machten wir dann auch schnell die Wende zu der Halle, wo wir unser Kleiderbeutel hatten. Auch hier ist anzumerken, dass das Läuferfeld einfach zu groß geworden ist. Die Halle war prall gefüllt und wir fanden nur noch ganz oben ein ruhiges Plätzchen, um uns aus den nassen Sachen zu schälen.

 

Jetzt haben wir schon Dienstag und ich muss sagen, dass ich immer noch richtig traurig über diesen Lauf bin. Er war für Frankfurt so enorm wichtig für mich!! Jetzt habe ich einen Lauf hingelegt, der mir für Frankfurt nichts sagt. Ich weiß gar nicht, wo ich jetzt stehe. Laut Training meinte ich in Bombenform zu sein und laut dem Ergebnis hier, sieht es ganz im Gegenteil aus. Ich kann jetzt spekulieren wie ich will, finde aber keine klare Antwort darauf, warum es so gelaufen ist. Es kann viele Gründe geben, aber woher weiß ich, welcher Grund es war?

 

Mit diesem Lauf ist irgendwie die Vorfreude auf Frankfurt geplatzt :-(

 

 

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