Leverkusen Halbmarathon

 

51. Wettkampf

 

Laufzeit 1:57:16

 

Platz 1271 von 2136 Teilnehmer

 

 Platz 17 in AK

 

 

 

Leverkusen Halbmarathon / 08. Juni 2008 / HM

 

07:06:2008

 

Zum zweiten Mal in Folge werde ich hier an den Start gehen. Seit der ersten Mai Woche wird dieser Lauf mein 5. Wettkampf sein. Viele denken jetzt vielleicht: "Boh so viele Wochen hintereinander WK"! Von meiner Seite aus, ist das aber geplant, da ich meine Marathonplanung für dieses Jahr doch leicht abgeändert habe. Mein zweiter Marathon für dieses Jahr soll wieder Frankfurt werden. Da ich für diesen Marathon meine Grundschnelligkeit verbessern möchte, bevor ich dafür, ins Marathontraining einsteige, werden noch mehrere WK in den nächsten Wochen folgen. Distanzen werden alle dabei sein. So läuft man richtig schöne Tempoeinheiten, die man allein im Training nie laufen würde :-)

 

Langsam bin ich seit Beginn des Jahres genug gelaufen, bedingt durch meinen Bandscheibenvorfall an der HWS. Das Problem habe ich mittlerweile aber Gott sei Dank sehr gut im Griff :-)

 

Laut aktueller Wettervorhersage soll es morgen Vormittag ja nicht ganz so heiß werden, wie man für Leverkusen gewohnt ist, daher sollte eine Zeit von unter 2 Stunden wohl wieder drin sein, auch wenn die Strecke nicht die einfachste ist. Nachdem ich aber selbst in Koblenz die sub 2 Std. geschafft habe, bin ich eigentlich zuversichtlich. Vielleicht schaffe ich ja sogar etwas schneller. Bei einer Zeit von unter 1:58:00 Std., hat mein Schatz mir versprochen, dass wir den Frankfurt Marathon zusammen laufen - und das obwohl er gar keinen Marathon mehr laufen wollte :-) Freu-Freu!

 

08:06:2008

 

Manchmal tut es gut, wenn man Reize gesetzt bekommt, für einen Wettkampf. Noch einen Tag vor dem Wettkampf, schmeißt Roland in den Raum, dass er mit mir den Frankfurt Marathon zusammen läuft, wenn ich eine Zeit, von unter 1:58:00 laufe. Da ich noch hin und her gerissen war, ob ich überhaupt in Frankfurt starte und Roland nur als Groupie dabei ist, war das ein Satz, der mich aufweckte. Der Gedanke in Frankfurt zu starten reizte mich, aber mich schreckte es ein wenig ab, dass Roland Ende Oktober so lange an der Strecke auf mich warten muss. Also kam das eigentlich wie gerufen :-) Ob die Rechnung allerdings aufgeht, war schon ein Gefühl aus gemischten Gefühlen.

 

Es lag gerade mal eine Woche zwischen den Koblenz HM und heute. Auch wenn ich nur 15 ganz lockere KM nach Koblenz gelaufen bin, um mich gut zu regenerieren, so lag mir im Kopf, dass ich mich in Koblenz ja schon ganz gut verausgabt habe. Die heutigen Temperaturen von ca. 18 Grad, boten allerdings schon andere Bedingungen als Koblenz. Die profilierte Strecke allerdings blieb gleich. Das ich die Zeit schaffen könnte, damit spekulierte ich schon, dass ich aber eine so viel bessere Zeit erreichen könnte, als in Koblenz, daran hätte ich selbst nie geglaubt.

 

Ich stand also in dem großen Läuferfeld und träumte vom Frankfurt Marathon. Ich war mir sicher, ich wollte das schaffen. Pünktlich viel der Startschuss und das Feld bewegte sich vorwärts. Deutlich besser aufgestellt, als im letzten Jahr, fand ich hier schon nach 500 Metern mein Tempo. Das Feld löste sich deutlich schneller. Auch wenn ich knapp hinter den Zugläufern 1:59:59 stand, so war ich schnell an denen vorbei. Die ersten 5 KM verliefen leicht bergauf, aber wirklich gespürt habe ich das nicht.

 

Locker und glücklich dabei zu sein, verflogen sie einfach nur und mit einer Zeit von 27:53 Minuten, war ich schneller unterwegs, als in Köln (10/2007), wo ich meine PB lief. Ich fühlte mich gut, was will man mehr. Bei KM 10 (54:47 Minuten) erreichte ich meine 3. schnellste 10er Zeit und mir war eigentlich klar, dass Roland sein Ticket für Frankfurt bekommt :-) Aus den eigentlich 18 Grad wurden allmählich gefühlte 25 Grad, ansonsten war alles gut. Ich genoss jeden KM und freute mich auf die näher rückende Zielgerade.

 

Als ich mich die 12 KM-Marke näherte, entschied ich für mich, heute 3 Gels zu nehmen. Das erste hatte ich mir nach KM 6 eingeschmissen. Das 2. plante ich dann spontan bei 12 und das dritte sollte dann bei KM 18 fällig werden, damit ich für die Zielgerade noch Kraft habe. Nach KM 12 kam der Streckenabschnitt durch den Stadtpark, welcher mir persönlich schon gefällt, aber wieder einmal viel Kraft gekostet hat. Bereits im letzten Jahr viel mir dieser Abschnitt sehr schwer, doch ich schob es auf die pralle Sonne.

 

Heute jedoch gab es keine pralle Sonne und es viel mir wieder einfach nur schwer. Bei KM 15 lag ich so gut in der Zeit, dass mir klar war, hier meine PB zu sprengen. Voller Vorfreude, mit Roland in Frankfurt zu starten und Freude über die Zeit, ging es auf den letzten 1/4 der Strecke. Die KM wurden schwerer, aber bis hier her konnte ich den Lauf voll genießen. Alles lief so gut, bis ich zwischen KM 17 - 18 einen plötzlichen Einbruch erlebte und eine Gehpause eingelegt habe. Mit einem KM - Split von 6:56 Min., habe ich auf diesen KM gute 1 1/2 Minuten verloren. Aber die Pause hat mir gut getan. Ansporn wieder anzulaufen gaben mir die Zugläufer 1:59:59, die mich plötzlich überholten. Ich dachte mir: "Nein das kann jetzt nicht sein - Du läufst bis hier her so gut und versaust jetzt alles"! Mein Ehrgeiz wurde geweckt und ich setzte unvorstellbar schnell Kräfte frei, die ich mir 1 Minute vorher eigentlich nicht mehr zugetraut habe.

 

Ich konnte wie auf Knopfdruck meine Pace wieder aufnehmen - ja sogar noch steigern! Es fiel mir zwar von Meter zu Meter einfach nur schwer, aber mit einem Blick auf die Uhr kämpfte ich mich durch. Bei KM 19 rechnete ich mit einer Pace von 6 Min. meine Zielzeit aus und wusste die Zeit von 1:58 fällt trotzdem. Als ich bei KM 20 sah, dass ich deutlich schneller lief als 6 Minuten und sogar eine sub 1:58 möglich ist, nutzte ich die Zielgerade, die nur noch bergab geht und legte einen erstaunlichen Spurt hin. Keine Ahnung, ob es der Adrenalinspiegel, das Publikum oder das Gel war, wie ich das noch schaffte.

 

Völlig abgekämpft, aber glücklich überlief ich mit einer Zeit von 1:57:16 die Ziellinie und suche Roland. Es dauert nicht lange, da springt Roland mir schon im Arm und freut sich bald mehr, als ich. Ich konnte ihm nur noch meine Zeit zeigen und wollte mich hinsetzen. Durch dieses plötzlich abstoppen im Ziel, sackte wahrscheinlich mein Puls / Kreislauf viel zu schnell wieder runter, so dass mir plötzlich total schwindelig wurde. Nach einer kurzen Pause, ging es mir wieder gut und ich redete drauf los :-) Richtig schade war aber, dass ich das ersehnte Publikum zwar hörte, doch nicht wirklich genossen habe!! Aber so ist es, wenn einen der Ehrgeiz packt :-) Das genießen verschiebe ich dann auf das nächste Jahr, denn dann bin ich wieder dabei - das steht fest.

 

Roland hat sein Ticket für den Frankfurt Marathon und ich bin sooooo stolz!!!

 

 

0 KM - 5 KM

5 KM - 10 KM

10 KM - 15 KM

15 KM - 20 KM

20 KM - 21,095 KM

0:27:53

0:26:54

0:27:35

0:28:50

0:06:04

 

 

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