132. Wettkampf

 

Laufzeit: 3:09:34

 

Platz 3252 von 5628 Finishern

 

Platz 73 von 210 in AK W40

 

Frauenwertung: 369 von 1175

 

Wetter: trocken, sonnig, 5 Grad (beim Start) - ca.10 Grad (beim Ziel) 

 

42. Hermannslauf / 28. April 2013 / 31,1 KM

 

Alles war einfach perfekt

 

Wenn morgens um 4:45 Uhr der Wecker klingelt, kann es nur was ganz Besonderes geben J Ja – und der Hermannslauf war wieder einmal ganz Besonders! Eine Stunde später saßen wir (wie geplant) in unserem Auto. Die Temperatur lag gerade mal bei 3-4 Grad, aber der Himmel sah schon jetzt so aus, als sollten wir wundervolles Wetter bekommen.

 

Trainingstechnisch war ich mir nicht wirklich sicher, ob ich gut drauf sein sollte. Durch den langen Winter, kam man nur sehr spät ins Haldentraining. Über meine gelaufenen Kilometer kann ich zwar nicht klagen, aber trotzdem war es deutlich weniger, als im letzten Jahr. Somit war die Planung – was könnte ich schaffen? – gar nicht ganz so einfach. Trotzdem plante ich eine sub 3:10.

 

Vor Ort angekommen, hieß es Startnummer und Shirt abholen. Es war alles noch sehr ruhig und leer. Wir trafen auf Conny, Franz und Jutta (Bekannte der Malta-Reise) und hielten noch ein Quätschchen, bevor wir noch einmal zum Parkhaus gingen, um unseren Kleiderbeutel zu organisieren. Da der Himmel hier nicht so strahlend blau war und die Temperatur bei 3 Grad, war es eisig kalt. Somit stand die Kleiderwahl für den Lauf nicht wirklich fest und alles kam einfach in den Kleiderbeutel J Alles lief super und schon saßen wir auch in eines der Busse, womit wir zum Denkmal gefahren wurden. Meine Nervosität, welche bis hier her nicht wirklich großartig anstieg, machte sich nun also doch sehr breit.

 

Oben angekommen, glaubten wir zuerst, dass wir wahnsinnig viel Zeit haben sollten, doch diese raste so an uns vorbei. Wir, Conny, Franz und auch Tanja (eine Laufbekannte) unterhielten uns so aufgeregt, dass wir uns schneller Startklar machen mussten, als man gucken konnte. Selbst jetzt waren wir uns nicht wirklich sicher, was wir anziehen sollten. Es war einfach nur bitter bitter kalt. Man war so am zittern, dass man kaum die Startnummer befestigen konnte. Also nach langem hin und her, entschied ich mich dafür, doch ein langärmliges Shirt anzulassen. Darunter noch ein dünnes Hemd ohne Ärmel. Ab zu den Dixi`s und Kleiderbeutel abgeben, damit man heute mal zeitig im Startblock kommt. An den Dixi`s war die Hölle los. Hier stand man ohne Ende. Was sich aber eigentlich als gut auszeichnete, denn als wir hier eine Ewigkeit vertrödelten, kam auch irgendwann die Sonne hervor. Man konnte zusehen, wie sich der Himmel in strahlend blau verwechselte. Kurzentschlossen planten wir dann doch noch einmal um und es hieß doch ein Singlet anziehen J Das hatte ich auch noch nicht *Hi-Hi*

 

Zum Lauf:

 

Im Startblock hatte ich in diesem Jahr richtig Glück und fand ein Plätzchen ganz weit vorne. Schon fast an dem Absperrgitter, welches uns von Startblock A trennte. Auch hier verging die Zeit wahnsinnig schnell, was aber auch gut war, denn ich wollte mittlerweile einfach nur noch los. Wieder mit einer wahnsinnig guten Stimmung, wird der Startblock A – fünf Minuten vor uns auf die Reise geschickt. Als für uns die Absperrgitter geöffnet wurden und wir bis zur Startlinie vorrücken durften, wurde ich so nach hinten hin durchgereicht. Also standen wir an der Startlinie und mein eigentlich so guter Platz war weg – ich stand nun viel weiter hinten, als letztes Jahr.

 

Pünktlich fiel dann auch für uns der Startschuss und ich kam erstaunlich gut weg. Ja – sogar deutlich besser als im letzten Jahr. Das war echt prima J Beim umkurven des Denkmals tippte Jutta mich von hinten an und wir liefen ein paar hundert Meter gemeinsam. Doch als es steil abwärts ging, ließen wir beide einfach nur rollen und Jutta zog davon. Ich kenne die Strecke und nehme mich hier doch ziemlich zurück. Mein Respekt, mich hier abzuschießen ist einfach viel zu groß. KM 1 habe ich dann direkt verpasst – keine Ahnung ob ich einfach zu sehr auf die Strecke fixiert war oder ob es kein Schild gab. Das Feld in dem ich steckte war einfach nur genial. Wir waren, wie ein riesiger Laufclub, welche alle exakt dieses Tempo trainiert haben. Klar gab es zig Leute, die hier auch an einem vorbei sausten, aber im Großen und Ganzen kann ich sagen, rannte die gesamte Masse ein ziemlich gleiches Tempo. Einfach genial. Ich fühlte mich somit von Beginn an richtig wohl. Meine Pace lag – wie auch meine Vorgabe zeigte – immer unter meiner eigentlichen Marathonpace.

 

Beim Kilometerpunkt 4 nach 5 kam ich dann zum ersten Mal aus meinem Rhythmus. Hier teilt sich die Strecke in einem schmalen Trampelpfad und einem Reiterweg. Bekannt ist eigentlich, sich für den Trampelpfad zu entscheiden, da der Reiterweg schwieriger ist. Doch ich fühlte mich in dieser Masse hier einfach nicht wohl. Die Strecke war so voll, dass ich nie sah, wo ich meinen Fuß als nächstes aufsetzten konnte. Somit entschied ich mich nach knapp 500 Meter auf den Reiterweg zu wechseln. Und das war gut so. Hier war es vom Untergrund zwar leicht schwieriger, weil man eben durch Sand rennt, aber man konnte seinen eigenen Rhythmus laufen und man sah, wo man hintritt.

 

Bei KM 5 hatte ich dann meinen ersten Zeitabgleich, mit meinem Paceband. Mein Band sagte eigentlich 28:38 Minuten und ich lag knapp unter 28 Minuten. Ich hatte also ein kleines Polster von knapp über 30 Sekunden J Ob das hier beim Hermann gut oder schlecht ist, weiß man nicht *lach* Mit einem gleichmäßigen Schritt, rannten die Kilometer nur so an mir vorbei. Immer wieder horchte ich in mich hinein, weil das Tempo immer leicht schneller war, als geplant, aber ich fühlte mich einfach nur wohl. Es lief rund und locker. Das Feld war weiterhin einfach wie geschaffen für mich. Selbst als es den Ehberg rauf ging, fand das Läuferfeld ein Tempo, wo man sich einfach nur mittreiben lassen konnte. Bis fast ganz nach oben trabte die Masse ein gleichmäßiges Tempo. Bis auf eine kleine Verschnaufpause von rund 20 Schritten, kam ich hier laufend hoch *FREU* Beim abwärtsrennen kann man sich wieder gut erholen und zur Puste kommen, bevor man dann die Panzerstraße passiert. Hier war heute eine mega Party. Hier hatte ich, fast die gesamte Straße, eine wahnsinnige Gänsehaut. Es war einfach perfekt.

 

KM 10 dann mein nächster Zeitabgleich. Erneut erlief ich mir einen kleinen Puffer und hatte nun mehr als eine Minute gut. Auch wenn ich mich freute und ein wenig euphorisch wurde, dass die sub 3:10 drin sein sollte, so holte ich mich schnell zurück, denn eigentlich beginnt jetzt der Hermann erst richtig und das sah ich auch an meine Pace J An eine Marathonpace war ab hier kaum noch zu denken. Nur noch wenige KM lagen auch nur annähernd daran und das zeigte auch mein nächster Paceabgleich bei KM 15. Bis hier her hatte ich schon ein wenig von meinem Puffer wieder verzockt.

 

Den Tönsberg in Richtung KM 15 schaffte ich natürlich nicht laufend. Hier kam dann meine erste längere Gehpause. Aber beruhigend ist ja, dass es allen anderen genau so geht. In schnellen Schritten kam ich oben an und fand auch direkt wieder in meinem Laufschritt. Es wurde mittlerweile auch schon schwieriger, aber immer noch fühlt es sich trotzdem gut an und ich genoss es dabei zu sein. Als es nach Orlinghausen runter ging, war ich total gefläscht. Was hier abging, erlebte ich noch nie. Menschen über Menschen, welche eine Party vom allerfeinsten machten. Schon in den letzten beiden Jahren genoss ich es, hier durch zu laufen, doch was hier und heute abging, war unschlagbar!! Einfach nur genial.

 

Bis KM 20 war von meinem Puffer nicht wirklich viel mehr übrig und somit hieß es, nach Plan zu laufen, wenn die sub 3:10 fallen sollte. Aber noch glaubte ich daran, dass ich es schaffen sollte. Als es nach dem Schopketal in Richtung Treppen ging, sah ich schon von weitem, dass es sich dort richtig staute. Ich entschied mich somit, nicht an der Getränkestation zu halten, sondern durchzulaufen, um zumindest hier noch an ein paar Teilnehmer vorbei zu kommen. Als ich dann vor den Treppen in einem mega-Stau stand, wurde ich erneut von hinten angetippt. Es war Jutta J Da wir hier eh nur richtig zäh hoch kamen, konnten wir auch ein kleines Quätschchen einlegen.

 

Hier wurden wir dann für einen Moment aus dem Lauf gerissen. Einer der Wanderer ist hier zusammen gebrochen und wurde gerade reanimiert, als wir hier vorbei mussten. Das geht unter die Haut und holt einen ziemlich aus dem Rennen raus. Mit einem ziemlich unguten Gefühl ging für uns aber die Reise weiter. Da man hier über Stock, Stein und Wurzeln muss, wurde man aber auch relativ schnell wieder aus den negativen Gedanken geholt. Hier bei diesem Lauf, darf man sich nicht ablenken lassen, auch wenn es schwer fällt.

 

Bevor es den Eisernen Anton hoch ging, war ich etwas verwirrt. Eigentlich sollte da noch ein KM-Schild 24 kommen, doch irgendwie sah ich das nicht, sonder traf irgendwann direkt auf KM 25. Laut Paceabgleich sollte ich plötzlich knapp sieben Minuten gut haben. Das ging doch gar nicht. Wo war KM 24? Wo kamen diese vielen Minuten plötzlich her? Irgendetwas lief hier falsch. Doch was? Aber wieder hieß es, einfach laufen – aufpassen und nicht zu viel Denken.

 

Es ging nun die letzte Steigung „den eisernen Anton“ hoch. Hier hatte ich nicht wirklich viel Kraft mehr, um diesen Anstieg laufend zu meistern und die nächste längere Gehpause wurde eingelegt. Auch wenn meine Beine mittlerweile ziemlich schlapp waren, so kam ich oben doch wieder schnell in einen Laufschritt, welcher zu Beginn erst nicht mehr so flüssig war. Aber noch war nicht jeder schwierige Abschnitt geschafft, denn nachdem man am Anton abwärts gerannt ist, muss man noch einmal Treppen hoch. Diesen Streckenabschnitt hatte ich irgendwie überhaupt nicht mehr in meiner Erinnerung.

 

Als ich auch diese hinter mir hatte, kam ich zuerst nur noch zäh in einen Laufschritt, aber es klappte irgendwann doch wieder. Meine Beine waren nun richtig müde und bei jedem noch so kleinen Hügel, merkte ich meine Oberschenkel. Doch ich merkte auch nur die Oberschenkel. Von der Puste her, ging es mir noch recht gut. Die war noch nicht wirklich dünn, denn ich konnte sogar das Tempo wieder richtig anziehen. Ich freute mich auf das KM-Schild 30, denn hier sollte ich ja noch einmal einen Paceabgleich haben, bevor es dann eigentlich nur noch abwärts Richtung Ziel geht. Schon vor dem Schild war ich leicht verwirrt, weil klar war, hier stimmt was nicht. KM 30 zeigte meine Uhr eine knappe 3:01 !! Laut Plan dürfte ich weit über 3:03 liegen. WOW – wie genial ist das denn? Das hieße, wenn ich für den Rest 6 Minuten benötigen würde……. *FREU*……

 

Auch wenn ab KM 25 eigentlich klar war, dass hier mit den Schildern etwas schief lief, ließ ich mich irgendwie fläschen und rannte wie eine wilde Richtung Ziel. Ich rannte und rannte und rannte – doch wo war denn nun das Ziel. Ich war so wahnsinnig schnell und irgendwie zog sich dieser angebliche Kilometer wie Kaugummi. Das ging doch gar nicht. Ich war wirklich richtig schnell – nicht nur gefühlt! Irgendwann sah ich dann den Zielbanner. Endlich! Ich schätze, dass ich ab hier noch mindestens 2 Minuten benötigte und kontrollierte nun hier noch einmal meine Zeit. Schnell war klar, ich muss weiterhin Gas geben, damit die 3:10 fällt. Und es klappte auch prima – mit einer Zielzeit von 3:09:34 überlaufe ich die Ziellinie und bin stolz wie Bolle J Ich habe mein Ziel erreicht und somit eine neue persönliche Hermann-Bestzeit *FREU*

 

Nur wenige Sekunden nach meinem Zieleinlauf, wurde ich von hinten angetippt – und wieder einmal war es Jutta *LACH* Sie ist heute hier ihr Debüt gelaufen und hat ebenfalls die 3:10 geknackt. Hier ein dickes „herzlichen Glückwunsch an Jutta“!!!

 

Auch mein Schatz bestätigte eine magische Grenze. Er erlief sich eine sub 2:30 *FREU* Ich bin stolz auf Dich mein Schatz!!

 

Auch wenn man nach den Hermann merkt, wo und wie viel Muskeln man so hat, steht für mich heute schon fest –

*Ich freue mich auf 2014!*

 

 

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