Monschau-Marathon

Sehr guter Lauf auf anspruchsvollen Streckenprofil…

Die Eifel war uns bisher meist nur durch useliges Wetter beim Durchfahren zu anderen Regionen bekannt. Einen Wettkampf hatten wir hier nie, ein Wochenende haben wir bisher hier nie verbracht. Im Nachhinein – leider !

Von Gladbeck aus ist man recht flott dort und so fuhren wir gegen Freitag Mittag in Richtung Mützenich bei Monschau. Gegen 16.00 Uhr waren wir schon in Laufklamotten auf dem Stehling beim Eifel-Blick. Zuvor alles in einer wunderschönen Ferienwohnung ausgepackt und verstaut.


Direkt an unsere Ferienwohnung führten zwei Wanderwege in das Landschaftsgebiet Venn. Wir wählten die 9 km Runde und hielten uns an die markierten Schilder. Eine traumhaft schöne Strecke und deshalb mussten wir sehr oft abstoppen um den wundervollen Blick über die Eifel zu genießen. Eigentlich hatte dieser Lauf so kurz vor dem Marathon schon zu viel Höhenmeter, aber es war einfach etwas für die Seele. Zwischendurch liefen wir noch einen kleinen Abstecher über die Grenze nach Belgien und zurück. Anschließend weiter auf die Wanderroute den Schildern entlang. Irgendwann liefen wir nur noch an eine Hauptstraße entlang ohne weitere Schilder. Wir hatten uns scheinbar verlaufen. Aber so verlaufen, dass wir nichtmals einen Anhaltspunkt hatten, wo wir waren. Wir fragten einen Gastwirt nach der Straße unserer Ferienwohnung. Dieser kannte diese nicht. Angelika fragte schließlich in Mützenich ein Pärchen, die in ihren Vorgarten standen und diese kannten die Straße. Wir waren letztlich nur rund 1,5 km von der Wohnung entfernt. Glück gehabt. :-)

Nach unserer eigenen Pasta-Party in unserer Ferienwohnung fuhren wir nach Konzen zur Marathon-Vor-Open-Air-Fete. Nett gemacht, gute Musik – aber eher für Angehörige der Helfer oder für Ortsansässige. Gegen 23.00 Uhr soll es dort richtig voll gewesen sein. Wir waren schon gegen 21.30 Uhr weg, da wir so kurz vor dem Marathon nicht zu spät in die Heia wollten.

Am Samstag ging es nach dem Frühstück nach Monschau, uriger romantischer Ort, aber auch knackige Parkgebühren. Mittags einen kleinen Snack in einer Bäckerei in Imgenbroich genommen, bevor es nach Konzen zur Startunterlagen-Ausgabe ging. Neben dem Mini-Marathon fanden auch noch ein paar Walking-Wettkämpfe statt. Gegen 16.30 Uhr holten wir unsere Unterlagen und aßen anschließend noch Nudeln und Salat im Festzelt. Für 5,00 Euro konnte man Pasta essen, soviel man will. Das ließ sich Rolli nicht zweimal sagen!


In der Ferienwohnung wurde anschließend alles für den Marathon-Tag vorbereitet und früh schlafen gegangen. Der Wecker ließ einen brutal aus den Träumen erwachen. 5:00 Uhr Aufstehen zum Frühstücken. Gegen 6:30 Uhr waren wir bereits in Konzen und warteten darauf, dass es endlich losging. Wir trafen noch Sven und Frau bevor es in Richtung Start ging. Eine Zielzeit hatte ich mir nicht vorgenommen – Spaß haben an der Landschaft, nach Möglichkeit mit einer 3 vorne.

Nach der gestrigen Hitze, war es heute stark bewölkt mit rund 18 Grad, aber sehr drückend. Eine Luftfeuchtigkeit, wo man schon nach einigen Kilometer durchgeschwitzt war, als ob man unter der Dusche stand. Im Startblock das gewohnte Bild – Staffelläufer, die eine 10-km-Distanz liefen und von weit über 1 Stunde sprachen, standen ganz vorne – trotz Chipmessung. So breit war der Weg nach dem Start nunmal auch nicht, um an manchen gut vorbei zu kommen. Ich hatte die Ruhe weg und ließ sie alle rennen. Zunächst geht es meist leicht bergab, evtl. mal eine kleine Rampe zwischendurch, wechselten Untergrund. Mal Asphalt, mal Waldboden. Und genau hier bin ich wesentlich vorsichtiger als sonst. Immer schwirrt mir noch der Sturz vom Rennsteig-SM im Kopf. So möchte ich nicht noch mal stürzen, denn da reichte auch schon eine kleine Unebenheit. Für zukünftige Trailläufe bin ich also nicht mehr geeignet. Ich drossel also hier sogar das Tempo obwohl es Abwärts geht. Getrunken habe ich auch genügend, denn ich muss bei km 2 bereits in die Büsche, kurz vor Monschau nochmal. Kostet alles Zeit, aber beim Monschau-Marathon nimmt man es nicht so genau um ein paar Minuten. Die 3:45er Zugläufer waren bereits vor mir. In Monschau überhole ich sie zunächst. Hier in Monschau läuft man fast komplett auf Kopfsteinpflaster. Man läuft einen großen Bogen durch den Ort bevor es wieder ortsauswärts geht. Bei km 7,5 überquert man eine Holzbrücke. Hier ist auch eine Getränkestation. Vorsichtig muss man hier gerade bei den Treppfenstufen abwärts sein. Nun kommt der erste knackige Anstieg, der über 300 m geht.


Der Ausblick über das Rurtal entschädigt anschließend für die Anstrengung. Schade das es so diesig und bewölkt ist. Mein Tempo hat sich mittlerweile bei 5:16 bis 5:18 Min. je km eingependelt. An der Getränkestation bei zirka bei km 10 in Wildau nehme ich mein erstes Gel, denn ab km 12 kommt ein knackiger Anstieg über 2 km. Und wahrlich – es ist knackig. Der Empfehlung des Veranstalters, um sich nicht für den Rest abzuschieben – eine Gehpause einzulegen nehme ich sozusagen an. Auch wenn es meist nur ein paar Schritte sind. Kraft sparen für die restlichen 30 km. Zwischen diesen beiden Kilometern gibt’s aber auch eine kurze flachere Passage, wo man sich gut erholen kann, bevor es weiter bis 15 aufwärts geht.

Es strengt mich alles sehr an, aber ich erhole mich zwischendurch immer erstaunlich. Die Ausdauer ist also gut vorhanden.

Mal geht es leicht aufwärts mal abwärts, vorbei an Windräder und über Felder. Die Strecke ist wirklich landschaftlich klasse. Nicht umsonst gehört der Lauf zu den schönsten Landschaftsmarathons Deutschlands. Zwischendurch war ich nochmal im Busch gewesen, das hat ein wenig Zeit gekostet. Der Schnitt ist mittlerweile bei 5:23 Min./km gesamt angelangt. An der Getränkestation bei ca. 20,5 km überholen mich deshalb wieder die 3:45er Zugläufer. Das soll nicht sein, also hefte ich mich an denen und bleibe erstmal bei Ihnen. Bei km 21,1 sagt einer von den Zugläufern: Passt 1:52:30 Std.! Das würde auf eine 3:45 auslaufen.

Mich nervt jedoch das Laufen in der Gruppe und als es leicht abwärts geht und die Gruppe Tempo rausnehmen will, erhöhe ich das Tempo und setze mich ab.

 

Komischerweise fluppt es richtig gut. Die Kilometer werden schneller. Die Strecke hat zwischendurch immer mal einen Anstieg zu bewältigen, aber nicht wie auf den ersten Streckenabschnitt. Obwohl ich mir an allen Getränkestationen eine Erfrischungspause gönne, verliere ich nichts an Geschwindigkeit. Teilweise laufe ich deutlich unter 5:00 Minuten den Kilometer.

Man läuft durch das Fuhrtsbachtal und anschließend an Gut Heistert vorbei, einen Verpflegungspunkt mit vielen Zuschauern. Zuschauer sind allgemein nicht viele, meist an den Wechselpunkten der Staffeln. Aber die privaten Anwohner in Orten, haben den einen oder anderen Stand selbst organisiert und versorgen die Läufer. Kurz vor Kalterherberg läuft man an eine Strasse entlang und die Strecke ist ein wenig schmaler. Eine zuvor gestartete Walkerin geht vor mir mit langgezogener Leine ihren Hund (muss ich den bei sowas mitnehmen ??). Sie macht keine Anstalten Platz zu machen. Muss man wenn man den Hund mitnimmt, noch so die Leine spannen ? Ich schlänge mich irgendwie vorbei.

In Kalterherberg ist gut Stimmung. Eindrucksvoll wirkt der Dom, wo man drauf zuläuft und das Publikum die Läufer anfeuert.

 

Immer wieder zucke ich die Kamera um Fotos zu machen, die Zeit muss sein.

Es geht nun immer zwischendurch gut Abwärts. Durch die Ausschreibung weiß ich aber das bei km 34 noch ein guter Anstieg.

Ich werde immer schneller und komme zwischenzeitlich auf einen Gesamtschnitt von 5:13 Min./km. Das würde sogar deuten, das evtl. noch eine 3:39 drin wäre. Ich träume aber nur kurz, denn bei km 34 geht es knackiger hoch als erwartet und das länger als erwartet – fast zwei Kilometer. Ich komme da nur sehr schwer hoch, zwischendurch stoppe ich immer kurz ab und nehme neuen Anlauf. Aber ich verliere viel Zeit. Nur nicht die Pacemaker ran kommen lassen.

Mittlerweile bin ich total k.o., aber jetzt will ich auch die letzten Kilometer kämpfen. Der Streckenabschnitt der jetzt kommt, den kenne ich noch vom Trainingslauf Freitag. Ich weiß deshalb was auf mich zu kommt. Ich halte das Tempo einigermaßen, der Gesamtschnitt ist bei 5:16 Min./km. Bei km 39 läuft man durch das „Honigzelt“, wo die fleißigen Läufer, Löffel mit Honig reichen. Ich begrüße alle, aber winke ab – Honig ist nicht mein Dingen. Jetzt geht es gut bergab und ich kann das Tempo nochmal erhöhen und überhole sogar noch einige.

 

Je gestoppt werde ich kurz nach km 41. Hier geht es nochmal rund 200 m knackig hoch und das über holprigen Stein- und Waldboden. Ein Auf und Ab an – Tempo raus. Der letzte Kilometer steht an, man hört schon die Lautsprecherdurchsagen. Das Publikum feuert einen noch an und nun renne ich nochmal was das Zeug hält.

3:42:30 Std., für einen Marathon mit rund 850 Höhenmetern gar nicht so schlecht. Auf der 2. Streckenhälfte 2:30 Min. schneller als auf der ersten. Das gabs bei mir auch noch nie.

Es fängt in Strömen an zu regnen und ich ziehe mich erstmal um, treffe noch Sven, der 5. im Gesamteinlauf mit 3:04 geworden ist. Nach der Zielverpflegung gehe ich auf die Strecke um meinen Schatz im Empfang zu nehmen. Auch sie hat einen tollen Marathon erlebt und ist sehr zufrieden.

 

Wir fahren schnell zur Ferienwohnung, duschen, packen alles ein und machen alles sauber, denn gegen 14:45 Uhr haben wir uns mit Sven und Kathrin verabredet. Gemeinsam klönen wir auf dem Dorfplatz mit leckeren Jägertopf und  anschließenden Kuchen, den Marathon aus. Erst als alles abgebaut wird, machen wir uns auf den Weg nach Hause.

Ein tolles Marathonwochenende, das viel zu schnell vorbei ging.

 

236. Wettkampf Datum Distanz Zeit Gesamtplatz AK-Platz Schuh
  Monschau 09.08.2015 Marathon 3:42:30 Std. 86. von 538 15. von 93 Nike Pegasus

 

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