Marathon in Bertlich, total "beknackt" oder doch die ideale Alternative ?

Der Überschrift nach kann man die Frage eigentlich beantworten mit: Beides !! Das Hauptziel für 2009 ist eindeutig im Marathon die Sub 3:15 zu knacken. Hierfür habe ich mir 3 Versuche vorgenommen. Februar/März, Düsseldorf und Essen. Da Steinfurt genau auf das Wochenende vom Venlo-Halbmarathon fällt, bleiben eigentlich nur Apeldoorn (NL) und Bertlich. Was spricht gegen Apeldoorn, was gegen Bertlich ?
Apeldoorn: Voranmeldung von über 30 Euro, weite Anreise (gegebenenfalls mit Übernachtung), sehr profiliert, wenn an diesem Tag Schnee liegt - Kohle weg - Sub 3:15 weg !!
Bertlich: Windanfällig, 3 Runden und einsam laufen !! Aaaaaber ein großer Vorteil !! Ich kann morgens entscheiden: Ich starte oder ich starte nicht ! Gerade im Februar muss man mit dem schlimmsten Wetter rechnen. In Bertlich fahre ich vorbei, melde mich an und starte. Kein Stress mit Anreise, keine Kohle zum Fenster heraus geworfen.

Bertlich heißt aber auch, mein Trainingsplan beginnt Mitte November !
Trainieren werde ich wieder nach einen ganz leicht abgeänderten Münster-Plan. Vorbereitungswettkämpfe wird es voraussichtlich keine geben. Auch wenn ich mich danach fühle, das die 5 km-Pb gut wackeln könnte, für Bertlich wäre der erst geplante Angerlauf nicht unbedingt empfehlenswert. Vielleicht ziehe ich wirklich lieber den 35er vor. Mal schauen.

Damit ich nicht ganz so einsam laufe, wird Angelika verschiedene Punkte an der Strecke mit dem Fahrrad avisieren und mich mit Getränken oder anderen versorgen. Laut dem Bertlicher Streckenplan wäre das in jeder Runde die Bertlicher Straße, Recklinghausener Straße und die Ecke Bauernweg. Wenn ich an diesen Punkten vorbei bin, lässt sich der nächste Treffpunkt schnell über Nachbarstraßen erreichen. Ich glaube, zu wissen das alle paar Kilometer "meine persönliche Verpflegungsstelle" kommt, ist ein großer Vorteil bei diesem Einsamlaufen. Den Marathon-Taktikplan habe ich von Peter Greif übernommen, wo es lautet 1-15 km im Schnitt von 4:39 Min., 16-25 km in 4:30 Min., 26-42 km in 4:35 Min. !! Lässt sich aber nie genau so bestimmen, schon recht nicht weil die Strecke uneben ist. Auf dem Kötterweg gehts über eine Brücke, am Linder Weg hinter einem Bauernhof einen Hügel hoch. An diesen beiden Streckenabschnitten darf man nicht zuviel Kraft lassen. Das sind die Punkte, die mir momentan an meiner Sub-Zeit ein wenig Sorgen bereiten.

Das Training zum Windmarathon Bertlich !

1. Woche vom 17. bis 23.11.2008:
Fast wäre nach schon 2 km der gesamte Trainingsplan und die Vorbereitung zu Ende gewesen. In Höhe der Finnenbahn versperrten einige Walker den Weg und beim Vorbeilaufen trat ich auf einen dicken Ast und knickte mit den linken Fuß um. Ergebnis: Einen kräftigen Schmerz, an den ich 3 Tage zu knacken hatte. Abends vermutete ich erst Schlimmeres, aber die aufgetragene Salbe half doch einiges. Mittwochs die geplanten Intervalle waren in keiner Weise mit denen der Vorwochen zu vergleichen. Keine Ahnung woran es lag, jedenfalls kam ich nie in die erwartete Geschwindigkeit. Die regnerischen und stürmischen Läufe haben angefangen. Die Gefahr ist natürlich sehr groß dass man sich leicht eine Erkältung oder ähnliches wegholt. Deshalb werde ich mir nach manchen verregneten Lauf eine "heiße Zitrone" bereitstellen. Ich werde für die Intervall-Läufe wochentags eher Feierabend machen und die anderen an der Straße entlang laufen, wobei dies in der Dunkelheit auch nicht "mein Ding" ist. Da man abends nicht mehr viele Läufer antrifft, übe ich sozusagen das "Einsam"-Laufen für Bertlich.
Aber, wer zu dieser Jahreszeit mit einen Trainingsplan beginnt, darf sich nicht beschweren. Diese Weihnachtszeit bleiben die Dominosteine im Schrank (zumindest der größte Teil :-) ) Trotzdem wird sicher auch das eine oder andere Mal gesündigt. Ab Januar beginnt dann eher die "eiserne Disziplin" :-)
Freitag der flotte Lauf (8 km von 14 in 4:22 Min.) im kräftigen Graupelschauer und bei guten Windböen war ganz schön heftig. Samstag, 25 km im Temposchnitt 5:13 Min. zog sich durch vereinzelte Schneeschauer und sehr viel Matsch.
Im großen und ganzen bin ich mit der Woche zufrieden.

2. Woche vom 24. bis 30.11.2008:
Reduziertes Training wegen den beiden Wettkämpfen. 4 x 1000 m Intervalle ganz ordentlich, danach nur Regenerationsläufe.
Wetter der Jahreszeit entsprechend, kalt - aber noch o.k. !! Blumensaat-10 km-Wettkampf Bestzeit, momentan läuft alles prima !! Der Fünfer tagsdrauf in Bertlich als kleinen Zusatz (oder Grund Kuchen zu essen :-). Für die kommende Woche ist nicht unbedingt Tempo somit angesagt. Die 2. Woche ist zu Ende und  bisher freue ich mich noch immer über die Herausforderung Bertlich-Marathon.

3. Woche vom 01. bis 07.12.2008:
Dienstag lockerer Lauf durch Wittringen mit Stirnlampe bei Schmuddelwetter. Mittwoch Intervalle 3 x 2000 m im Tempo 4:24 Min.! Ich fühlte mich gut ohne das ich mich verausgaben musste. Vor 2 Jahren wäre ich froh gewesen, wenn ich dieses Tempo so locker gelaufen wäre. Im Moment machen aber auch die Intervalle sehr viel Spaß. Was mich in den letzten Tagen wieder verstärkt plagt nach Ewigkeiten: Rückenschmerzen !! Die Gymnastikübungen werden geschlampt und der Reha-Sport fehlt doch sehr. Da ich kaum 5 Trainingseinheiten in der Woche absolvieren werde, stand Freitag ein flotter Lauf von 14 km auf dem Programm - davon 8 in 4:25 Min. ! Am Samstag ging es dann zum ersten langen Lauf nach Bertlich: 2 Runden und mein Kollege der Wind war dabei. Es lief trotzdem ganz gut, obwohl manche ramponierte Straßenabschnitte konzentriertes Laufen erforderlich machen. Einen Ticken zu schnell - aber ich fühlte mich prima. Man stellt sich trotzdem die Frage: Kann man hier 3:15 laufen ?? Der Streckenabschnitt ca. 1,5 km nach den Forellenteichen ist stark beschädigt und das Laufen ist hier selbst im reduzierten Tempo erschwerlich.

Bildergalerie von Impression:

4. Woche vom 08. bis 14.12.2008:
Die 4. Woche war bereits am Mittwoch beendet. Nachdem ich mich abends in Höhe Rockwool auf einen unebenen Asphalt-Stück auf dem Bürgersteig so richtig "auf die Fresse" gelegt habe, ist das Knie richtig aufgeschlagen, blutet noch am Tag danach und macht ein Laufen unmöglich. Ich hoffe es ist nichts Schlimmeres. An ein Laufen am Freitag und Samstag ist nicht zu denken. Ich hasse den Winter - ich hasse dunkle Abendläufe......

Nach dem die Schmerzen heftiger wurden und das Knie immer mehr anschwoll, Gehen und Treppensteigen fast gar nicht richtig funktionierte, fuhr ich noch Donnerstagnachmittag zum Doc: Starke Prellung und die Schürfwunde ist nicht ohne... Sofort mit Jod behandelt und Schmerztabletten verordnet. Jetzt habe ich einige Zeit unfreiwillige Regeneration.

5. Woche vom 15. bis 21.12.2008:
Auch am Montag war das Knie leicht geschwollen und die Schürfwunde "zwiebelte" noch ganz gut. Zu allem hatte ich Samstagnacht noch einen Wadenkrampf vom Feinsten. Aber was soll das Gejammer: Im Gegensatz zu bisherigen Marathonvorbereitungen ziehe ich das hier jetzt voll durch ohne von meinem Ziel abzugehen. Mir sind nach dem Sturz rund 50 Kilometer verloren gegangen, den Angerlauf im Januar werde ich somit endgültig ausfallen lassen, das Marathon-Training ist nun wichtiger.
Am Mittwoch holte ich den Tempolauf nach, konnte aber die Zeit nicht halten. Ein Vorteil hat diese Verletzung: Ich habe endlich einen Grund in kurze Hose zu laufen :-) Eine lange Hose würde an der Wunde nur scheuern. Freitags ein flotter Lauf mit 10 km im Marathontempo. Dieser klappte sehr gut - war ein richtiges Wohlfühltempo (so sollte es am 08.02. sein). Ab nächste Woche geht es wieder nach Schipper zum Rehasport - Krafttraining oder wie immer man es nennen möge. Für meinen Rücken gab es einige Spritzen und auch hier geht es mir schon besser. Richtig uselig war es beim Long-Run am Samstagmorgen. Gestartet noch im dunkeln und das bei strömenden Regen. Der 2. 30er im Gesamtschnitt 5:05 Min./km (0-21 km in 5:18 Min./km 21-30 km Endbeschleunigung im Schnitt 4:33 Min./km).

 

6. Woche vom 22. bis 28.12.2008:
Eine sehr harte Woche: Pute, Sauerbraten, Asti, Mon cherie, Marzipanbrote und diverse Leckereien lächelten mich an und verschwanden sehr schnell in meinen Magen. Klappten die 2 x 5000 im 4:20 Min.-Schnitt am Montag noch sehr gut, so war der langsamere Lauf am Freitag eine richtige Qual. Eigentlich hätte ich schneller sein müssen - um wieder schneller an das Süßigkeiten-Büffet zu kommen, aber Fehlanzeige. Samstagmorgen der erste 35er, das erste Mal in diesem Winter bei Minus-Graden. Da blieb selbst bei mir die kurze Hose im Schrank. Geplant war zunächst eine Endbeschleunigung ab km 25, daran war aber nicht zu denken. Zum einen machten wieder mal nach längere Zeit meine Zehen Probleme, so dass ich sogar unterwegs stehen blieb, den Schuh auszog und sie zurecht bog :-), zum anderen konnte ich zwar das Tempo halten, aber für eine Endbeschleunigung fehlte mir einfach die Kraft. Letztlich kam ein Schnitt von 5:17 Min. für den 35er dabei heraus.
Ein kleiner Zwischen-Blick auf die Waage: 66,8 kg heute nach dem langen Lauf - na dann darf ich ruhig noch mal zuschlagen :-)

7. Woche vom 29.12.2008 bis 04.01.2009:
Die erste Trainingseinheit in dieser Vorbereitung wo ich den Winter so richtig verflucht habe. Montags nach der Weihnachtsfutterei eine flotte  Trainingseinheit: 16 km, davon 12 km in meinem geplanten Marathontempo von 4:37 Min.! Hier war es schon ganz schön schattig. Dienstag Krafttraining bei Schipper, was richtig Spaß gemacht hat. Mittwoch der Silvesterlauf mit Angelika (siehe Bericht) schon bei Minus-Graden. Donnerstag, Neujahrslauf mit Thorsten im regenerativen Tempo. Freitag dann ging es 14 km auf Schnee und teilweise Eis. Da die Vorhersagen nicht besser wurden, plante ich um. Statt evtl. in Bertlich auf gestreuten bzw. nicht freigemachten Landwegen zu laufen, startete ich in Wittringen. Auch das Tempo korrigierte ich nach hinten. 5:00 Min. konnte ich mir auf diesen Untergrund nicht vorstellen, also änderte ich das Durchschnittstempo auf 5:15 Min. ! Dafür sollte es ein wenig länger sein. Als ich aus der Wohnungstür spazierte und mich auf mein Fahrrad setzte, dachte ich, ich sei in Sibirien. Start bei Minus 7 Grad, auf gefrorenen tückischen Boden. Auf mein Hinterteil zu legen, hatte ich nicht wieder vor. Zunächst dachte ich, ich könnte die Jacke nach einigen Kilometern bzw. Runden ausziehen, doch es wurde mir einfach nicht warm. Die meisten Läufer in Wittringen verabschiedeten sich schon nach einer Runde, ich Knalltüte musste natürlich über 30 km laufen. Meinen linken Zehen ging es trotz des intensiven Trainings in den letzten Tagen relativ gut. Ich habe nur ein Problem: Bleibe ich stehen und starte wieder an, kommen für einige hundert Meter die Fussprobleme. Was mache ich also ? Laufe...und laufe...und laufe ohne an meinen Getränkepullen am Fahrradständer stehen zu bleiben. Ergebnis: Nix getrunken, ich war nach 28 km k.o. !! Statt der unterwegs geplanten 35, hörte ich nach 31 km auf. Die Oberschenkel waren wie eingefroren und auf den 2 km Rückweg zum Fahrrad froren mir im wahrsten Sinne die Finger in den nassen Handschuhe ein. Sicherlich genau aus dem Grunde - "nasse Handschuhe" - und gemütlicher Spaziergang. Kälte o.k., aber das hat heute alles getoppt. Selbst zu Hause angekommen, schmerzten die Hände noch lange. Scheiss Kälte....scheiss Winter !! Ein Ende dieser Temperaturen ist leider noch nicht in Sicht !
Nächste Woche möchte ich wieder auf Tempo trainieren, doch bestimmt nicht auf Eis oder Schnee.
91 Wochenkilometer ! Noch 2 intensive Wochen, dann gehts langsam runter.... Wichtig auch für die kommende Woche: Long Run mit 35 km, dafür werde ich wohl von den anderen Einheiten ein wenig wegnehmen.
Ich hoffe einfach mal, dass dieses Wetter nicht am 08.02. ist, denn bisher fühle ich mich auch weiterhin in sehr guter Form und traue mir diese 3:15-3:19, auch in Bertlich zu. Doch bei solchen momentanen Wetterverhältnissen würde ein Marathon kein Sinn machen. Also drücke ich nun meine festgefrorenen Finger, dass es nicht so sein wird. Auch wenn es mich innerlich vielleicht reizt, nächste Woche einen Wettkampf zu laufen, um zu sehen, wie weit ich bin - es wäre eigentlich "Panne"!

 

8. Woche vom 05.01.2009 bis 11.01.2009:
Ich behaupte einfach mal: Die härteste Trainingswoche seit ich laufe liegt hinter mir.
Schneechaos in Deutschland ! Kältekammer Deutschland ...und der bekloppte Roland bereitet sich auf einen Marathon vor. Jahrelang schneit es nicht solche Massen, jetzt gerade wo man in der wichtigen Phase ist..... Montag ein Versuch durch hohen Schnee zu laufen ! Das war nichts, den Lauf hätte ich mir schenken können. Mittwoch ein weiterer Versuch, es sollten eigentlich Intervalle auf dem Programm stehen. Wo ? Wittringen war nicht zugänglich und so lief ich durch Schnee und Eis  auf nicht frei geräumte Fußgängerwege. Aber Tempo war nicht drin. Ich lasse mich von diesen Winter nicht unterkriegen - und ich bin sogar so weit, dass ich denke, selbst bei so einen Wetter den Marathon zu starten. Da nun mal die Wege nicht frei zu laufen sind, kam ich auf die wahnwitzige Idee bei Schipper auf den Laufband zu laufen! Echt pervers ! 20 Kilometer, davon 16 km in 4:38 Min./km! Nach 1 1/2 Stunden dachte ich das Ding gibt den Geist auf! Das Teil stand schon schief im Raum und machte schon komische Geräusche! Leute kamen, Leute gingen - Roland blieb eisern auf dem Band! Die müssen mich alle (zurecht) für bekloppt gehalten haben. Das beiseite liegende Handtuch triefte schon voller Schweiß, denn in dem Raum war einfach eine Bullenhitze! ABER, ich habe meine Trainingseinheit eingehalten, auch wenn danach fühlte als ob ich von einen Elefanten überrollt wurde. Geh mal nach 20 Laufband-Kilometer von dem Dingen: Du meinst Du hättest einen über den Durst getrunken. Wieder ein neuer Rekord, auch wenn ein total Bekloppter.
Der lange Lauf sollte ursprünglich an den Straßen entlang gehen, doch kurzfristig entschied ich mich für die Schneelandschaft Wittringen. 35 Kilometer auf einer holprigen rutschigen Schneedecke Der Elefant vom Vortrag kam nochmal zurück und überrollte mich noch mal. Die 35 Kilometer auf diesen Untergrund zogen sich wie Kaugummi, doch ich schaffte diese Einheit sogar in einem Schnitt von 5:35 Min./km! Ich denke mir: Wer auf so einen Untergrund 35 Kilometer läuft, der meistert auch die kaputte Bertlicher Strecke. Diese Bestzeit (und ich spekuliere immer noch mit dieser 3:15), die habe ich mir nach diesen Wintertrainingsplan verdient. Nachdem ich meine Schneeschuhe auszog erblickte ich mal wieder 3 fette Blasen und einen blauen Zeh, hatte ich schon länger nicht mehr - aber nach dieser Einheit nicht verwunderlich. 55 HARTE Kilometer in 2 Tagen, ich komme kaum die Treppen hoch. Bitte nicht nachahmen...... :-)

 

9. Woche vom 12.01.2009 bis 18.01.2009:
Vom Kilometerumfang die härteste Woche! Montags der 20 Kilometer-Lauf nach Horst und rund um Horst herum am abend. Nicht unbedingt Läufe, die ich nach der Arbeit mag. Da Wittringen die ganze Woche wegen einer spiegelglatten Eisfläche nicht zugänglich war, ging es Dienstag für 8 Kilometer auf das Laufband bei Schipper. Geschwindigkeit: 4:25 Min. je km! Noch bisschen und die schmeißen mich da raus, denn bei dem Tempo vibriert das Gerät völlig. Aber wird wohl das letzte Mal gewesen sein. Anschließend gab es noch ein wenig Krafttraining. Mittwoch dann ein flotter Lauf im Marathon-Tempo in Richtung Bottrop-Welheim. Freitag reduzierte ich das Tempo ein wenig um Kraft für den Langen am Samstag zu sparen. Diesen lief ich mal wieder in Bertlich. Ein guter Durchschnitt von 5:14 Min./km, aber danach war ich auch k.o. ! Das wird am 08.02. sicherlich das Haupthindernis werden: Der Gang in die 3. Runde ! Nach 28 Kilometern merkst Du bereits was Du hinter Dir hast und dann zu wissen: Das Ganze noch einmal !! Naja mal schauen! In den 2 Regenerationswochen kann man, so hoffe ich, viel Kraft schöpfen. Insgesamt in dieser Woche gelaufen: 95 Kilometer !

 

10. Woche vom 19.01.2009 bis 25.01.2009:
Die letzte harte Trainingswoche vor den "Taperwochen". Montags die Intervalle 3 x 3000 m im Schnitt 4:19 Min., Mittwochs ging es in Marathon-Tempo weiter (22 km davon 16 km in 4:38 Min./km). Freitags hieß es nun mal Temporeduzierung, um Samstag einen ordentlichen 35er abzuliefern. Dieser sollte mit Endbeschleunigung auf den letzten 10 Kilometern beendet werden. Wieder ging es nach Bertlich, diesmal mit nervigen Wind, aber zumindest trocken. Die ersten 25 Kilometer in einem Schnitt von 5:18 Min./km, danach beschleunigte ich die kommenden 10 Kilometer auf einen Durchschnitt von 4:40 Min./km. Gesamtschnitt: 5:07 Min./km!
35 km = 2:59:14 Std.! Wäre ich nur ein bisschen langsamer als zum Schluss gelaufen, wäre ich heute mit knapp 3:35 Std. ins Ziel gekommen. Es läuft ganz gut !! Jetzt heißt es reduziertes Training, die Zehen schonen und nicht mehr diese Umfänge, beten das das Wetter am 08.02. mitspielt, ....und weiter jubeln über den Wahnsinns-Gewinn: Teilnahme am New York-City-Marathon 2009 !
In den nächsten 2 Wochen heißt es nun auch die neuen Nimbus einlaufen, damit ich mit diesen in 2 Wochen an Start gehen kann. Bei den jetzigen merkt man langsam das die Dämpfung nachlässt - für die kaputte Bertlich-Strecke sicherlich nicht empfehlenswert.
Schon jetzt steht fest, dass ich rund 60 Kilometer weniger trainiert haben werde, als zu meiner bisherigen Bestzeit beim Frankfurt-Marathon 2007. Weniger Kilometer aber dafür war ich diesmal ein wenig flotter unterwegs. Zudem werde ich wohl in diesem Monat meinen Kilometer-Rekord von September 2007 brechen. Ich werde nach momentan Stand auf rund 375 Kilometer kommen, was aber auch nicht unbedingt verwunderlich ist - da in diesem Monat keinen Wettkampf gelaufen bin.

 

11. Woche vom 26.01.2009 bis 01.02.2009:
Reduzierter Kilometerumfang - reduziertes Tempo: Die letzten Tage vor dem Marathon. Montag und Mittwoch Trainingsläufe im langsamen Tempo, die mir manchmal schwerer fallen als ein flotter Lauf. Es sind wie immer die schlimmsten Tage vor dem Marathon! Man brennt darauf loszulaufen, achtet auf jedes kleine Ziehen an den Beinen oder jedes kleines Kratzen im Hals, doch irgendwie ist es diesmal trotzdem anders, denn ich fühle mich "momentan" in einer sehr gutem Form. Lediglich die Zehen schmerzen nach ca. 15 bis 18 Kilometern, aber bis nächste Woche ist noch ein wenig Zeit und ich hoffe das sich das auch noch beruhigt. Freitag ging es nach dem Krafttraining bei Schipper, 10 Kilometer im geplanten Marathontempo. Samstag dann zum letzten Mal nach Bertlich und diesmal herrschten hier ganz andere Verhältnisse: Starker Wind bis zum Therapiezentrum Feuler und auch zwischendurch erwischte einen immer eine Böe. Das hieß, fast die Hälfte der Strecke mit unangenehmen Wind. Mal schauen, wie es nächste Woche wird. Bei solchen Verhältnissen wie heute wird`s sicher einiges an Kraft und Zeit kosten, aber im Moment überwiegt weiterhin die Euphorie. Von meinen Zielen gehe ich weiterhin nicht ab - entweder falle ich damit auf die Fr.... oder es wird ein Wahnsinns-Lauf. Mental hat mir dieses Wintertraining sehr viel gebracht und ich werde es vielleicht nächstes Jahr wieder machen. Eventuell dann für den Midwinter-Marathon in Apeldoorn. Mal schauen was Walter von diesem Event berichten kann, dann wäre dies sicher eine Alternative für nächstes Jahr. Kein Wettkampf - seit 2 Monaten, so langsam wird`s Zeit. Im Januar erreichte ich meinen absoluten Kilometerrekord: 378 Kilometer.

 

12. Woche vom 02.02.2009 bis 07.02.2009:
Der letzte Wochenbericht von der Bertlich-Vorbereitung. Die Woche verlief nicht doll - was beim Marathon rauskommt wird sich zeigen.
Am Sonntag dachte ich, dass war`s ! Total heiser, Schluckbeschwerden und weitere Erkältungssymptome. Das konnte der liebe Gott nicht ernsthaft meinen? Seit Wochen pulvere ich mir Obst und Gemüse rein, Zitronentee, Hühnersuppe - Vitamine ohne Ende und dann so was ? Damit nicht mehr daraus wird, hatte ich mir literweise Kamillentee, Pfefferminz-Tee und viel Vitamin C reingezogen. Besser ist es geworden, trotzdem fühle ich mich schlapp. Wie heißt es ?
Schwere Beine

Im fortgeschrittenen Stadium der Tapering-Phase fühlen sich Ihre Beine schwer und müde an. Dieses Gefühl wirkt sich auf Ihren gesamten Körper aus.
Die Ursache: Während der Regeneration erneuert sich das Gewebe in den Beinen. Gleichzeitig speichern Sie in der späten Tapering-Phase mehr Kohlenhydrate und Wasser. Dies hat zur Folge, dass Sie das gleiche Gefühl wie nach einer schweren Mahlzeit haben: Sie kommen sich vor wie eine Schnecke.

Naja, ich hoffe mal das es so ist !! Sorgen macht mir noch immer mein Senk- und Spreizfuß - nach einigen Kilometern schmerzen die linken Zehen ganz gut.    Das Wetter wird auch nicht besonders werden, nach momentanen Stand soll es sogar schneien. Doch soll ich mich jetzt mit so etwas verrückt machen ? Vielleicht muss ich heftige Abstriche in meiner angestrebten Zeit machen, vielleicht aber auch nicht. Für mich ist wichtiger diesen Marathon überhaupt zu laufen - "Ich will ein Bertlich-Marathon-Bezwinger" sein

Bertlicher Straßenläufe - Marathon

 

Wie schon auf meiner Seite "Vorbereitung Bertlich-Marathon" geschrieben, verlief die letzte Woche nicht gerade toll. Heiserkeit, Schlappheitsgefühl und die Schmerzen in den Zehen, ließen mich doch arg zweifeln an mein Vorhaben. Drei Ziele hatte ich mir vorgenommen: Mindestziel die 3:22:xx, Wunschziel 3:19:xx, Traumziel 3:15:xx. Irgendwie kamen die Gedanken: "Eh, was hast Du Dir da vorgenommen ? Du bist auf flacher Strecke in Frankfurt 3:23 gelaufen und willst in Bertlich nicht nur die Pb verbessern, nein sogar unter 3:20 laufen ? Und das auf windiger Strecke und Einsam-Laufen ! Du wirst Dich nach Strich und Faden blamieren, nein - Du wirst sogar bei diesem Marathon erste Mal aussteigen weil Deine dusseligen linken Zehen das nicht 42,2 km mitmachen!" Schon lange war ich nicht mehr so nervös vor einem Wettkampf - aber auch genauso hatte ich noch nie ein Marathon so bis ins kleinste Detail geplant. Zum einen die langen Läufe direkt vor Ort in Bertlich, zum anderen die gesunde Ernährung in den letzten Wochen und die genau geplante Streckenversorgung trugen dazu bei. Außerdem gab es seit Donnerstagnachmittag keinen Kaffee mehr für mich. Viele neue Dinge, die ich für diesen Marathon ausprobierte.

 

Ein beschauliches Feld von rund 100 "Verrückten" reihte sich pünktlich um 10:30 Uhr an der Startlinie auf. 1 Grad und ein paar rutschige Streckenpunkte, aber ansonsten tolles Wetter. Kurze Hose bei den Temperaturen ? Naja, einfach mal ausprobieren. Startschuss und schon verdrücke ich mich an meiner Uhr und ärgere mich. Also immer ein paar Sekunden draufrechnen. Gestartet mit Laufgürtel und 2 Getränkepullen. Verhaltener Anfang, immer kontinuierlich trinken und auf keinen Fall zu schnell die Anstiege bewältigen. Kilometer 1 in 4:40 Min., Kilometer 2 in 4:43 Min. ! Das Feld zog sich jetzt schon richtig auseinander. Überschaubar konnte man die Platzierung zählen: 11 sind vor mir ! Erst einmal die morgendliche Begrüßung der Polizei beim Überqueren der Hauptstraße und schon ging es über die Felder. Das Tempo erhöhte ich nun leicht auf 4:34 Min.! Es lief alles prima - erstes Trinken an der Verpflegungsstation, an der nächsten lief ich vorbei und trank aus einer mitgenommen Pulle Wasser. Alles wie geplant. Kilometer 7 ging es leicht abwärts und schon zeigte die Uhr eine 4:29 Min., Kilometer 8 der Anstieg am Bauernhof Feuler in 4:46 Min. ! Auch hier, alles wie in den Vorwochen ausprobiert. Hier dachte ich mir, gut das Du hier trainiert hast - das bringt dir nachher einen Vorteil. Die Abstände zu meinen Vorderleuten wurden immer größer. Nach den Forellenteichen und den kommenden total kaputten Streckenabschnitten war mir bewusst das es hier ein wenig länger dauern würde.

Kilometer 12 eine rutschige Stelle, wo man aufpassen musste. Es ging wieder in Richtung Bertlich und der Gedanke das mein Schatz dort irgendwo wartete, beflügelte einen. Bis jetzt lief alles prima, doch so langsam schmerzten die Zehen und der Gedanke kam: "Das ist bisschen früh - ich bin ja noch nichtmals ein Drittel gelaufen!" Einbiegen zur 2. Runde und Rainer ruft mir zu, ein Griff zum Teller mit Bananenstücken und  bald müsste Angelika auftauchen. Nach meiner Marschtabelle lag ich auf Kurs knapp unter 3:15 Stunden. Meine Salztabletten, wo sind die eigentlich ? Im Moment brauche ich sie zwar nicht, aber für die 3. Runde bestimmt wichtig, damit die Wadenkrämpfe diesmal ausbleiben. Da steht auch schon mein Schatz und wir tauschen den Getränkegürtel, sie drückt mir eine Wegwerfpulle in die Hand und ich erwähne meine fehlenden Salztabletten. Ab gehts !

 

Der Himmel hat sich nun schon zugezogen und der Wind nahm gut zu. Weit und breit keiner in Sichtweite vor mir und nun begann das richtige "Einsamlaufen". Aber dies hatte ich ja den ganzen Winter trainiert. Ein weiteres Mal die Eisenbahnbrücke hoch, die Zwischenzeiten waren jetzt im Bereich 4:40 Min. ! In Höhe der Baumschule an der nächsten Verpflegungsstation war es nun da: Das übliche Bertlich-Wetter. Wenn das so bleibt, da war ich mir sicher - ist die 3:15 schon mal weg. Ein weiteres mal am Anstieg Feuler vorbei und am Forellenhof pfeifte nunmehr der Wind richtig von vorn. Die Zehen schmerzten zwar noch immer, aber es war nicht so, dass es schlimmer wurde. Bei früheren Marathons lief ich immer an den Verpflegungsstationen vorbei, nun mehr griff ich jedes Mal nach einen Becher, knickte ihn zusammen und trank zumindest einen kräftigen Schluck. Zusätzlich hatte ich nunmehr in dem 2. Getränkegürtel mein Iso-Getränk. Das erste Gel und es ging wieder in Richtung Bertlich, ich hatte etwas an Zeit verloren - doch darum machte ich mir keinen Kopf, bis jetzt klappte alles prima, außer das das Wetter schlechter wurde. Ein weiterer Griff zu den Bananen und schon ging es in die 3. Runde. Vor einigen Wochen dachte ich mir, dass es sicher mental schwierig ist diesen Punkt zu überqueren. Doch ein Gedanke beflügelte einen: Ich wusste in einen Kilometer steht Angelika und schickt mich ein weiteres Mal über die Felder. Erneuter Gürtelwechsel, ich ziehe mir 3 Salztabletten rein, nehme eine weitere Wegwerfpulle und mit einem Kuss gehts in die letzte Runde. Auf dem 1. Feld angekommen, kommt ein unangenehmer Schneeschauer. Auch der Wind war jetzt der ständige Begleiter. Vor mir ein Marathonläufer !! Ich hatte zu jemanden aufgeschlossen ! Nach dem ich mich von den ersten Polizisten verabschiedete, überholte ich ihn. Die Durchschnittsgeschwindigkeit war nun bei 4:45 Min.!


Die jungen Streckenposten schlabbern warme Erbsensuppe oder Grünkohl und ich werde richtig neidisch.

Ein weiteres Gel und Kilometer 35 lag genau vor dem Anstieg Feuler. Im Kopf kam für einen kurzen Moment der Gedanke, gehe doch einfach hoch, aber gleichzeitig auch: Das ist der letzte Anstieg und dann gehts nach Hause. 4:52 Minuten ! Das ging ja noch. Trotzdem hatte ich mittlerweile meinen Akku ganz schön leer georgelt und gegen den Gegenwind verzweifelte ich langsam. Der kaputte Streckenabschnitt war vorbei und als ich mich bei den nächsten Polizisten verabschiedete, durchzuckte es kurz meine Wade: Jetzt bloß keinen Krampf - etwas Tempo raus genommen und eine weitere Isopulle getrunken. Unter 3:20 wird es sicher, wenn Du keinen Krampf bekommst. "Menschen" ("grins, grins")  aus einer Seitenstraße kamen Läufer einer anderen Distanz. Es ging auf die Zielgerade und auf den letzten Kilometer dachte ich mir: Gib noch einmal alles, wenn Du jetzt einen Wadenkrampf bekommst ist es egal. Jubelnd lief ich auf Angelika zu und bog auf den Sportplatz, wo man zunächst im Schlamm versang. Trotzdem 4:32 Min. der letzte Kilometer. Die Uhr zeigt eine 3:18:14 Stunden, ich hatte meine Bestzeit gegenüber Frankfurt um über 5 Minuten verbessert. Mein Schatz, Heike und Mann, Thorsten, Anita und Manni beglückwünschen mich im Ziel - ich habe Bertlich als Marathon bezwungen und das in einer Toppzeit. Eine 3:15 war für Bertlich ein zu hohes Ziel, bei anderen Windbedingungen (aber die hat man nunmal nie in Bertlich), aber durchaus möglich gewesen.
Und nun denkt man: Was ist in Essen im Herbst bei flacher Strecke drin ?? Schon jetzt steht fest: Die langen Läufe dafür werden am Baldeneysee stattfinden.
Aber diese Zeit habe ich auch Angelika zu verdanken, nicht nur das sie mich unterwegs topp verpflegte, mental hat mir dies ganz viel gebracht bei diesem Einsamlaufen, das sie genau an den richtigen Streckenpunkten stand.

94. Wettkampf Datum Distanz Zeit Geamtplatz AK-Platz
  08.02.2009 Marathon 3:18:14 Std. 9. von 81   2. Platz

 

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