Venloop – Halbmarathon (NL)

Wie es in nächster Zeit weitergeht steht noch in den Sternen. Nach Donnerstag hatte man in keiner Weise mehr den Kopf frei, schlief nur unruhig und an diesem Wettkampf dachte man kaum. Wie fühlt man sich nach so einer Diagnose ? Wie ein alter Mann, dem demnächst die Knochen wegbrechen. Ich sehe mich schon auf meiner Couch mit der Rentner-BRAVO (Apotheken-Umschau) in der Hand. So etwas denkt man zumindest ! Und genau aus diesem Grund brauchte ich den Lauf in Venlo. Auch die Zeit war im Hintergrund geraten - klar eine 1:32 Std., sollte trotz fehlendes Tempotraining ja wohl drin sein - aber viel wichtiger war für mich "dabei" zu sein. Wow, das reduzierte und faule Training merkte ich als ich auf der Waage stand: 2 Kilo mehr als letztes Jahr in Venlo.
Angelika konnte leider wegen ihrer Dornenwarze nicht starten und so merkte ich es ihr an, dass sie darüber mehr als enttäuscht war.


Startzeit 13:30 Uhr, obwohl man ja eigentlich ausschlafen konnte, war natürlich früh morgens - wie in den letzten Tagen gewohnt - Schicht am Schacht.
Also machten wir uns nach dem Frühstück ganz gemütlich auf den Weg nach Venlo. Die Startnummernausgabe war diesmal im Stadion vom VV Venlo. Shuttlebusse brachten die Teilnehmer zum Start. Nachdem wir die Startunterlagen hatten und für Racedirektor Jan vom Düsseldorf-Marathon noch ein wenig Werbung auslegten, ging es für uns in Richtung Innenstadt. In einer der Seitenstraße konnte man, wie schon im letzten Jahr, sehr gut parken.Im Bereich des Starts trafen wir dann noch Angie und Ulla, die beim 10er starteten. Auch hier beim 10er waren über 3.000 Teilnehmer am Start. Ein Wahnsinns-Stimmung schickte die Läufer- /innen auf die Reise. Nachdem wir auch noch Thorsten, Jörg, Anita und Manfred trafen, lief ich mich ein wenig ein. Irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl für diesen Lauf - seit einigen Wochen hört man noch mehr in seinem Körper rein. In der Startbox traf ich noch Freddy und wir quasselten noch ein wenig bis zum Start. Auf ging`s und wer meint in Köln beim Marathon ist Karnevalsstimmung, der war noch nicht in Venlo. Immer wieder Stimmungsnester, kaum eine Ecke wo nichts los war. Blaskapellen, Dudelsackmusik - es war alles vertreten. Die 1. Verpflegungsstation: Alle Helfer rufen "A..A" "A...A". Ist das jetzt eine Anfeuerung ? oder der Hinweis dort sind die Toiletten ? Oder gar das Getränk ? Boooh ist das süß !! Ein Schluck und weg. Auch an den kommenden Verpflegungsstationen war der Zuruf "A...A" !! Naja, letztlich stellte sich heraus, dass es sich dabei um das Getränk "After Active" handelt :-) Aber die Zurufe waren schon sehr witzig !
Beim Überqueren der 5-KM-Matte hatte ich eine 20:49 Min. auf der Uhr. Ein bißchen zu schnell, doch heute dachte ich einfach "Weiterlaufen - bis Du nicht mehr kannst". Heute läufst Du Dir einfach den Frust von der Seele. Kilometer 10 bei 41:59 Min., hier machte sich schon an manchen Stellen der starke Wind bemerkbar.  Teilweise musste ich mein Cappy festhalten. Es war auch nicht meine Luft: Ständig am rumspucken - für mich kein angenehmes Laufen. Bei Km 14 dann der Brückenanstieg, den ich gar nicht so schwer in Erinnerung hatte. Diesmal jedenfalls war ich hier an diesem Punkt schon richtig schlapp. Wir kamen in einem Ortsteil wo ein großes Transparent mit der Aufschrift "Barthlehem" hing. Hier standen die Leute in zig Reihen Spalier !! "Alp D`Huez in Venlo. Was hier in Venlo an Stimmung abgeht, das habe ich noch nirgendwo anders erlebt. Km 15-Matte, schon deutlich an Zeit verloren, aber letztlich hatte ich eine 1:32 im Kopf und ließ es nicht auf "Teufel komm raus" angehen. Kurz vor km 16 hatten mich dann die Pacemaker 1:30 Std. eingeholt                           
Egal ! Wichtig war für mich heute einzig und allein die Teilnahme.
Viele Anwohner hatten sich ebenfalls mit Tischen an die Strecke gestellt und versorgten die Läufer, neben den normalen Trinkstellen, mit Getränken. Toll ! Hier macht es einfach Spaß zu laufen.
Nun hörte man schon die Stimmung aus der City. Nicht mehr weit - ich war nun auch froh im Ziel zu sein. Die letzten Wochen gingen nicht spurlos an mir vorbei. Ich war einfach "platt". 1:31:24 Std. - Mein Zeitziel erreicht. Trotzdem muss ich mir selbst ankreiden das ich ein wenig zu schnell angegangen bin: Die 10er Durchgangszeit war schneller als  letztes Jahr in Venlo (und das ist nun mal meine Bestzeit) und sogar 14 (!!) Sekunden schneller als in Schermbeck. Das war ein wenig blauäugig und dumm!!
Venlo war und ist auch weiterhin die schönste Laufveranstaltung. Die Stimmung ist nicht zu beschreiben und die Organisation absolut klasse. Einzig allein die Streckenführung fand ich letztes Jahr besser, der Brückenanstieg zu diesem Kilometerpunkt war fies, aber das kann auch an meine momentane Verfassung gelegen haben. Wer hier startet muss auch mit fiesen Wind rechnen. Trotzdem - wer hier nicht bisher gestartet ist, der hat was verpasst. Venlo ist ein MUSS !!
Lediglich im Ziel vermisste ich diesmal die leckeren Chips in verschiedenen Geschmacksrichtungen - aber man kann nicht alles haben.
Ganz wichtig heute für mich, dass mein Schatz an der Strecke und im Ziel dabei war. Auch wenn sie leider verletzungsbedingt nicht starten konnte, so hat sie mir doch geholfen auf andere Gedanken zu kommen. Danke auch allen Laufkollegen und den Freunden aus der Laufliga. Das waren nette Worte, die einen ebenfalls aufgebaut haben.Die letzten Wochen waren wirklich sehr hart und irgendwie überlegte  man mit dem Wettkampf-Laufen hinzuschmeißen. Aber ich glaube, dass dies nicht der richtige Weg ist. Es ist das Laufen - nicht das Davonlaufen. Ein Hobby, dass ich nicht missen möchte. Ich kann kein Couch-Potato sein, dafür bin ich einfach zu wibbelig.
Inwieweit das auf Tempo sein wird, wird sich zeigen. Mein Arzt sagt, ich darf auf Tempo laufen, ich darf auch intensiv trainieren. Ich verzichte schon auf Cola, trinke kaum noch Kaffee und jetzt soll ich mir das schnelle Laufen abgewöhnen ?
Auch wenn man oft tief fällt, so baut einen Angelika immer wieder auf. Irgendwie schafft sie es immer wieder viele negative Gedanken zu verdrängen.
Mal schauen was in den nächsten Wochen / Monaten auf uns zukommt. Ende April die nächste Untersuchung in Bochum-Wattenscheid, zwischendurch Krankengymnastik und Rehasport. Langeweile kommt keine auf. Physiotherapeutin Vera hat mir ein Trainingsprogramm aufgestellt mit Übungen für Zuhause, die es wirklich in sich haben.

 

95. Wettkampf Datum Distanz Zeit Geamtplatz AK-Platz
  22.03.2009 Halbmarathon 1:31:24 Std. 290. von 996  

 

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