Bertlich Marathon

Kurze Distanzen laufen macht kaum noch Spaß. Das Marathon-Sammeln macht vielmehr Spaß. Nach dem Desaster beim Bottroper Ultra, entschied ich mich statt der geplanten 7,5 km-Distanz noch einmal einen Marathon zu laufen. Seit Ende August war dies dann der 5. Marathon plus 1 Ultra.

Aber abhängig wollte ich dies vom Wetter machen. Wäre es so am regnen gewesen, wie bei der Trainingseinheit am Donnerstag, hätte ich mit Sicherheit drauf verzichtet. Da der Marathon vielmehr ein Test-Marathon sein sollte, machte ich mir die Tage auch kaum Gedanken darum. So auch am Freitag: Wir probierten eine neue Pizzeria in GE-Beckhausen aus und diese bot eine „Jumbo-Pizza“ mit einen Durchmesser von 38 cm an. Da ich mit einen Riesen-Hunger in die Pizzeria ging, war dies genau das Richtige. Auch Angelika entschied sich zunächst dafür, aber als der Chef persönlich vorbei kam und ihr klar machte, was für ein Riesenteil dies wäre, entschied sie sich für eine 30er. Und selbst diese war schon mächtig. Naja – jedenfalls mein Hunger war irgendwann gestillt, aber es lag immer noch Pizza auf dem Brett (einen so großen Teller gab es gar nicht J) . Mit Müh und Not schaffte ich das letzte Stück herunter und bekam von Chef große Anerkennung, dass dies kaum einer bisher geschafft hatte. Ich war somit in die „Pizza Hall of Fame“ aufgestiegen. Das Problem war nur – ich war so voll gefuttert, ich kam kaum hoch. Selbst am Morgen darauf verspürte ich kein Hunger, eher drückte es an allen Ecken und wohl fühlte ich mich auch. Ich ärgerte mich über mich selbst – so zu übertreiben so kurz vor einen Marathon. Verliere nie den Respekt vor einen Marathon und ich spiele so kurz vorher ein wenig doof.

Und nur weil ich mir dachte – Du gehst bei diesem Marathon nicht auf Tempo an, sondern versuche 3 gleichmäßige lockere Runden zu laufen. 

Am Sonntagmorgen hatte sich mein Pizza-Bauch ein wenig beruhigt – die Waage benutzte ich lieber erst gar nicht. Ideales Läuferwetter, 7 Grad und auch der Wind hielt sich in Grenzen.   Gemäß den Mallorca-Motto startete ich: Lass die alle mal rennen, ich laufe heute langsam. Der erste Kilometer in 4:52 Min., der zweite sogar in 5:10 Min.! So langsam bin ich kaum einen Marathon angegangen. Da das Feld bei Bertlicher Marathon schön überschaubar war, konnte man auch über die Felder die Läufer zählen, die vor einen waren. Nach Kilometer 2 lag ich auf den 21. Platz und ließ es locker angehen.  An den Forellenteichen wie gewohnt ein wenig mehr Wind, aber alles lief prima. Die Läufer vor mir in Entfernung erkennbar, hinter mir schon nach km 7 keiner mehr zu sehen.  Bei km 12 nahm ich mein erstes Gel. Gegen Ende der 1. Runde stand Angelika heute als Groupie am Bauernweg und pushte mich für die 2. Runde. In Bertlich den Marathon zu laufen ist nicht Jedermannssache. Unterwegs unterhielten sich mehrere Läufer, die meinten, dass dies immer wieder eine große Herausforderung ist. Einsamlaufen, Wind, die kleinen immer wiederkehrenden Hügel – nicht hoch, aber ab einer gewissen Kilometerzahl, doch fies. Zudem besagte 3. Runde, die vom Kopf nach anstrengenden 28 Kilometern oft weh tut.

Meine erste Runde hatte ich in 1:08:00 Std. als Punktlandung absolviert. Genau diese Zeit hatte ich mir vorgenommen. Bei km 16 überreichte mir Angelika ein Gel für unterwegs und weiter ging es, relativ locker. Die Zeiten waren sehr gleichmäßig, ich war auf mich stolz, dass endlich mal zu schaffen einen Marathon locker zu laufen. Überholt hatte ich zwar bisher keinen, aber Angelika pushte mich ein wenig in dem sie meinte ich sollte zu der entfernten Gruppe auflaufen, denn dies seien ebenfalls alles Marathonis. Gesagt getan, der Abstand wurde auch nicht nach der Eisenbahnbrücke weniger. Aber mir war es egal. Wichtig war eher, weiterhin dieses Tempo zu halten. Nach den Forellenteichen kam ich so langsam an die vor mir liegende Gruppe heran und kassierte den einen oder anderen ein. Die 2. Runde war hinter mir, fast exakt wie die erste – in 1:07:58 Std. ! Bei km 30 gab mir Angelika ein Gel und ich ließ zunächst, wieder von der vor mir liegenden Gruppe abreißen. Aber das war mir egal, einen Moment bei meinen Schatz geblieben, Gel genommen und ausgiebig an der ca. 100 m entfernten Verpflegungsstelle gemütlich getrunken. Ich dachte mir hier: Die sind durchlaufen ohne was zunehmen, ich mache mich erstmal fit die letzten Kilometer. Kilometer 30 war somit nur in 5:07 Min.! Auf der Eisenbahnbrücke hatte ich mich wieder herangearbeitet, überholte sofort 3 Läufer.  Kilometer 32 in 4:49 Min. Nochmals ausgiebig getrunken bei km 33 – was zum langsamsten Kilometer dieses Marathons mit 5:11 Min. führte. Doch es war genau richtig! Die Kilometer pendelten sich anschließend zwischen 4:57 bis 5:00 Min., ein und ich hielt dies weiter gut. Diesmal keine Wadenprobleme, keine müden Beine. Klar, die Anstrengung eines Marathons ist immer da, aber nicht so wie sonst. Bei Feuler holte ich die nächsten Läufer ein und lag bereits auf den 10. Platz. An der Backstube hinter den Teichen noch mal versorgt und auf in die letzten Kilometer. Auf dem Bauernweg gab mir mein Schatz noch einen Schub und schon ging es in Richtung Sportplatz. Zwar ein bisschen auf der letzten Runde verloren, aber immerhin 7 Läufer noch eingeholt. Wenn auch nicht der Schnellste, aber dafür der am besten gelaufende Marathon in diesem Jahr.

Mit den 3:26:08 Std. auf der Bertlich-Strecke bin ich jedenfalls mehr als zu frieden. Heute passte einfach alles – schöne Renneinteilung, Angelika an verschiedenen Streckenpunkten, keine Wadenkrämpfe. Ein toller Lauf, der mental mal richtig gut tut. Auch das mit der Pizza nicht unbedingt sein musste J

 

196. Wettkampf Datum Distanz Zeit Gesamtplatz AK-Platz
  01.12.2013 Marathon 3:26:08 Std. 10. von 87 5. von 17 
 

 

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