Mallorca-Marathon

Mein 4. Marathon in diesem Jahr ging nach Mallorca. Unsere tolle Malta-Reise im vergangenen Jahr animierte uns, wieder über Grosse-Coosmann einen Marathon-Reise zu buchen. Am Donnerstag früh ging es los in Richtung Düsseldorf. In Gladbeck auf die Autobahn standen wir bis Düsseldorf nur im Stau. Für diese Fahrt, für die man normalerweise gerade mal 30 Minuten benötigt, brauchten wir fast 2 Stunden. Gut das wir einen Parkplatz bei Airparks reserviert hatten, denn der Stau zog sich noch länger in einer anderen Richtung, die wir normalerweise zum Flughafen fahren. Das wäre knapp geworden !! Auf dem Flughafen trafen wir sofort Conny und Franz, die mit uns gemeinsam diese Reise buchten. Mit beiden waren wir schon auf Malta gewesen.

In Palma angekommen, hieß es – im Sommer angekommen. 27 Grad ! Unser „Coach“ und Reiseleiter Friedhelm Boschulte kam auch ein paar Minuten später und so ging es in Richtung Hotel. Keine 10 Minuten ging die Fahrt und wir waren echt erstaunt, wie gut gelegen unser Hotel war. Der Blick vom Balkon – einfach traumhaft. Eigentlich alles für einen normalen Urlaub ideal – doch das heiße Wetter ließ uns doch für Sonntag nervös werden. Diese Temperaturen und dann noch ein Marathon, der nicht einfach ist.

Nachdem wir die Koffer ausgepackt hatten, sprangen wir sofort in die Laufklamotten. Eine kleine 8 Kilometer-Runde in Richtung Arenal und zurück. Schon hier merkte man den Temperatur-Unterschied - dieser kleine Lauf und wir schwitzten aus allen Poren. Das konnte ja Sonntag was werden.....

Am frühen Abend saßen wir uns mit den anderen reisenden Marathonis in der Lobby zusammen und tranken gemeinsam Sangria. Am Donnerstagabend konnte man sich das ruhig erlauben. Friedhelm erklärte uns den Programmablauf bevor es zum Abendessen ging. Das Büffet war sehr umfangreich, hier kam jeder auf seine Kosten. Klar irgendwelche Nörgler gibt’s immer – vor allen Dingen waren zu dieser Jahreszeit sehr viele ältere Leute da und diese waren oft (unbegründet) am „rummosern“. Wir fanden es sehr schön hier. Der einzige Nachteil war, dass wenn man zu früh in dem Essenssaal erschien, alle Tische belegt waren und man warten musste. Aber uns störte dies nicht sonderlich. Neben den normalen Gerichten, die es in allen Urlaubsländern gibt, gab es auch immer ein paar majorkanische Spezialitäten.

Coach Friedhelm hatte sein Zimmer direkt neben uns – so konnten wir immer einige Gedanken austauschen, ob zu diesem Marathon oder dem Laufen allgemein.

Freitagmorgen ging es zunächst mit dem Bus nach Palma, anschließend hieß es Stadtrundfahrt mit einem Doppeldecker-Bus. Nach rund 1 ¼ Std. war diese zu Ende und Friedhelm begab sich mit Silke, unserer Walkerin aus unsere Mannschaft in Richtung Hotel, da diese am Nachmittag bereits startete. Angelika und ein paar andere besichtigten noch die Altstadt und vieles rund um die Kathedrale. Durch die Altstadt erblichten wir auch immer wieder die "blaue Linie" - kreuz und quer, auf und ab. Unterhalb der Kathedrale war das Athleten-Dorf aufgebaut, mit Marathon-Messe, Startnummerausgabe etc.! Eigentlich wollten wir alle gemeinsam die Unterlagen abholen, aber wir konnten einfach nicht wiederstehen und holten diese ab, obwohl wir die Meldebestätigung gar nicht zu Hand hatten.

Die Sonne knallte erbarmungslos – ein war richtig heiß, und auch wenn wir nicht in meinen Tempo liefen, so machte ich mir Sorgen, dass wir einbrechen würden. Wir schworen uns schon auf Sonntag ein – auf keinen Fall schnell starten, keine Zeitvorgabe, ruhig angehen, Respekt vor der schwierigen Strecke. Und wie sich nachher rausstellte, machten wir es genau richtig.

Noch ein leckeres "Erdinger" geholt und nun ging es mit dem Linien-Schnellbus 25 wieder zurück zum Hotel. 1,50 Euro für eine Fahrt - da kann man nicht meckern. Auch hier - über die Autobahn, gerade mal 10 Minuten. Am Abend füllten wir noch den Kühlschrank auf dem Hotelzimmer mit Wasser. Nur nicht zu wenig trinken vor dem Hitze-Marathon...... Da wir am Samstag erst spät zurück am Hotel sein würden, bereiteten wir schon Kleiderbeutel und Ausrüstung mit Startnummer griffbereit vor.

Am frühen Samstagmorgen drehten wir mit Dietmar, Conny und Franz sowie unseren "Coach" eine lockere Runde am Strand. Bis Mittags hatten wir Zeit und so chillten wir nach dem Frühstück bis Mittags am Pool. Gegen 14.00 Uhr versammelten wir uns alle und machten uns erneut in Richtung Palma. Friedhelm, vorneweg wie eine "Entenmutter" mit seinen Schützlingen :-). Ein gemeinsames Gruppenfoto und anschließend hieß es relaxen im Athleten-Dorf. Da wir nun den Rest des Tages hier waren, hatten wir uns noch ein paar Plätzchen geholt, da uns die angebotene Pasta noch ein wenig zu früh war. Gegen 17.00 Uhr gabs dann eine dicke Portion - wahlweise Maccaroni oder Spaghetti mit Bolognese oder Tomatensauce. Wer Lust hatte, konnte sich noch eine weitere Portion holen, der "dicke Roland" ließ sich das nicht zweimal sagen.

Auf der gegenüberliegende Seite des Athletendorfes liefen schon die Vorbereitungen auf der Bühne für das Konzert von "Revolverheld". Wir machten uns rechtzeitig auf den Weg dorthin und einen guten Platz zu ergattern. Hatten wir auch, aber einige Security-Leute meinten, eine riesigbreite Treppe sollte als zusätzlichen Fluchtweg freigehalten.Nicht nur wir fanden das blödsinnig, denn rechts und links war riesig viel Platz. Aber egal - die Tatoo-Muskelmänner mussten ihre Berechtigung ja schließich auch beweisen. Als paar hübsche Mädels sich auf die Treppe saßen, war das natürlich ein ganz anderer Fall. Naja - letztlich standen wir dann auf der Treppe - was eigentlich auch kein großer Unterschied war. "Revolverheld" ließ auf sich warten um kam erst 20 Minuten später auf die Bühne. Zunächst akustisch nicht der "Brüller" spielten sie erst einmal unbekannte Titel ihres neuen Albums. Nach einer halben Stunden machten wir uns auf den Weg zur Kathedrale um einmal an einen "Läufer-Gottesdienst" teilzunehmen. Eine tolle Atmosphäre an diesem imposanten Schauplatz, aber leider war leider nur die Ansprache in engisch und deutsch - der Rest in spanisch und so fühlten wir uns sehr fehl am Platze.

Gegen 19.30 Uhr beendete "Revolerheld" nun auch mit seinen aktuellen Nummer 1-Hit seinen Auftritt. Bis zum Feuerwerk wäre es nun noch fast 2 Stunden gewesen. Unser Gedanke: Kommen wir mit dem normalen Schnellbus bei den vielen Menschen rechtzeitig weg ? Wenn hier der Bus voll ist, fährt er durch und man wartet auf den nächsten. Was sicherlich so wenige Stunden vor dem Marathon nicht ideal wäre spät ins Bett zu kommen. Und alles nur für ein Feuerwerk von vielleicht 10 Minuten ?

Also ging es für uns zur Bushaltestelle und siehe da - ein Bus fiel bereits aus und andere kamen unregelmässig. Trotzdem hatten wir noch Glück und konnten uns noch früh "Gute Nacht sagen". Die Aufregung auf den morgigen Tag war nicht nur bei Angelika sondern auch bei mir. Schließlich war es auch für mich der 4. Marathon innerhalb weniger Wochen.

Gegen 6:15 Uhr ging unser Wecker, schnell unter der Dusche, ab ins Dress und runter mit den Beutel in den Frühstücksraum. Und hier saß man wieviele Marathonis und Halbmarathonis mittlerweile anwesend waren. Innerhalb weniger Minuten füllte sich der gesamte Raum. Angelika schnappte sich noch eine Banane und nach einen Kaffee und ein paar Weizenbrötchen wartete schon unser Bus auf uns. "Coach" Friedhelm trommelte alle seine Schäfchen zusammen und ab ging es nach Palma. Da mittlerweile die Strecke abgesperrt war, fuhr uns dieser zumindest in die Nähe des Startbereiches, nur ein paar Schritte entfernt. Noch ein weiteres Gruppenfoto und man verabschiedete sich und wünschte sich gegenseitig viel Glück. Kleiderbeutel abgegeben, noch einmal aufs Dixie und schon gingen wir in den Startblock. Ganz weit hinten, denn wir hatten uns nunmal nichts vorgenommen.

Andale, andale - Vamos, Vamos

Ein richtig coole Atmosphäre als kurz vor dem Start Die Toten Hosen mit "An Tagen wie diesem" auf spanisch durch die Lautsprecher kam! Selbst das Herunterzählen der letzten Sekunden mit Hintergrundmusik und einen "Andale, andale" ("Jetzt gehts los") sorgte für Gänsehaut. Einfach toll ! Das Feld zieht sich schnell auseinander, begleitet mit Konfetti-Regen, geht es in Richtung Altstadt. Schon nach einigen Metern schwitzt man aus allen Poren - die Temperaturen sind jetzt schon hoch und auch die Luftfeuchtigkeit. Obwohl wir sehr weit hinten stehen, werden wir ständig überholt. Alles rennt was das Zeug hält. Als ob alle meinen der Hitze davon zu rennen. Ich nutze schon nach 2 Kilometern eine kleine Ecke um einmal Pippi zu machen. Ein paar hundert Meter weiter eine erste spanische Tanzgruppe. Wir laufen unser Tempo - unser Wohlfühl-Tempo und denken uns: Lauf ihr mal - Euch kassieren wir nachher ein. Bei Km 4 entdecken wir an einen Wendepunkt auch Conny und Franz, die gar nicht so weit hinter uns sind. Wir überschauen das Feld, es sind gar nicht mehr so viele hinter uns. Da bereits bei km 6 (!!) merkt man manchen an, dass sie überdreht haben. Eine Dame von der Nordsee, in Fischerhemd gestartet und davon gedüst, stürzt jetzt schon ab. Auch andere tippeln jetzt schon, dabei sind wir ja erst am Anfang.

"Coach" Friedhelm steht auch hier am Streckenrand und feuert uns an. Er hat sich ein Fahrrad besorgt und unterstützt seine Schützlinge. Am Jachthafen vorbei geht es in Richtung Altstadt. Die ersten Halbmarathonis, die 10 Minuten später gestartet sind, überholen uns nun. Mein Shirt ist mittlerweile pitschenass geschwitzt. An den Verpflegungsstellen nehmen wir uns ständig etwas zu drinken. Gereicht werden 300 ml-Pullen, die sich aber gut zusammendrücken lassen und weitere Kilometer mit transportieren kann. In der Altstadt erwarten uns die weitere kleine Anstiege, nicht steil, aber teilweise ganz schön fies. Wir überholen weiter, selten habe ich es erlebt, dass so viele schon am Anfang "überpacet" haben. Unsere Zeiten sind weiterhin total gleichmässig. An Anstiegen ein paar Sekuden drauf, abwärts holen wir wieder etwas raus. Es hält sich die Waage. Schöne Streckenpunkte in der Altstadt, aber auch viele Kurven zu laufen. Was einen mittlerweile nervt, sind nun die Massen an Halbmarathonis, die einen überholen. In den schmalen Gassen der Altstadt ist es da manchmal gar nicht einfach für diese Platz zu machen. Manchmal laufe ich vor Angelika, manchmal danach. Jedenfalls - kein schönes Laufen. Es geht direkt an der Kathedrale vorbei, ein wunderschöner Ausblick. An jeder Verpflegungsstelle nehmen wir etwas zu uns, weiter geht es kreuz und quer durch die Altstadt. In keinster Weise eine Bestzeiten-Strecke, weder für die Marahtonis noch für die Halbmarathonis. Auch bei den letztgenannten sieht man immer welche, die eine Gehpause einlegen.

An der Strecke feuern uns die Spanier mit einen "Vamos, andale, andale" immer wieder an. An verschiedenen Punkten sind einige Musiker oder Tänzer in Trachten. Ich sehne mich danach, dass wir aus die Stadt rauskommen, das Überrennen der Halbmarathonis nervt höllisch. Bei km 20 trennt sich endlich die Strecke, wir biegen ab in Richtung Vororte oder besser gesagt, in Richtung Arenal. Halbmarathon-Zeit ca. 2:08:xx. Das Feld ist völlig auseinander gezogen, nun geht es erstmal an Streckenpunkte mit kaum Zuschauer. Wir laufen weiter gleichmässig wie ein Uhrwerk. Es geht an schönen Orten mit Jachthäfen vorbei. Eine witzige Musikgruppe in Schottenröcken macht hier Stimmung. Wir überholen weiterhin und nun mache ich mir einen Spaß und sage zu Angelika: Keiner überholt uns, ich zähle jetzt mal bis ins Ziel wieviel wir einkassieren werden.

Hier ist die Strecke langweilig, aber das Zählen macht richtig Spaß und motiviert Angelika noch mehr. Schnell bin ich bei 50, wir erreichen so langsam Can Pastilla und nun gehts auf eine Hinterstraße von unserem Hotels. Ich nehme ein weiteres Gel und nehme eine Wasserpulle für unterwegs. Bei km 27 sind wir doch so langsam schneller geworden. Die Zuschauer werden mehr, die deutschen Lokale auch. Wir nähern uns Arenal und die besagte "Schinkenstraße" ist auch nicht mehr weit.

Tolle Stimmung am Ballermann

Nun erblicken wir die Zugläufer 4:15, aber sie sind noch weit entfernt. Die Kilometer sind nun teilweise unter 6 Minuten. Angelika nimmt es scheinbar zu wörtlich als ich sagte: Ruhig laufen, ab km 28 kannst Du noch genügend doof spielen! Wir laufen nun auf Kilometer 30 zu und hier in Arenal ist wirklich der "Bär" los, als ich mit den Armen rudere und das Publikum animiere, ernten wir noch mehr Stimmung. Mittlerweile haben wir um die 80 Läufer-/innen "eingefangen". Angelika nimmt ein Gel, die Zugläufer kann man nun gut erkennen. Sehr viele Läufer überholen wir die nur noch am Gehen sind. Die Sonne ist nun voll herausgekommen und brennt erbarmungslos. Bei km 32 laufen wir an unser Hotel vorbei und da sehen wir auch wieder unseren Coach, der uns scherzeshalber zuruft, wo wir so lange blieben. Es geht in Richtung Hafen von Can Pastilla über Holzbohlen, nicht gerade angenehm zu laufen. Jetzt geht es durch die Dünen, Auf und Ab. Angelika merke ich an, dass es ihr auch langsam schwieriger fällt. Aber sie hat scheinbar auch den Satz im Kopf: Immer weiterlaufen, nicht stehenbleiben - wer stehen bleibt verliert! Ich zähle nun den 150sten, den wir überholt haben. Friedhelm taucht mit dem Fahrrad neben uns auf und ist voll stolz auf uns, wir sind eigentlich einer der wenigen die Laufen. Bei der Verpflegungsstation 35 trinkt nun Angelika etwas länger. Aber das Wichtige ist, sie läuft immer wieder gut an und findet ihr Tempo, auch wenn es nun etwas langsamer ist.

Friedhelm zählt nun auch mit und meint: "Ihr seid phänomenal, Euch sieht man an, dass ihr Marathonis mit Erfahrung seid". Ärgerlich für uns nur, dass wir nicht immer so laufen - aber vielleicht sind wir ja nach diesem Lauf ein wenig vernünftiger. Nach einer Rechtskurve gehts nun einen längeren Straßenabschnitt aufwärts und ich meine zu Angelika "Auch wenn nicht schnell, versuche diesen zumindest hoch zu laufen!". Hier an diesem Punkt komme ich bald aus den Zählen raus, hier geht fast jeder. Friedhelm düst mit seinem Fahrrad an einem anderen Punkt weiter in Richtung Ziel. So langsam muss auch Angelika kämpfen, aber sie macht das heute einfach klasse. Ich bin stolz auf sie. In Richtung Palma an der Strandpromenade sind viele Fussgänger und Radfahrer unterwegs und man muss sehr oft abstoppen oder umkurven. Es geht auf die Zielgerade, die Kathedrale ist zu sehen, auch das Zieltor. So langsam wirds für Angelika auch hart. In der Sonne sind es sicher weit über 30 Grad, abe sie läuft und läuft und läuft....

Ganz fies, bevor man durchs Ziel läuft muss man einen Bogen laufen und hat bis zum Ziel noch einen kleinen Anstieg vor sich. Hand in Hand überqueren wir die Ziellinie, auf der 2. Hälfe haben wir lediglich 1 1/2 Minuten verloren, das ist nichts bei den nun heißen Temperaturen und diesen Streckenprofil. Nach dem Torbogen gibts erstmal nur etliche Stände mit Wasser.....Wasser ? Will ich nicht. Ich habe so viel Wasser unterwegs getrunken, dass ich mehrere Mal raus musste. Leider gab es auch nur an Getränken "süßes Iso", aber auch hier - keine Cola.

Im Athletendorf gibt es diese endlich, auch leckeres "Erdinger" sowie leicht gesalzene Cräcker. Dort treffen wir auch schnell unseren "Cheffe" Friedhelm und Dietmar. Wir plaudern noch bevor es unter den "eiskalten" Duschen in den Zelten geht: "Yeti-Prüfung". Danach gibt es auch hier - üblich wie meistens - an einem "deutschen" Stand: Currywurst mit Pommes. Bei allen guten und schlechten Zeiten in diesem Jahr, ob alleine oder zu zweit: Für mich steht fest - dies war der schönste, angenehmste und beste Lauf des Jahres. Heute Abend gibts zu dem als Belohnung - die "After Race Party" im Mega-Park im Arenal unter tausenden von Läufern.

After-Race-Party im Mega-Park

Nach einem kleinen gemeinsamen Treffen mit unserer Gruppe, geht es nach dem Abendessen mit der "Bimmelbahn" zum Ballermann. Hier fand die offizielle After-Race-Party statt. Als unsere Truppe im Mega-Park ankommt, tanzt hier wirklich der Bär. Die meisten im Finisher-Shirt stehen schon auf den Bänken und tanzen und singen - "Scheiss Drauf"....."Sie hatte nur Schuhe an :-)" - mal mit Live-Band, mal mit Discjockey. Auch wir trinken unser erstes Bier bereits stehend auf der Bank. Hier hält es keiner sitzend lange aus. Selbst diejenigen in unserer Gruppe, deren Ding so eine Fete nichts ist, fangen an mit zu schunkeln und zu singen. Unser Coach verabschiedet sich ein wenig vor uns - was wir nicht erahnen - er geht zu Fuss zurück. Als wir die letzte Bimmelbahn nehmen sehen wir ihn unterwegs und rufen ihm zu. Andere Läufer in der Bahn sind erstaunt und meinen: "Ihr lasst Euren Coach laufen ?".....Schnell machen wir gegenseitig unsere Scherze....von wegen Training etc.! Ein toller Tag und ein toller Abend gehen zu Ende. Morgen steht der nächste Ausflug an, es geht nach Söller mit einer uralten Eisenbahn. 

Auf nach Söller !

Nach dem Marathon fing unser Erholungs- und Sightseeing-Programm an. Auf dem Programm stand eine Fahrt mit dem "roten Blitz" nach Söller. Die altertümliche Bahn führt einen ins vorherige Jahrhundert. Wer auf Mallorca einmal ist, sollte dies auf jeden Fall in seinen Programm haben. Nach einer halben Stunde ist man in einer anderen Welt, Wälder und die ersten größeren Berge bilden eine schöne Kulisse um einige Fotos zu schissen. In Söller angekommen ist unser erster Weg zur bekannten Eis-Fabrik. Eine sehr große Auswahl der verschiedensten Geschmacksrichtungen. Kostete im Bereich von Palma teilweise 1 "Bolla" 1,65 Euro, erhält man hier 4 große Kugeln zum Sonderpreis von 3,95 Euro. Es schmeckt wirklich sehr gut! Unsere Gruppe teilte sich auf, die einen nutzen einen Abstecher in dem Ort um Kaffee zu trinken, wir natürlich "durchforsteten" in der kurzen Zeit den ganzen Ort mit seinen schönen Gassen. Gegen 14.30 Uhr ging es dann für uns alle weiter in Richtung "Port du Söller". Abwärts mit einer uralten Straßenbahn. In einer Bucht befindet sich dieser malerische kleine Ort und man weiß gar nicht in welcher Richtung man überall fotografieren möchte, eine schönere Kulisse als die andere. Angelika und ich entdeckten sofort einen Leuchtturm, den wir natürlich unbedingt sehen wollten. Also ging erstmal wieder die Berge rauf. Leider war dieser (auf der rechten Seite der Bucht - es gibt 2 Leuchttürme!) nicht zugänglich. Trotzdem entdeckten wir einen traumhaften Aussichtspunkt aufs offene Meer. Wir schafften es wieder mal weitere Wanderwege zu entdecken in dieser kurzen Zeit. Den Tag nach dem Marathon war dies nicht unbedingt eine kleine Tour, aber unsere Beine fühlten sich klasse an und wenn man schon mal hier ist, brauch man viel "Input".

Wanderung mit Carlos durch das Tramuntana Gebirge

Gegen 9.30 Uhr wurden wir von Carlos zu einer Wanderung abgeholt. Im Bus erzählte er uns einige Besonderheiten: Unsere heutige Route sowie allgemein über das Tramuntana Gebirge. Der Bus setzte uns im kleinen Ort Estellencs, Ziel war Banyalbufar. Ich schaltete natürlich meine GPS-Uhr ein, weil mich interessierte, wieviel Kilometer und wieviel Profil wir erwandern werden. Carlos erinnerte an der Aussprache an besagten Jorge Gonzalez aus Germany next Topmodell - er zog auch das eine andere Wort wie z.B. "Hochje Berge" ! Er gab sich aber wahnsinnig viel Mühe uns diese Wanderung so schön wie möglich zu machen. Einige gute Anstiege und das bei sehr warmen Bedingungen sorgten auch für uns Marathonis für viel Schweiß. Nach einer Rast wollten wir weiter durchs Gebirge, standen jedoch vor einen großen verschlossenen Tor. Carlos war diese Strecke 4 Monate nicht gewandert und war selbst erstaunt. Nach einem Telefongespräch mit seinem Chef hieß es für uns: Rückmarsch von rund 3 km. Danach ging es leider überwiegend an der Straße entlang in Richtung Banyalbufar. Auch wenn dies nicht mehr so schön war wie durch Wälder, trotzdem bot uns immer wieder die eine oder andere Stelle Ausblicke Meer und Gebirge. Die Wanderung war schließlich nach rund 19 km beendet. Eigentlich hatten wir da schon genügend Kilometer auf dem Puckel, aber Dietmar, Hugo und ich starteten nachdem wir am Hotel waren noch einen 7 km Lauf an der Strandpromenade in Richtung Arenal.

Radtour nach Palma und Arenal

Cheffe mietete für unsere Gruppe am Mittwoch Fahrräder. Eine gemütliche Tour entlang am Meer bis zum Yachthafen von Palma und zurück, dann bis Arenal. Das Wetter war heute nicht so toll, am frühen Morgen hatte es sogar leicht genieselt. Aber die Temperaturen waren weiterhin bei 26 Grad. Der größte Teil der Rad-Strecke führte über den Marathon-Kurs. Jetzt konnte man noch einmal gemütlich sehen wo man hergelaufen ist. Auch der schöne Dünen-Abschnitt wurde durchfahren. Freidhelm gab das Tempo überwiegend vor und fuhr erbarmungslos :-), ob über Bürgersteige, Wassergräben (!!!) oder sogar durch ein Cafe !! Kein Weg wurde ausgelassen. Als Angelika einen Streckenabschnitt in der Nähe der Kathedrale evtl. noch sehen wollte, fuhr unser Coach sogar durch die engen Gassen der Altstadt - kreuz und quer. Dies war eine Erlebnis-Tour! Auf dem Rückweg wurde noch ein Abstecher in die Schinkenstraße gemacht, wo schon am frühen Nachmittag der Bär tobte. Da in Arenal für uns "Verwöhnten" kein geeigntes Cafe für eine Pause gefunden wurde, ging es erneut wie am Vortag zu Christinas Cafe. Schöne Anekdote, das es in einem Cafe in Arenal keinen Kuchen mehr gab, aber derjenige uns von irgendwo schon Kuchen besorgen würde. Wir zogen dann noch lieber Christina vor.

Nach einer Shopping-Tour mit Angelika, einen Strandspaziergang sowie ein wenig Liegen im Sand, zogen die "beiden Süchtel" noch die Laufschuhe an und liefen noch einmal eine gemütliche Runde nach Arenal.

Nach dem Abendessen saßen wir noch mit unserer ganzen Gruppe in der Lobby und ließen die Tage Revue passieren bevor es zur Eisdiele in der Nähe ging und noch einmal leckeres Eis zum schlemmen gab.

Am Donnerstag hieß es dann Abschied nehmen und zusammen mit Conny und Franz fuhren bzw. flogen wir wieder in Richtung Heimat.

Es waren tolle Tage auf Mallorca. Zunächst sollte dieses Event eine einmalige Sache sein, aber es hat uns so sehr gefallen, dass wir evtl. im nächsten Jahr nochmals hier starten werden.

 

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