Dresdner-Kleinwort Frankfurt-Marathon

Mal andere Probleme als sonst vor einem Marathon: Die Zahnbehandlung ist im vollem Gange, wobei der Weisheitszahn der nach Frankfurt eigentlich gezogen werden sollte, immer mehr Probleme macht. Den Zahn ziehen lassen vor Frankfurt, würde den Marathon so kurzfristig nahezu unmöglich machen. Gleichzeitig ist es auch eine Frage der Zeit, wie lang die Schmerzen an diesem Zahn noch ertragbar sind.
Wieder etwas kurz vor einem Marathon !! Kann mal eine Vorbereitung ohne irgendwelche Probleme abgehen ?


Den letzten langen Lauf über 35 Kilometer absolvierte ich lediglich im Schnitt 5:27 Min./km. Nicht nur das der Halbmarathon von Köln noch in den Knochen steckte, sondern auch der Kilometerumfang von 87 in dieser Woche war nicht ohne. So ließ ich die Endbeschleunigung ausfallen.
Noch nie bin ich in einer Taperingphase so wenig Kilometer gelaufen, ja ich ließ sogar eine Trainingseinheit ausfallen. Ich bin höllisch gespannt was in Frankfurt möglich ist. Nach den schnellen Läufen in Alpen und Köln, lässt sich eine ungefähre Zeit erahnen. Doch diese Zeit möchte ich erst gar nicht angehen, um mich nicht selbst unter Druck zu setzen. Es ist erstaunlich wie in den letzten Tagen vor dem Marathon das Wohlbefinden verrückt spielt. In den Vormonaten ist man auf "Teufel komm raus" gelaufen, hat sich lediglich mit Zwischenzeiten, Tempo und Umfang des Trainings beschäftigt. Je näher jedoch der Tag des Marathons kommt, umso mehr hört man auf jedes kleines Signal des Körpers. Da kratzt es nur einmal kurz im Hals und man denkt: "Oje jetzt kommt die Erkältung....", und der Schmerz im Oberschenkel ist bestimmt eine Zerrung, hoffentlich geht die so kurz vorher wieder weg. :-) Da tauchen Krankheiten und Verletzungen auf, die kannte man bis vor kurzem noch gar nicht. Ja selbst wenn man im Internet danach schaut, findet man genau diese Symptome. Ich finde die Taperingphase ist die schlimmste Phase einer Marathonvorbereitung, nicht nur wegen aufkommenden Krankheiten - die angeblich da sind, nein - auch das Denken: "Hab ich genug trainiert, war ich nicht zu oft zu langsam unterwegs u.s.w.!" Selbst das Training in den letzten Tagen ist nicht eine Katastrophe, sondern eher "Weltuntergang-Stimmung"! "Dieses Tempo sollst Du 42,195 km halten ?", ich bin ja schon jetzt kaputt u.s.w.!
Man sollte die Krankheits- und Verletzungssymptome nicht überbewerten, aber auch nicht nur denken: Ist ALLES nur Einbildung. An meinen Wadenproblem hatte ich von meinem Essen-Marathon bis hin zum Steinfurt-Marathon über ein halbes Jahr zu kämpfen. Letztlich hat mir das Krafttraining beim Rehasport sehr viel geholfen. Hier unterschätzte ich schon in den Trainingswochen zuvor die Schmerz-Symptome und wertete sie zunächst als "Larifari" ab.
Ich finde es nur erstaunlich: Mittlerweile bestreite ich meinen 9. Marathon und es hat sich bisher nicht viel geändert in diesen Wochen vorher :-)
Schaaaaade das meine Zahnprobleme nicht Einbildung sind !!!!!


CEP-Socken nur bedingt empfehlenswert
In den letzten Monaten habe ich bei verschiedenen Trainingsläufen sowie dem Hunsrück-Marathon die Kompressionssocken der Marke CEP ausprobiert. Ein Laufshop in Gladbeck gab sie mir damit ich sie mal ausprobiere. Fazit: Anfreunden kann ich mich mit Ihnen in keinster Weise. Meiner Meinung nach wirken sie tatsächlich gegen Wadenkrämpfe, andererseits fühlt man sich in ihnen eng ei geschnürrt. Einige Läufer und Läuferinnen aus dem Forum hatten bei verschiedenen Marathon-Veranstaltungen ähnliche Erfahrungen gemacht. Bei langen Läufen geriet ich nie in Gefahr Wadenkrämpfe zu bekommen, meine Beine fühlten sich aber eher schlapp an. Oder sagen wir mal so: Nach 20 Kilometer fühlte man sich so unwohl darin, das man sie am liebsten ausgezogen hätte. Ich kann mir jedoch vorstellen, das manch andere vielleicht die nicht solche Bollerwaden haben wie ich, nicht so ein Engegefühl verspüren. Ich jedenfalls werde sie nicht mehr tragen!
Runners Point hat eine spezielle Marathon-Socke herausgebracht, welche die alten RS 4 ersetzen soll. Die Marathon-Socke soll angenehmer zu tragen sein wie der Vorgänger. Nach Frankfurt werde ich sie mal testen.
 

Vorschau:
Mal schauen wie es nach dem Marathon aussieht. Da mich mein Zahnarzt mit Terminen in den nächsten Wochen überhäufen wird, wird das eine oder andere Training ausfallen. Gleichzeitig interessiert es mich schon, welche Zeit auf einer 10er Distanz möglich ist (ohne vorher einen 5er zu laufen). Wenn ich mein Dezember-Tagebuch durchschaue, hatte ich mir für 2007 folgende Zeiten vorgenommen:
5 km - 20.30 Min.
10 km - 41.30 Min.
HM - 1:31:50 Std./Min.
M - 3:19:50 Std./Min.

Die 5er und HM-Zeit habe ich bereits verbessert, die Marathon-Zeit war wohl ein wenig zu hoch geschraubt, die Zehner-Zeit ist wohl drin. Mal schauen, welche Veranstaltungen dieses Jahr noch möglich sind.
Die ersten Anmeldungen für 2008 stehen. Neben Venlo (HM) und Düsseldorf (M), habe ich mich für den Mittelrhein-Halbmarathon in Koblenz angemeldet. Bei der Winterlaufserie werde ich wieder nur Groupie sein.
Der Herbst-Marathon steht noch nicht fest.

Kein langweiliger Lauf
Irgendwie war in den letzten Tagen einfach der "Wurm" drin. Die Stunden vor der Abfahrt am Samstag nach Frankfurt hing ich auf der Toilette mit Durchfall. War es die Nervosität oder einfach zuviel Magnesium ? Trotz Routenplaner verpassten wir zunächst das Hotel und hatten schon Sorge nicht mehr rechtzeitig zur Messe zu kommen um die Startunterlagen abzuholen. Also hieß es erstmal "Einchecken" und sofort in Richtung Messe. Nach einigen Minuten verstanden wir auch den U-Bahn und S-Bahn-Fahrplan, wurden jedoch mehr als kribbelig. Letztlich waren wir jedoch flott an der Messe und konnten sogar noch an der Pasta-Party teilnehmen. Der gefüllte Kleiderbeutel war absolut Klasse, da können sich andere Veranstalter (insbesondere der Ruhr-Marathon) eine "Scheibe" abschneiden (mehr dazu in Angelikas Bericht). Im Hotel angekommen ging es aufs Zimmer um alles für unseren großen Tag vorzubereiten. Da unser Hotelzimmer eine kleine Küchenecke hatte, ging Teil 2 der Nudelparty mit mitgebrachten Nudeln von zu Hause weiter. Anschließend noch ein Kaffee im Hotel-Foyer und wir trafen Dr. Christoph U.! Ebenfalls Starter am Sonntag und Iron-Man-Teilnehmer. Ich würde eher sagen: Mister Chaos pur. Er wusste weder die richtige Startzeit, wusste nicht wo er den Chip befestigt, noch hatte er die Ahnung von einem Marathon. Ich glaube jeder Erst-Starter weiß mehr als er. Trotzdem war es ein amüsantes Gespräch und für den Morgen verabredeten wir uns gemeinsam zum Start zu fahren. (mehr zu Christoph in Angelikas Bericht)
Die Nacht war ein wenig unruhig, weil ich mindestens 6 mal den Weg in Richtung Toilette suchte. Getrunken hatte ich also auch genügend.  Gemeinsam mit Christoph ging es dann gegen 8 Uhr in Richtung Messe. Meine Garmin ließ sich einstellen, fand aber keinen Satelliten und sich auch nicht wieder ausstellen !! Klasse, fängt ja gut an !! Ohne Zwischenzeiten, ohne Distanzmessung - nur als Stoppuhr zu gebrauchen. Zwischendurch treffen wir noch Herbert Steffny und er gibt uns ein Autogramm auf die Startnummer.
Nachdem ich weitere 4 mal die Toiletten aufsuchte, verabschiedeten sich Angelika und ich in Richtung der jeweiligen Startblöcke. Ich änderte die Einstellungen an der Garmin und "glaubte" einen Empfang gefunden zu haben. Zwei Minuten vor dem Stoppschuss verspürte ich erneut den Drang die Büsche aufzusuchen. Jetzt nochmal über die Absperrungen ? Lass mal, vielleicht gibt sich das ja gleich. Irgendwie träumte man von einer Zeit um die 3:20 Std. und irgendwie hatte ich eigentlich gar keine Lust so schnell zu laufen. Vielleicht war der letzte Gedanke gar nicht so verkehrt, denn dadurch ging ich ruhiger an. Der Startschuss fiel und nach einigen hundert Metern zeigt die Garmin "20 Meter"! Das wars also mit der Messung ! Super !! Jetzt hatte ich schon recht keine Lust mehr... Naja, das "Verlangen in die Büsche zu gehen" war auch nicht fort. So läufst Du keine 42 Kilometer weiter. Bis Kilometer 5 lief ich fast identisch 4:39 Min./km, und das ohne Garmin. Als Belohnung dafür ging es dann erstmal raus für "kleine Mädchen". Egal ob ich jetzt Zeit verliere oder nicht ! Jetzt kann der Marathon losgehen..... oder nicht !!! Kilometer 6 war vorbei und mein Weisheitszahn "bollerte" wie verrückt. "Irgendwie gönnt mir jemand diesen Lauf nicht!" dachte ich mir. Gott sei dank, verschwanden dann die Zahnschmerzen. Eine tolle Stimmung in der Innenstadt und sehr viele Musikgruppen trieben alle Läufer an. Zu diesem Zeitpunkt musste ich sagen: "Bessere Stimmung als in Hamburg!". Kilometer 10 ging es über den Main, einer der wenigen kleinen Anstiege. Ein Tick zu schnell und ich nahm ein wenig Tempo raus.

 

Nach dem ich über die Matte bei Kilometer 15 gelaufen bin, öffne ich meine neue Gürteltasche von Runners Point und schaue auf meine "selbstgestrickte" Marschtabelle. "Weiterhin alles gleichmäßig - so kann es weitergehen!" Ich schließe die Tasche und in den Moment reißt mir der komplette Reißverschluss. Im hohen Bogen fliegen mir alle Gels heraus, der Energieriegel für unterwegs sowie die Marschtabelle. Ein Gel kann ich am Straßenrand retten, die anderen sind unter den Läufermassen verloren. Neben der defekten Uhr, nun keine Marschtabelle, keine Gels, kein Energieriegel - und mir stehen noch 27 Kilometer bevor. Wie soll ich mir ein Gel auf diese Distanz einteilen ? Bei Kilometer 20 verspüre ich Hunger ! Wie schön wäre jetzt der Fitnessriegel gewesen ? Aber wieso verspüre ich überhaupt Hunger? 3 Weißbrot am morgen und die Nudeln am frühen Vorabend müssten doch reichen ?  Halbmarathon-Distanz: 1:38:05 Std. Wir durchlaufen ein ödes Stadtgebiet und nunmehr ist weniger Publikum an der Strecke. Irgendwie bringt mir die Minutenzählerei total aus dem Konzept. Jedes Mal die kommenden Minuten auf die Kilometerbeschilderung drauf zu rechnen. Das Hungergefühl gibt sich, aber so langsam brauche ich doch ein Gel, wenn ich nicht zu früh abbauen will. Ich nehme zwar fleißig die Isogetränkpullen zu mir und halte mich auch intensiver an den Verpflegungsstellen auf, aber nun wird`s Zeit. Das Gel gibt mir einen guten Schub. Schade das es jetzt schon das Letzte war. Vielleicht habe ich ja Glück und nachher werden Gels gereicht (...war nur Wunschdenken!). Nervend zwischendurch das Auflaufen auf Staffelläufer, aber das Thema "Staffellauf" hatte man schon so oft. Meiner Meinung nach sollte so was eine Extra-Veranstaltung sein, aber nicht im Rahmen eines Marathons.


Ich komme an meinen magischen Punkt Kilometer 28. Zwangsläufig denke ich an meinen Krämpfen in Frühjahr in Steinfurt. Aber bis her keine Anzeichen. Ich bin zwar nicht mehr so schnell wie zu Beginn, aber es geht noch. Von nun an leere ich meine Isopullen und auch an den Trinkstationen nehme ich immer mehr zu mir. "Nicht aus der Ruhe bringen lassen, auch wenn es schwer fällt!". Bei Kilometer 33 bekomme ich dann den ersten kleinen Wadenkrampf im rechten Bein. Ich drossele das Tempo und nimm meine Flasche mit Salzwasser zu mir. Teilweise hilft es wirklich, werde ich aber zu schnell - durchzuckt es die Wade erneut. Wir erreichen wieder die Innenstadt und nunmehr ist auch die Stimmung wieder besser. Ich rechne meine derzeitige Zeit hoch und komme auf 3:24 Std. !! Immer noch topp, aber ich habe ja noch einige Kilometer vor mir und so langsam machen die Beine schlapp. Mitten im Publikum im Zentrum der Stadt bei Kilometer 37 bekomme ich nun den richtigen Wadenkrampf. Ich bleibe stehen, massiere mein Bein, nehme den Rest Salzwasser und es geht wieder. Auf zu den letzten Kilometern - alles ist noch drin. Es blieb der letzte Krampf, von nun versuchte ich noch einmal das Tempo erhöhen. Die 3:24 sollten es schon werden. Zwischendurch fällt mir noch eine Trinkpulle aus dem Gürtel und ich laufe ein Stück zurück, aber egal !
Ich erblicke den Messeturm, nun ist es nicht mehr weit. Eine weitere Kurve und schon ging es auf die lange Gerade bevor man in die Festhalle abbiegt. Wo bleibt diese "verdammte Abbiegung"?? Na endlich !!! Ab - und jetzt genieße den Einlauf ins Ziel. Cool !! Können sich jetzt diese Meter nicht noch ganz lang hinauszögern ?? Laserstrahlen, Großleinwand und Lauf über den roten Teppich. Ich will mehr davon, beschleunige aber, denn ich kann es unter 3:24 schaffen. Arme hoch !! Das ist ein Wahnsinns-Gefühl ! Die letzten 2,195 Kilometer schaffte ich wahrhaftig in einem Schnitt von 4:49 Min./km. Im Ziel eine Topverpflegung und Betreuung. Ab unter die Dusche: Angelika muss demnächst auch kommen. Kaum an der Strecke, kommt sie auch schon angedüst: Die Zeit sieht klasse aus, wenn ich die ungefähre Mattenüberquerung abziehe. Am Ausgang fallen wir uns in die Arme: "Trainer sagt: 4:24 Std. - und sie läuft 4:24 Std. !!
Leider verpassten wir es noch unseren Internet-Lauffreund Arthur Gross zu treffen, aber das wird demnächst nachgeholt.
Was macht man so alles mit in einer langen Vorbereitung bis hin zum Zieleinlauf. Das eine oder andere Mal ist man am fluchen, ärgert sich und ist froh wenn die langen Läufe vorbei sind und nun kann ich sagen: Ich freue mich auf Düsseldorf 2008.
 

70. Wettkampf Datum Distanz Zeit Geamtplatz AK-Platz
  28.10.2007 Marathon 3:23:49 Std. 1.659. von 9.156 438. von 1.847

Kilometer

 Splits

KM 0 - 5

23:16 Min.

KM 5 - 10

22:58 Min.

KM 10 - 15

23:19 Min.

KM 15 - 20

23:23 Min.

KM 20 - 25 23:47 Min.
KM 25 - 30 24:16 Min.
KM 30 - 35 26:09 Min.
KM 35 - 40 26:06 Min.

KM 40 - 42,195

10:12 Min.

 

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