Conenergy Hamburg-Marathon

Angelikas erster Marathon !!!!!
Lange hat sie auf diesen Tag hin gearbeitet. Jetzt ist es so weit ! Freitagnachmittags düsen wir in Richtung Hamburg. Samstag heißt es dann Entspannung und Pasta-Essen in einer Pizzeria. Auch wenn Hamburg eine supersehenswerte Stadt ist, trotzdem heißt es: Nur nichts tags zuvor übertreiben bei ihrem ersten Marathon. In Paderborn hatten wir es auch mal gemacht: Einen Tag vor dem Wettkampf überall durch die Stadt gedüst, teilweise die Strecke abgegangen u.s.w! Das war einfach zuviel und der Lauf war nachher nicht besonders.
Übernachten werden wir in einem Hamburger Vorort, in einem Hotel wo wir schon vor 3 Jahren waren. Klein aber fein!!

 
Sicherlich ist dieser Lauf für mich keine einfache Sache, denn so lange bin ich noch nie an einem Stück gelaufen. Auch für mich eine große Herausforderung. Wichtig ist für mich Angelika zu motivieren, wenn es auf den letzten Kilometern schwer werden sollte. Aber sollte nicht eine Verletzung dazwischen kommen, bin ich der festen Überzeugung das sie einen tollen Marathon laufen wird. Ich werde auf dieser Seite, den Lauf aus meiner Sicht beschreiben. Angelika ihr Empfinden auf ihrer !
Es gibt immer wieder den einen oder anderen "Klugscheißer", der alles immer besser weiß und schlecht redet, aber Angelika kann schon auf ihre Vorbereitung stolz sein. Kein unrealistisches Ziel, mehrere lange Läufe, einige Wettkämpfe und keine nenneswerten Verletzungen. Was will man mehr ? Gibt es da was zu bemängeln ? Gibt dies einen nicht das Recht sich auf den Marathon zu freuen ?
Sehr wohl !! Klar wird dieser Marathon kein Selbstläufer für sie, aber diese Vorbereitung macht sie zumindest zuversichtlich ihn gut zu bewältigen.

Die letzten Tage aus meiner Sicht:

Die Blutblasen machen mir nur wenig Sorgen! Ich bin zuversichtlich, dass sie mir bei diesem Marathon nicht hinderlich sein werden. Noch sind ja ein paar Tage ! Ganz weg sein werden sie garantiert nicht.
Aber eins ist komisch, gegenüber bisher gelaufenen Marathons - ich weiß wir werden diesen Marathon schaffen - gemeinsam schaffen!
Auch mit diesen "verdammten" Dingern an den Füssen, auch wenn man noch ausgepowert ist von letzten Sonntag - ich weiß ich werde laufen !!
Keine Spur von Nervosität, kein bisschen Aufregung - eher Freude auf ein unvergessliches Erlebnis. Noch nie war ich so ruhig vor einem Marathon. Ich hoffe diese Ruhe kommt auch Angelika entgegen! Stellt Euch mal vor, wenn beide so kribbelig und aufgebracht wären ?? :-)
Mal was ganz anderes: Für alle "Ultra-Gel-Chip"-Benutzer. Ihr werdet es nicht glauben, aber es gibt ihn mittlerweile in "Weizenbier-Geschmack". Ich werde mir mal ein Paket in Hamburg besorgen!

 

Zweite Hälfte Tempo erhöht !!!
Bedingt durch einen Arzttermin machten wir uns erst gegen Freitagmittag auf den Weg in Richtung Hamburg. Viel Verkehr, trotzdem hatte ich zunächst 3 bis 3 1/2 Stunden für die Fahrt eingeplant. Was man nicht bedachte waren die vielen Ausflügler, die das lange Wochenende nutzten in Richtung Ostsee zu düsen. So wurde aus "viel Verkehr", "viele Staus" der Megastau vor Hamburg mit 18 Kilometer Länge. Aufregen nutzt nichts, einfach Pech gehabt. So erreichten wir unser Hotel nach 5 1/2 Stunden. Ein nettes gemütliches Hotel im Hafengebiet Wilhelmsburg. Das Hotel kannten wir noch von unseren letzten Hamburg-Besuch. Da bei uns wieder 3 Tage Nudel bzw. Pizza auf dem Programm stand ging es am Abend in einem Restaurant in unmittelbarer Umgebung. Naja, weiter hinaus hätte man sich in diesem Ortsteil auch nicht hinaus trauen dürfen. Hier im Ruhrpott habe ich so einen sozialen Brennpunkt noch nicht gesehen. Alleine würde ich mich spät abends dort nicht raustrauen. Aber schließlich waren wir hier nicht um uns Wilhelmsburg anzuschauen, sondern um Angelikas ersten Marathon zu genießen. Die Pizza war einfach genial ! Davon hätte ich noch eine zweite verschlingen können. Samstagmorgen ging es in Richtung Marathonmesse um die Startunterlagen abzuholen. Auch hier ein anderes Kaliber als bei anderen Marathonmessen. Aber schließlich waren wir ja auch beim 2. größten Marathons Deutschlands gemeldet. Hier lernten wir auch Peter Greif und Hansi Köhler kennen. "Verkaufsmensch" Peter empfahl mir natürlich die Weizenbiergels und als ich diese probierte, holte ich mir sofort eine ganze Tüte. Hansi Köhler machte aufgrund von Angelikas Daten eine Analyse welche Zeit sie erwarten dürfte. 4:41 spuckte der PC aus !!


Zunächst zurück zum Hotel begrüßten wir Daniel, Jörg, Kerstin und Andrea, die soeben eingetroffen waren. Verletzungsbedingt konnten Daniel und Jörg nicht starten, machten sich jedoch ein gemütliches Wochenende mit ihren Frauen in der Hansestadt. Das wichtigste war erledigt und jetzt hieß es erstmal ein wenig entspannen an der Alster. Ein bisschen skeptisch war ich schon, wie der Lauf werden sollte. Komischerweise dachte ich da weniger an Angelika, sondern an meinen schlappen Beinen. Enschede war erst ein paar Tage hinter mir, die Blasen in keinster Weise verheilt und irgendwie war ich immer noch k.o. !! Bei Angelika stieg die Aufregung auch immer mehr, aber die Tage zuvor war es eindeutig viel viel schlimmer !! Da ging es ihr wie alle anderen: Sie konnte an nichts anderes mehr denken. "Gesüppelt" hatten wir ebenfalls genug, denn wir testeten mehrere bereits aufgestellte Dixieklos auf der Laufstrecke. Gut das diese bereits standen, sonst wären wir an diesem Tag richtig arm geworden. Die Stunden vergingen wie im Flug, Nudeln mit Tomatensauce gefuttert, Bananen besorgt und ab in die "Falle". Ich schlief relativ ruhig, merkte aber das Angelika doch des öfteren wach war. Aber ging es uns nicht auch so beim 1. Marathon ?? Völlig normal ! Nachdem uns der Wecker aus den Träumen riss, ging es zum Frühstücken. Erster dummer Blick von uns: Alles nur Mehrkornbrötchen !!! Oha, wenn nicht alles genau bei mir läuft wie nach Plan, macht mich das nervös !! Egal !!! Zweiter dummer Blick: Wir haben die Bananen auf dem Hotelbalkon liegen lassen. Naja, kleineres Problem, nehmen wir einfach ein paar aus dem Essenssaal mit ! Gesagt getan, ging in Richtung Haltestelle, wo sich auch andere Marathonis aus unserem Hotel einfanden. Ruckizucki ging es zu den Messehallen, Kleiderbeutelaufgabe und nun passierte das was mich wirklich richtig nervös machte: Beim letzten Gang zur Toilette ließ ich unsere Bananen dort liegen, die wir 45 Minuten vor dem Start eigentlich einnehmen wollten. Irgendwie wollte heute jemand nicht, dass wir mit Bananen im Bauch starten sollten. Wie weit einen diese verdammten Bananen getrieben haben: Mitten auf dem Weg zum Block lag eine herrenlose Banane, gut in Schuss und nicht geschält. Ich verwarf aber schnell den Gedanken! Also musste ein Fitnessriegel, der eigentlich für unterwegs gedacht war, herhalten. Aufgestellt in Startblock L vom Gorch-Fock-Wall wurden wir pünktlich um 9.15 Uhr auf die Reise geschickt. Ganz ruhig angehen hieß es für uns auf den ersten Kilometer. Dieser sollte auf jeden Fall langsamer sein als unser Marathontempo. Klappte auch ideal! Von nun an gingen die Kilometer im Flug! "Taschenrechner Roland" rechnete von Anfang an alle möglichen Zwischenzeiten und Endzeiten aus und hielt Angelika damit auf den Laufenden. Den 6:45 Min.-Schnitt wollten wir einhalten und bis auf ein paar Sekunden, passte es auch ganz genau! "Wie fühlst Du Dich bei diesem Tempo ?" fragte ich Angelika. "Genauso kann es weitergehen!" meinte sie. Also weiter so!! Wenn wir diesen Schnitt halten, wären eine 4:40 bis 4:41 drin ! Die ersten Verpflegungsstationen kamen und auch "Hase Roland" versorgte sich hier ausreichend. (Sollte ich vielleicht mal öfter machen !!) . Die Stimmung auf den ersten Kilometern riss mich nicht unbedingt vom Hocker, aber das änderte sich am Fischmarkt und den Landungsbrücken. Für mich war es Gelegenheit, das eine andere Mal "doof zu spielen" mit den Publikum und uns auf diese "Stimmungswelle" tragen zu lassen. Viel Stimmung, schon waren wir ein wenig zu schnell. Aber genauso klappte es wieder Tempo rauszunehmen. Bei Kilometer 13 Hinweise auf eine Getränkestation und ich riet Angelika dazu ein Gel zu nehmen. Oha !!! Schilder, aber keine Getränkestation !! Nichts um das Gel runterzuspülen. Aber das war das geringere Übel. Kilometer 15 gab es komischerweise nur zermatschte kleine Bananenstücke, die Angelika gar nicht gut bekamen. Weiter ging an an der Alster vorbei wo das eine oder andere "Windchen" drehte. Hier sahen wir schon die ersten Gehen !! Bisschen früh ! Die haben sich aber total verschätzt. Gott sei Dank war das "Unwohlsein" von meinem Schatz nur von kurzer Dauer, doch zunächst hatte ich meine Bedenken, das nun ein Punkt kommt wo es auf einmal nicht mehr so gut laufen wird. Kilometer 20, wir lagen immer noch ganz genau in einer Zielzeit von 4:41 !! Ich war selber erstaunt wie gut es lief. Angelika fühlte sich prima, meine Blasen sagte auch "Hallo!", aber alles ideal !! Plötzlich wurde ich aus allen "Zeiten" gerissen! Angelika meinte "Ich muss in die Büsche" ! Ne neh ? 1 1/2 Minuten kostete dieser Aufenthalt, der sich wie sich herausstellte, doch mehr als wichtig war !! Jetzt begann der Lauf von "Spongebob". Insider wissen was ich damit meine !!!! :-) Der Zeitverlust war schnell aufgeholt und wir lagen wieder total in der Zeit. Halbmarathon-Zwischenmarke !! Es läuft klasse! Bisher waren wir an fast allen Versorgungsstationen und erstaunlicher Weise verloren wir keine Zeit ! Was ich bewundernswert  fand: Angelika trank überall im Laufen/Traben ! Das hätte ich nicht so erwartet. Eine tolle Stimmung auf der Strecke und wir wurden auf einer richtigen "Euphoriewelle" getragen. Meine Gedanken zu diesem Zeitpunkt: Kann sie dieses Tempo auch weiterhin halten ?? Doch Angelika fühlte sich wohl ! Wir näherten uns der Kilometer-Marke 30. Das Tempo leicht erhöht, deutete alles nun wirklich auf eine 4:40 hin! "Die 4 dort machen wir nun auch noch weg!" dachte ich mir! Um sie ein wenig zu motivieren, was nun möglich war, fragte ich Angelika wie sie sich fühlte. Weiterhin alles prima, nur das Atmen fiel ihr ein wenig schwerer. Aber schließlich hatten wir auch schon 30 Kilometer auf dem Buckel ! Die 30er Getränkestation war es nun, die uns ein wenig aufhielt, denn wir fanden nur verdreckte "Getränkewannen" vor und auch in den Pappbechern war mehr Gras, Sand und sonstiger Schmutz als Wasser !! An dieser Station suchten wir länger, bis Angelika letztlich zu ihrer Flasche aus dem Trinkgürtel griff. Weiter ging es !! Bald kommt "Hammermann", mal sehen wie es ihr dann ergeht. Mittlerweile waren wir ständig am überholen, mehrere Läufer standen an der Strasse und dehnten ihre überanspruchten Muskeln. Schon erschreckend wie viele das waren! Wir ereichten Kilometer 35 und auf den Punkt genau, stürzten hier viele Läufer vom Laufen ins Gehen! Angelika wurde nun wirklich auf eine Welle getragen. Je mehr sie überholte umso motivierter war sie. Als ich sie darauf hinwies, das eine 4:38 bis 4:39 möglich war, legte sie noch einen Gang zu. Kilometer 39 war der Schnellste von allen 42 !! Erstaunlich, damit hatte ich selbst nicht gerechnet. Stimmung pur an der Strecke und mittlerweile hatten wir Schwierigkeiten an den vielen gehenden Läufern vorbei zu kommen !! "Woher nimmt sie diese Energie ?" Ich war überzeugt das sie den Marathon erfolgreich absolviert, aber so ? Garantiert nicht!!  Wir näherten uns dem Ziel uns dem Ziel und weiterhin waren wir mehr am Überholen als am "Überholt-werden"! Der letzte Kilometer fiel Angelika dann doch schwerer, aber noch immer konnte sie das Tempo super halten. Ein traumhafter Zieleinlauf: Hand in Hand wurden wir vom Sprecher aufgerufen, der witzigerweise noch meinte das wir so die ganze Strecke gelaufen sind !! Angelika ließ ihren Tränen nun freien Lauf und konnte es nicht fassen !! Wahnsinn, wer hatte damit gerechnet? 4:37:12 Std. !! Eine Traumzeit für den ersten Marathon ! Allen "dummen Klugscheißer-Sprüchen" in den letzten Monaten hatte sie es gezeigt! Alles richtig gemacht. Sie hat sich weder was "vorgemacht" noch "geträumt". Auch hat sie nicht die "Realität", noch "Hammermann" eingeholt !! Und...... sie fühlte sich im Ziel absolut klasse !! Nach einer kleinen Ruhepause im Hotel, ging es abends schon durch die Innenstadt mit Daniel, Jörg, Kerstin und Andrea um diesen Triumph mit einem leckeren XXL-Schnitzel sowie mehreren Alster zu feiern.


Und wie geht es mir ??Für mich waren diese 42,2 Kilometer kein "Selbstläufer", auch ich merkte diese Strecke in den Beinen. Aber noch nie fühlte ich mich nach einem Marathon so pudelwohl ! Eins steht jetzt schon fest: Nächstes Jahr laufen wir wieder einen gemeinsamen Marathon und Frankfurt werden wir noch in diesem Jahr jeder in seinen eigenen Tempo bestreiten! Dieser Marathon motivierte auch mich, weiterhin diese Distanz anzugehen. Der Marathon bleibt weiterhin die Formel 1 unter den Läufen !

 

 

 

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