Bertlicher Straßenläufe

Nach dem Training - mehr als zufrieden.....

Mit vernünftigen Training hatte das in den letzten Wochen nichts zu tun. Nach dem Essen-Marathon nichts großartig auf Tempo gemacht und das ist ja schon Ewigkeiten her. Ab Ende Dezember dann ließ auch das Wetter kein Tempotraining mehr zu. Schon aus diesem Grund konnte ich in Bertlich zu Jahresanfang nicht viel erwarten. Hinzu kommt noch, dass Bertlich nunmal nicht so flach ist, wie der Blumensaat-Lauf. Die Blumensaat-Zeit war somit mein Minimal-Ziel !

Zu kalt angezogen ?

Die Tasche war bereits am Samstagabend gepackt und hier war ich ein wenig euphorisch und dachte mir: Im letzten Jahr bist Du bei Null Grad dort den Marathon im dünnen Shirt und Unterhemd gelaufen, dann kannst Du es nun auch. In Bertlich angekommen, meinte man nicht, man ist hier nur ein paar Kilometer von Gladbeck entfernt. Kalt, nebelig und zum Teil lag an manchen Streckenpunkten noch Schneematsch. Wie wir erfuhren, stand die Veranstaltung sogar bis kurz vorher auf der Kippe. Es wurde in Erwägung gezogen diese abzusagen. Doch die vielen Helfer, die die Strecke präparierten und das Tauwetter der letzten 2 Tage machten es dann doch möglich, das der Wettkampf stattfand. Da Angelika bereits um 10.10 Uhr startete, zog ich mich gleichzeitig schon mal mit um, denn bis zu meinem Start waren es nur 30 Minuten. Trotzdem ließ ich erstmal die Jeanshose an. Kalt - einfach nur kalt !! Mit dem T-Shirt hast Du diesmal sicher die falsche Entscheidung getroffen, dachte ich. Doch Angelika hatte ebenfalls dünne Klamotten an und überzeugte mich.

Viele Läufer glänzten durch Abwesenheit, aus welchen Gründen auch immer. Nur um sich, weil man nicht vernünftig trainieren konnte, keine schlechte Zeit hinzusetzen ? Denn trotz der Kälte, waren eigentlich sehr gute Bedingungen. Es sprach eigentlich nichts gegen einen Start. Trotzdem kamen nur 108 Läufer- und -innen ins Ziel. Im Vergleich: 2009 - 208 Finisher, 2008 gar 243.

Nach dem Start spielte wohl meine Garmin ein wenig verrückt. Durchschnittgeschwindigkeit o.k., aber als wir aufs Feld bogen, waren rund mehr als 30 Teilnehmer vor mir. Ist eigentlich nie der Fall. Dass ich mich hier an dem Schnitt gehalten hatte, war ein Fehler. Rund 60 Meter vor der ersten Kilometermarkierung sprang meine Uhr bereits um. Kilometer 1 in 4:20, oder doch nicht ? Vielleicht stand das Schild ja auch ein wenig zu spät. Fehlanzeige: Kilometer 2 in 4:16 Min. und bis zum Schild war ich nunmehr rund 120 Meter entfernt. Irgendwie spinnte meine Uhr, die Kilometer waren somit viel langsamer als angezeigt. Also erhöhte ich das Tempo und sammelte Läufer ein. Was  nun vor mir war, ärgerte mich gewaltig. Marathonläufer, die in 4er, teilweise 5er Reihen gemütlich nebeneinander liefen. Ihr habt vielleicht Spaß am Zusammenlaufen, aber müssen es "so viele" nebeneinander sein ? Gerade am Therapiezentrum Feuler, wo an manchen Stellen noch Schneematsch war und die Strecke ramponiert ist, war es oft schwierig zu überholen. Bildet sich da jetzt eine neue Sportart ? Reihenlaufen ? Aber das war noch nichtmals das i-Tüpfelchen. Bisher war Bertlich dafür bekannt, das die Strecke sehr gut gesichert war. Am heutigen Tage fuhren viele Autos auf der Strecke, und manch einer war mehr als rücksichtslos. Jeder Bertlicher weiß, wann die Straßenläufe stattfinden - muss ich dann genau zu diesem Zeitpunkt wie ein verrückter durch das Läuferfeld fahren ? Angelika berichtete ebenfalls von jemanden, der vor dem Spiegel eines Autos rannte, weil dieser unbedingt schnell vorbei musste und sich dabei sogar aufregte.

Nach dem Forellenteich ging es auf mein "Lieblingsstück" in Bertlich - der geflickten Ried-Straße. Heute war es noch schlimmer - ein Laufen wie auf Eiern. Jedes Mal meckert man darüber, aber nächstes Mal ist man in Bertlich doch wieder dabei. Kilometer 10 in 43:29 Min. - nach der Kilometermarkierung, nicht nach meiner Uhr. Noch einmal den gleichen Splitt und ich erreiche mein Ziel von Sub 1:32.
Bei Kilometer 12,5 auf dem Bauernweg vor mir ein Auto, welches komplett den Weg einnimmt, dieser trottet mit seinem Fahrzeug hinter 2 Walkern einer anderen Distanz hinter her. Nur wie komme ich dort vorbei ? Glücklicherweise schert er nach 200 m zur Seite und lässt mich vorbei.

Die erste Runde ist vorbei, jetzt heißt es nicht, wie zuletzt beim Anstieg auf dem Feld, wieder einzubrechen. Ich fühle mich gut, doch erneut verliere ich auf dem Feld sage und schreibe 20 Sekunden. Ist hier doch mehr Gegenwind als man merkt ? Auch an der Eisenbahnbrücke am Kötterweg - verliere ich weitere 20 Sekunden. Jedes Mal das Gleiche ! Ein Gel habe ich zwar dabei, aber das lohnt sich nunmehr auch nicht mehr zu nehmen. Nach diesen beiden Streckenpunkten halte ich auch das Tempo wieder einigermaßen. Kilometer 20 sind 4:10 Min., Kilometer 21 in 4:09 Min. ! Trotzdem überholen mich 2 Läufer bevor man in die Heinrich-Obenhaus-Straße einbiegt. Einen weiteren höre ich hinter mir schnaufen: Jetzt reichts mir aber, denke ich mir und ziehe auf dem rutschigen, matschigen Sportplatz noch einmal an. Gut so, so bleibe ich sogar noch unter der 1:32.

Mit 1:31:57 Std. erreiche ich das Ziel. Trotz dieser witterungsbedingten schlechten Vorbereitung und einer ramponierten Strecke, gerade für das hügelige Bertlich - eine sehr gute Zeit.
Es ist mein 6. Halbmarathon in Bertlich und sogar mein schnellster. Wie gesagt, ich meckere jedes Mal über die kaputte Strecke und das hügelige - aber allein die Atmosphäre und gute Organisation des Veranstalters führt mich immer wieder nach Bertlich.

Nach den letzten Wochen durfte man sich auch mal das eine oder andere Stück Kuchen gönnen und obendrauf gabs noch eine Portion Pommes :-)
Ein paar Kilos sind schließlich schon runter....

  
Der Anfang für Venlo ist gemacht

und Venlo ist wesentlich flacher. Zudem sollen die beiden letzten 2,5 Kilo zuviel bis dahin auch herunter sein. Jetzt hoffe ich, dass man in den nächsten Wochen ein wenig mehr auf Tempo trainieren kann. ..obwohl......Schnee ist schon wieder angesagt.....
Heute geht es zu einem gemütlichen Lauf auf die Ostermannrunde - ein ruhiges Auslaufen von gestern.

114. Wettkampf Datum Distanz Zeit Gesamtplatz AK-Platz
  07.02.2010 Halbmarathon 1:31:57 Std. 19. von 108  

 

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