Auch ein Trainingslauf kann mal genauso interessant werden wie ein Wettkampf. Eigentlich standen nach Venlo die beiden härtesten Vorbereitungswochen an, doch die erste Trainingseinheit reduzierte ich sowohl Umfang wie auch das Tempo. Wegen Venlo hatte ich den Trainingsplan zuvor so oder so ein wenig umgestellt. Zu dem Zeitpunkt muss ich bestimmt einen getrunken haben, ansonsten kann ich mir nicht vorstellen wieso ich dusseligerweise einen Tag vor dem 35er noch 20 Kilometer absolvieren sollte. Ganz zu schweigen von der Durchschnittsgeschwindigkeit. Nichtsdestotrotz lief ich Freitags diese Distanz, aber nicht in dem vorgegebenen Tempo.
In dieser Woche gab es beim Discounter "Geleinlagen" für Laufschuhe. Einfach mal ausprobieren !! - dachte ich mir. Vielleicht hilft dies meinen ledierten Zehen. Letztlich kann ich nur sagen: Versuch absolut fehlgeschlagen. Samstag begann der Long Run zunächst relativ gut, die ersten 3 Kilometer sogar im "trockenen" :-) , und ich meinte diese Einlagen wären genau die richtige Alternative. Dem war leider nicht so: Nach 7 Kilometern schmerzten die Zehen dermaßen, das ich am Auto meine Laufschuhe wechselte und wieder auf meinen blauen Nimbus mit selbst gebastelter Pelotte umstieg. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir eigentlich sicher, das ich nicht mehr viele Kilometer laufen könnte. Ich nahm deutlich Tempo heraus, um hauptsache einige Kilometer noch laufen zu können. In diesem Schuhen fühlte ich mich jedoch nach einer weiteren Runde wesentlich wohler, auch wenn das Tempo nicht nach Plan war. Regen über Regen - Wie gesagt, ab Kilometer 3 und das bis zum Ende. Das wir genügend Waschmittel für unsere Laufwäsche nehmen, zeichnete sich an meinen Knie ab: Hier bildete sich unterhalb der durchgetrieften Radlerhose an beiden Beinen Schaum !! Nach Kilometer 26 war es nur noch am schütten und selbst mir, der eigentlich nicht empfindlich ist, kam zwischenzeitlich der Gedanke: "Hör einfach auf!" Aber irgendwie setzt sich immer wieder der Ehrgeiz durch. Erst dachte ich nach einigen Kilometern, Du bringst diesen Lauf nicht zu Ende - zu guter letzt waren es doch die 35 Kilometer. Auch wenn dies so langsam war, wie seit 3 Jahren nicht mehr. Egal !! Eins steht auf jeden Fall fest: Die Geleinlagen sind nichts für mich und Freitags werde ich nicht mehr so einen Umfang laufen, denn ich bin nun einfach nur "platt".

Die Intervalle absolvierte ich nicht im vollen Tempo sondern nahe dem Marathontempo. Bis auf kleine Ausnahmen relativ gleichmäßig.

 

2 x 5000 m

1.

2.

3.

4.

5.

 

07.04.2008

4:46 Min.

4:46 Min.

4:39 Min.

4:35 Min.

4:20 Min.

T

Wittringen

4:40 Min.

4:36 Min.

4:28 Min.

4:40 Min.

4:40 Min.

T

 

Die Intervalle am 14.04. waren zu ungleichmäßig und zu schnell ! War also sicherlich kein effektives Training. Mittwoch hieß es eigentlich 23 km , davon 21 km in 4:37 Min.! Nach 14 Kilometer im geplanten MRT war der Akku völlig leer. Ich kam mir vor wie ein oller Lkw, den der Sprit ausgeht. Langsam, Langsamer - alle. Es wird Zeit das die Taperingphase beginnt

3 x 3000 m

1.

2.

3.

 

14.04.2008

4:22 Min.

4:31 Min.

4:23 Min.

T

Wittringen

4:15 Min.

4:20 Min.

4:27 Min.

T

 

4:09 Min.

4:23 Min.

4:37 Min.

T

Tapering !!! Auch beim letzten langen Lauf über 35 km war letztlich auf der 2. Hälfte keine Endbeschleunigung möglich. Jetzt heißt es die nächsten 14 Tage - Training reduzieren und vor allen Dingen meinen Fuß bzw. die Zehen schonen, damit diese mir am 04.05. hoffentlich keine Probleme bereiten. Was möglich ist kann ich momentan in keinster Weise beurteilen. Zu Beginn des Trainingsplans lief alles hervorragend, der Venlo-Halbmarathon ideal - aber letztlich behinderten die Schmerzen in den Zehen so manchen Trainingslauf. Gegenüber Frankfurt werde ich, wenn nichts dazwischen kommt, rund 65 Kilometer weniger trainiert haben. Im Kopf habe ich zwar eine Zeit um die 3:15 bis 3:21 Std., aber wenn dies nicht klappt, geht auch nicht die Welt unter. Da dies mein letzter Marathon in diesem Jahr ist, wäre es jedoch schon ein Traum in diesem Bereich einzulaufen. Im Moment fühle ich mich jedoch mehr als "gerädert" und würde mich am liebsten komplett mit Voltaren einreiben :-)

Die letzte Woche vor dem Marathon:
In der ersten Taperingwoche habe ich das Training bis auf ein Minimum reduziert, in der Hoffnung dass sich meine Beschwerden reduzieren. Doch auch dies war leider nur ein Wunschdenken! Somit gehe ich auch in meinem 10. Marathon total nervös und verunsichert. Ausdauer und Tempo sind sicherlich da, genauso wie der ziehender Schmerz in den Zehen.

METRO-GROUP Düsseldorf-Marathon

Wieder ein Hitzelauf ?
Düsseldorf war bisher mein schönster, wenn auch schwierigster Marathon. Was ist der Unterschied zu Köln ?? In Köln wird der Marathon immer mehr zu einer Karnevalsveranstaltung, die mit einem eigentlichen Marathon kaum noch was zu tun hat. Da ist es egal ob man mit 5:30 oder 6 Stunden ins Zielkommt, hauptsache man fällt auf und ist gut verkleidet. Von der Strecke, Organisation und der Stimmung her sind beide absolute Klasse.
Wie sich die Tendenz andeutet, erwarten wir wieder einen Hitze-Marathon. Mit niedrigeren Temperaturen hatten die Läufer in der Vorwoche in Hamburg zu kämpfen und stürzten reihenweise ab. Hier in Düsseldorf wird noch eins draufgesetzt. Ich denke so an meinen Düsseldorf-Marathon 2006 wo ich einen wahren Absturz erlitt. Irgendwelche Ziele oder Traumzeiten kann man sich so oder so "abschminken".
Der Frust ist wieder da und es ist einfach zum K.... ! Dienstag ein ganz ruhiger Lauf über 8 Kilometer. Die Zehen schmerzten selbst bei diesem Tempo. Irgendwie bin ich bei jedem Marathon immer in der gleichen Situation. Ausdauer sehr gut, der Halbmarathon lässt tolles erwarten, doch beim Marathon machen die Gelenke bzw. Knochen nicht mit. Da nimmt man 6 Kilo seit Neujahr ab, durchgeht einen tollen Anfang des Trainingsplans und ist wieder an einem Punkt wo man sich sagt: "Sch.... auf Marathon" begnüg Dich zukünftig einfach mit den kleineren Distanzen.

Es wäre schön wenn ich diesen Marathon ohne großen Probleme zu Ende bringe, aber dann auch endlich die Vernunft sagt: "Lass diesen Mist sein!" Im vergangenen Jahr hatte ich schon so gedacht und andere haben mich letztlich überzeugt doch weitere Marathons anzugehen. Aber letztlich waren so viele Marathonvorbereitungen mit Frust geendet, dass mich irgendwann keine Argumente mehr überzeugen können. Ständig ist es ein Auf und Ab. Der eine Trainingstag läuft so gut und man ist voller Euphorie, träumt vom Zieleinlauf und sieht über sich die LED-Anzeige mit seiner Wunschzeit. Am anderen Tag ist die Euphorie wieder ganz unten, so wie jetzt......
Am Mittwoch fuhr ich noch zu einem Laufgeschäft nach Gelsenkirchen und kaufte mir für diesen Marathon voller Freude ein neues Singlet, die Freude war ein paar Stunden später völlig verflogen.

Freitags fuhren Angelika und ich zusammen mit Rainer und Ciaron nach Düsseldorf um unsere Unterlagen abzuholen. Nette kleine Messe zum stöbern und Andre aus dem Forum trafen wir ebenfalls noch.

Ein Tag vorher:
Es wäre mal schön gewesen, von einem Wettkampf nicht mal was außergewöhnliches zu berichten. Einfach ein: "Gut gelaufen, alles prima geklappt - zufrieden!" - Nein irgendetwas ist immer! Heute Morgen aufgestanden, Ferse und Zehen weiterhin nicht ideal und von vornherein beschlossen, im Trainingstempo anzugehen: Vielleicht wirds eine Zeit um die 3:50 Std., das wäre auch prima. Nachdem ich mich für einen lockeren 5 Kilometerlauf umgezogen habe, stellte ich fest, das in meinem linken Laufschuh ein 5 cm langer Riss ist. Gute Durchlüftung bei dem Wetter, aber hält dieser Schuh auch noch einen Marathon. 520 Kilometer auf dem Buckel ! Komischerweise, wieder ein Laufschuh, den ich über das Internet bestellt habe. Vergleich: Der letzte Nimbus 9 hielt 1.100 Kilometer. Ich ab zum Schuster ob man diesen kleben oder nähen kann. Dieser lachte mich nur aus: ...der ist Essig" !! Astrein, mein derzeit einziger Schuh worin ich laufen kann. Der einzige mit Pelotte !!

Nach dem was alles in den letzten Wochen/Tagen passiert ist, kann man diesen Marathon nur noch als lustige Veranstaltung sehen und denken: "Versuche Spaß zu haben!".
Kein Marathonwetter, keine Marathon-Füße und ein paar Schuhe, wo ich mir vorstelle wie es aussieht, wenn ich mit "zerfetzen Schuhen" bei Kilometer 20 am Publikum vorbeilaufe !! Da wird sicher der eine oder andere denken: "Mensch, guck mal der Arme - kann sich noch nicht einmal ein paar gescheite Laufschuhe leisten! " :-)
Heute lache ich darüber! Mal schauen wie es morgen aussieht !! :-)
Ich werde auf jeden Fall ein zweites Paar Schuhe einpacken und hoffe das Ciarons Frau Tina an einem Streckenpunkt mit diesen vorsichtshalber steht !!!

Bei km 38 wurde es richtig schwer!
Wenn mir jemand am Sonntagmorgen gesagt hätte, ich liefe 3:32 Std. den hätte ich für verrückt gehalten, was jedoch die Temperaturen auf den letzten 4 Kilometer mit mir gemacht haben das ärgert einen schon. Gegen 7 Uhr ging es mit Angelika, Ciaron, Tina und Rainer in Richtung Düsseldorf. Quassel - Quassel und schon hatten wir die Ausfahrt Kaiserswerth verpasst. Dumm gelaufen, aber trotzdem schafften wir es noch die S-Bahn von Kaiserswerth um 7:53 Uhr zu erreichen. Das ich genügend getrunken merkte ich bereits in der Bahn, denn wenn es nach mir gegangen wäre - wäre ich bereits nach 4 Haltestellen wieder ausgestiegen und hätte mich am nächstbesten Baum gestellt. Ein anderer Marathoni zeigte mir jedoch sofort nach Station Heinrich-Heine-Allee das besagte stille Örtchen. "Was für eine Erleichterung! Jetzt kanns losgehen!". Wie klein die Welt ist: Bei den Toiletten trafen wir Michael (Junsa) aus dem Forum und wechselten noch ein paar Worte bevor es in Richtung Kleiderbeutelaufgabe ging. Alles Ruckizucki, nochmals auf die Toiletten, 10 Minuten später nochmal in die Büsche - das reichte dann aber. Durch besagten Riss im Schuh waren diese gut durchlüftet und Tina nahm meine Ersatzschuhe um mir diese evtl. bei Km 19 zu reichen. Danke nochmals für das Schleppen der "Galoschen"! An der Oberkasseler Brücke trafen wir dann auch noch Andre, Hennes und Thorsten sowie ein paar andere Foris. Thorsten, neben mir am Start ließ ich sofort nach dem Startschuss ziehen, denn sein Tempo war heute für mich in keinster Weise drin. Vor ein paar Tagen wäre ich das Tempo vielleicht angegangen, aber mit dem ollen Fuß war mir das zu riskant. Schon nach ein paar Kilometer machte sich aber auch meine Ferse bemerkbar und ich hatte arge Bedenken ob ich dies über die gesamte Distanz so verpacken könnte. So hielt ich mich immer in Nähe der Zugläufer 3:30 (die meiner Meinung nach aber ein wenig schneller waren als sie mussten). Immer ein paar Schritte vor ihnen, denn in dieser Gruppe zu laufen war eine Tortour. Nachdem ich bei Kilometer 11 nochmals in den Büschen war, waren sie sogar vor mir. Das Tempo war für mich kein Problem, doch der Fuß fühlte sich nicht gut an. Trotzdem trug einen immer die Euphorie "Mensch das Tempo kannst Du ruhig erhöhen ohne Probleme!", der Verstand sagte jedoch eher "Toll was bringt Dir das außer weitere Schmerzen!". Bei Kilometer 19 traf ich dann Tina, die mir die Schuhe reichen wollte, ich winkte jedoch ab und lief weiter. Jedes Mal wenn ich schneller werden wollte, schmerzten die Zehen. So blieb ich weiter im gleichmäßigen Tempo. Halbmarathonzeit: 1:43:25 Std. (Anmerkung: Die 3:30 Zugläufer waren direkt neben mir!!!) alles bestens. Vorsorglich hatte ich zuvor gerade 2 Salztabletten genommen. Bei Kilometer 28 jedoch bekam ich den ersten leichten Krampf in der rechten Wade. Zwei weitere Salztabletten und ein wenig Tempo raus. An jeder Versorgungsstelle wurde ausgiebig getrunken und erhöhte ich bei Kilometer 32 leicht das Tempo ("Die 3:28 Std. sind heute sicher drin!") und die Zugläufer waren in gutem Abstand (zunächst). Kilometer 35, alles prima - keine Probleme, weiterhin im Bereich 4:50-4:55 Min.. Neben mir jemand der zu seiner Fahrradbegleitung rief: "So ein Mist, monatelang trainiert und jetzt ist man bei Kilometer 35 bereits am Limit!". Die Temperaturen setzten einige ganz schön zu. Mir ging es zu diesem Zeitpunkt richtig gut und deshalb setzte ich einen kleinen Tacken drauf. Bei Kilometer 38 jedoch in der prallen Sonne an der Koe traf mich so richtig der Hammer und ich musste mit einem mal kurz stehen bleiben. Wie aus einem Luftballon aus dem man nun die Luft herausgelassen hatte. Zwei weitere Kilometer und die Zugläufer hatten mich überholt und düsten gnadenlos an mir vorbei. Dran bleiben war nicht mehr drin. "Na wenn die jetzt schon weg sind, ist es auch egal ob 3:31, 3:32 oder 3:33, da fiel es einen leichter auch mal ein kleines Päuschen zu machen. So erreichte ich das Ziel in einer Zeit von 3:32:43 Std.! Schuhe gehalten (die kommen jetzt ins Regal "Mit den Tretern bin ich einen Marathon gelaufen"), Ferse und Zehen am schmerzen, aber trotzdem glücklich entschieden zu haben doch gestartet zu sein, denn noch am Samstagmorgen war ich mir da noch gar nicht so sicher. Für die Distanz Marathon "wars das gewesen" (aus den o.g. Gründen), da bin ich nunmehr auch nach dem Lauf diesmal der Meinung. Da wird mich auch keiner mehr zu überreden können.

 

Organisatorisch war wieder alles Topp. Danke Race-Direktor Jan, der uns immer die neuesten Infos im Laufe der letzten Monate zu kommen ließ und uns zudem noch ein Finisher-Shirt schenkte. An den Verpflegungs-stellen klappte auch alles prima. Lediglich die Becher bräuchte man nicht bis zum Rand füllen. Ist schlecht diesen im Laufen zu knicken und dann zu trinken. Die nunmehr geänderte Strecke sehe ich als großen Vorteil. Oberkasseler Brücke bei km 9 und 19 ist am Anfang wesentlich einfacher zu Laufen als zum Ziel :-) Auch die Verpflegung im Zielbereich war absolut klasse, neben Erdinger bis zum Abwinken - gab es Berliner, Energieriegel, Twix, Balisto neben den üblichen. Zum Thema "Staffelläufer", die mit ein paar hundert Staffeln antraten, lohnt sich nichts zu sagen - sehe ich für die startenden Marathonis eher als Nachteil (auch wenn sie später starteten). Tolle Leistungen auch von unseren NewBies Ciaron und Rainer, die ihren ersten Marathon in Bravour meisterten.
Düsseldorf zu dieser Jahreszeit ist meistens "Hitzegarantie", 2006 lief ich dort 3:48 Std., nunmehr 3:32 Std.!
Verletzungsbedingt ist nunmehr eine sehr lange Laufpause angesagt. Vor Koblenz werde ich wohl kaum mehr in den Schuhen steigen !

78. Wettkampf Datum Distanz Zeit Geamtplatz AK-Platz
  05.05.2008 Marathon 3:32:43 Std. 542. von 2.756  

Kilometer

Splits

KM 0 - 5

24:31 Min.

KM 5 - 10

24:34 Min.

KM 10 - 15

24:28 Min.

KM 15 - 20

24:58 Min.

KM 20 - 25

24:13 Min.

KM 25 - 30

24:28 Min.

KM 30 - 35

24:44 Min.

KM 35 - 40

27:12 Min.

KM 40 - 42,195

13:39 Min.

 

 

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