Rund um den Halterner See

Das neue Laufjahr beginnt mit einem Zehner
Die Ausschreibung hat mich überzeugt. Statt nach Duisburg-Huckingen geht es an diesem Samstag nach Haltern. Zum ersten Mal findet dort der Lauf "Rund um den Halterner Stausee statt.
Mal sehen ob das Wetter mitspielt, jedenfalls mal wieder eine neue Veranstaltung, die man noch nicht kennt. Eine Zielzeit kann ich momentan sehr schlecht einschätzen, da ich seit etlichen Wochen nichts auf Tempo gemacht habe. Am letzten Samstag absolvierte ich einen weiteren längeren Lauf über die Distanz von 25 Kilometer im Schnitt 5:14 Min./km. Somit werde ich für diesen Test-Wettkampf das Training nicht großartig reduzieren. Das Ausdauertraining ist mir wichtiger!

NIE WIEDER !
Mein 75. Wettkampf und ich hab schon so einige Läufe erlebt, aber was hier sich heute abspielte war der Höhepunkt. Das die Teilnehmerzahl in den letzten Tagen in Höhe schoss war eine Sache. Ich habe mich nur gefragt: Wo bleibt das Teilnehmerlimit. Wenn es so viele Teilnehmer sind, muss ich damit rechnen das es an der Startlinie eng wird - doch was hier war, das toppte selbst den Blumensaat-Lauf im letzten Herbst. Die Fahrt nach Haltern ging verdammt flott und zunächst standen auch kleine, aber erkennbare orangefarbene Pfeile an der Strasse, die auf einmal verschwanden. Fakt war, das sicherlich viele zunächst an der Veranstaltung vorbeifuhren. Auch wir fuhren erst am Veranstaltungsort vorbei. Als wir wendeten war zumindest in dieser Richtung ausgeschildert. Wer hier schon öfter war, dem dürfte dieses nicht passiert sein, aber alle Ortsfremden ? Obwohl wir sehr früh da waren, waren Parkplätze schon Mangelware. Bei Abholung der Startnummer fing dann das Chaotische an: "Nö hier ist keine Anmeldung von Dir!" "Aber ich habe laut Internet die Startnummer 59!" "Nö die haben wir auch nicht hier!". Also noch einmal Formular ausfüllen als Nachmelder. Da wir trotzdem noch genügend Zeit hatten liefen wir uns 3 Kilometer warm. Die Zielgerade war völlig uneben und mit vielen Matschpfützen, beschleunigen konnte man hier nicht mehr. Nachdem wir uns diese Kilometer warmgelaufen waren und uns in Richtung Start begaben, kam die nächste Nachricht: "Start um eine halbe Stunde verschoben, wegen zu vieler Nachmelder!" Toll, absolut Spitze - das Warmmachen war völlig für die Katz ! "Da stehen noch rund 150 an der Nachmeldung!" meinte ein Streckenposten. Naja, irgendwie versuchten wir uns diese Zeit dann einigermaßen warm zu halten, zogen uns einen Pullover über und warteten. Nebenbei halfen wir noch einen Läufer, der hilflos zusehen musste das er die Handbremse seines Pkw`s nicht angezogen hatte und dieser auf einen Gartenzaun zu rollen drohte. Also packten wir am Kofferraum an und zogen den Wagen zurück.
Wir hatten es schon ernsthaft in Erwägung gezogen wieder nach Hause zu fahren, so sauer waren wir mittlerweile. Erneut zum Start, der übrings rund 500 Meter von der Anmeldung entfernt war. Zur Info: Wer noch nur weiter weg parkte, hatte zudem noch eine weitere längere Strecke zum Auto. Da standen wir nun mit einigen hundert Läufern und da noch kurz vorher keine Streckenposten da waren, wusste auch keiner in welcher Richtung man laufen sollte. Hurra !! Endlich kamen 2 Leute, die uns aufklärten. Ich stand in der vordersten Reihe und neben mir war ein Läuferpärchen, wo sie nicht unbedingt danach aus das sie überhaupt im 40er oder 50er Bereich laufen könnte. Ich dachte ich höre nicht richtig: "Schatz, nimm Du den Autoschlüssel, ich werde so oder so letzte - sonst frierst Du noch!" Ich dachte ich höre nicht richtig! Prima! Neben mir schüttelte schon jeder mit dem Kopf. Dann das nächste Highlight: 1 Minute bis zum Start, vordere Startreihe, aber vor uns tummelten in aller Seelenruhe rund 100 Läufer. Bis einer der Streckenposten, sie dazu aufforderte endlich sich aufzustellen. Zunächst reagierte keiner und wer annahm diese Läufer würden sich nun einreihen: Von Wegen - sie blieben alle vor der Startlinie stehen. Mein Nebenmann meinte zu mir: "Die sollten sie alle aus dem Starterfeld nehmen, das glaub ich nicht - das ist eine Frechheit!". "Ja ehrlich!" erwiderte ich, als jemand neben mir meinte: "Wieso, ich laufe auch 58 Minuten und stehe in der ersten Reihe!" Darauf meinte ich, dann stehst Du ein wenig falsch, die werden dich gleich überlaufen und in den Hacken treten!". Aber Mister Schlau meinte darauf: "Das ist Blödsinn, mich überholen erst Läufer nach 8 Kilometern!" 58 Minuten laufen und dann wird er nach 8 Km überholt ?? Ich hab schon viel Müll gehört..... Naja, nun hatte man rund 100 Läufer vor sich. Fakt ist, hätte der Veranstalter nicht so viele Starter zugelassen, wären auch nicht so viele Läufer an der Startlinie nervös geworden, um noch gut wegzukommen.
Startschuss und schon nach 10 Metern laufe ich jemanden voll in die Hacke und komme ins stürzen. Wie ein Brett falle ich um und halte mich im Reflex an meinen Vordermann an der Jacke um nicht hinzufallen. Man darf gar nicht darüber nachdenken was passiert wäre, wenn ich wirklich gelegen hätte und alles über mich drüber gelaufen wäre. Innerlich war ich noch mehr am fluchen! Der erste Kilometer war zeitlich schon sehr weit über Norm, aber trotzdem war ich zuversichtlich das es trotzdem eine gute Zeit wird für diesen Tempo-Trainingslauf. Bei Kilometer 2 ging es einen kleinen Hügel hoch und man lief eine Schleife. Auf den nächsten 400 Metern hieß es nur durch Matsch zu laufen. Nach einer Runde wieder an gleicher Stelle angekommen, ging es diesen Hügel nochmals hoch entlang an der Hauptstrasse.

 

Nun hatte sich das Läuferfeld gelichtet und man konnte, zumindest in meinen Bereich, frei laufen. Rechts, links, geradeaus, links, rechts - wer annahm die Strecke war relativ gerade war getäuscht. Man lief um etliche Einbiegungen und Ecken. Die Zeiten waren alle o.k., bei Kilometer 5 lag ich bei 21:30 Min. !! Genau im Bereich wie ich laufen wollte. Weiter ging es über einige Schotterwege, wo es nicht gerade angenehm zu laufen war. Nach und nach überholte ich den einen oder anderen und es ging auf die letzten Kilometern. Bei Kilometer 7 ging es gefährlich einen Weg steil nach unten, voll mit nassen Laub. Nachdem ich am Start schon fast geflogen wäre, lief ich hier vorsichtig herunter um nicht noch einen Sturz zu riskieren. Eigentlich keine Bestzeiten-Strecke, denn neben den vielen Matsch, war die Strecke auch leicht hügelig. Die letzte Einbiegung und nun musste ich nur noch den 400 Meter langen Matschweg schaffen (siehe nebenstehendes Fotos). An einen Beschleunigen war hier wirklich nicht zu denken, denn teilweise versank man hier im Matsch. Kurz vor dem Ziel noch ein Wasserloch und ab durch Ziel: 42:45 Min., naja eigentlich schneller, da ich später gedrückt habe - aber das sind ja nur ein paar Sekunden. Nachdem Angelika ebenfalls im Ziel war, erfuhren wir das die Dusche hier nicht in der Nähe waren! Egal, ziehen wir uns eben im Auto kurz um. Im Zielbereich gab es neben heißen Zitronentee auch Bionade (wer es mag !), doch die 3 Personen hinter dem Tisch waren bei über 400 Finishern völlig überfordert. Sorry, aber auch da hätte der eine oder andere Helfer mehr stehen können. Nicht nur wir waren mit einigen Dingen bei dieser Veranstaltung mehr als unzufrieden: Im Zielbereich wurde ständig diskutiert, vor allen Dingen über die Startsituation. Irgendwann kam dann auch die Ergebnisliste: Just, Roland 42:22 Min.! "Bin ich gar nicht gelaufen!" Was soll der Mist ? Nun, die Erklärung war das die Startnummer 550 zweimal vergeben wurde und auf ein Platz 61 jemand ohne Namen auftauchte mit 42:45 Min.! Alles durcheinander hier bei dieser Veranstaltung. Also wiesen wir einer Helferin auf diesen Fehler hin. Schließlich wollte ich nicht eine Urkunde mit einer Zeit, die ich gar nicht gelaufen bin. "Dann wurde diese Nr. bestimmt zweimal gedruckt!" Na toll, bei diesem Lauf ist scheinbar alles möglich. Übrings Urkunden: Nein, die gibt es heute gar nicht, die drucken wir heute nicht mehr aus!" "Ob  das auch die rund 200 Läufer im Aufenthaltsraum wussten, die auf ihre Urkunde warteten ?" Schnell verdrücken wir uns, vergiss die Urkunde, vielleicht bekommen wir sie ja zugeschickt.  Auch wenn ich eine sehr gute Zeit gelaufen bin, so bin ich doch von dieser Veranstaltung mehr als enttäuscht. Selbst wenn dies die erste Veranstaltung dieses Vereins war, so dürfen manche Dinge nicht passieren. Gegen den Matsch kann keiner was, das ist zu dieser Jahreszeit völlig normal. Obwohl man zumindest das "fette" Loch auf der Zielgeraden hätte zukippen können. Landschaftlich ist die Strecke klasse, aber auch sehr anspruchsvoll.
Erfreulich, das ich auf der 2. Streckenhälfte sogar schneller war.

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75. Wettkampf Datum Distanz Zeit Geamtplatz AK-Platz
  12.01.2008 10 km 42:45 Min. 61. von 407  

 

0-5 km in 21:30 Min.

5-10 km in 21:15 Min.

 

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